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Old Firm im Zeichen der Langeweile?

12.03.2017 12:12
Celtic dominiert die schottische Liga nach Belieben
© getty, Ian MacNicol
Celtic dominiert die schottische Liga nach Belieben

Am Sonntag kann Celtic Glasgow (ab 13 Uhr im sport.de-Liveticker) im Old Firm gegen die Rangers den Vorsprung in der Meisterschaft auf 30 Punkte ausbauen. Auch wenn Celtic auf dem besten Weg zu einem Europarekord ist, birgt die beeindruckende Dominanz Gefahren.

Als Celtic Glasgow das letzte Mal in der schottischen Meisterschaft verlor, hatte Großbritannien noch nicht über den Brexit abgestimmt, Donald Trump war noch nicht offizieller US-Präsidentschaftskandidat - und Muhammad Ali noch genauso am Leben wie Götz George, Bud Spencer, Fidel Castro oder Manfred Krug.

Am 11. Mai 2016 unterlag das Team 1:2 im vorletzten Playoff-Spiel beim FC St. Johnstone. Wohl keiner der 5959 Zuschauer im McDiarmid Park in Perth ahnte, was für eine Rekordserie der Meister anschließend hinlegen würde.

Rodgers: Mehr Wettbewerb? "Stimme nicht zu" 

26 der 27 Liga-Spiele in dieser Saison hat das Team gewonnen, davon zuletzt 22 in Folge. Ein einziges Unentschieden gab es. Der Abstand auf den Zweitplatzierten FC Aberdeen beträgt elf Spiele vor Ende der Meisterschaft 27 Punkte. Mehr Vorsprung als die Spitzenreiter in Deutschland, England, Spanien und Italien zusammen. Am Sonntag kommt es zum Old Firm gegen den Stadtrivalen Rangers. Klarer Favorit: Celtic. Wer auch sonst.

"Ich sorge mich nicht, weil es zu wenig Konkurrenz gibt. Einige Leute sagen, wir brauchen mehr Wettbewerb, um besser in Europa abzuschneiden. Aber ich würde dem nicht notwendigerweise zustimmen", sagte Celtic-Teammanager Brendan Rodgers: "Wir arbeiten auch so hart, um auf Top-Niveau zu sein. Wir können nur immer den Gegner schlagen, der als nächstes kommt."

Es regiert die sportliche Langeweile

Dennoch gibt es immer wieder Bestrebungen, dass die beiden Klubs aus Glasgow in die englische Premier League wechseln. Zuletzt noch einmal befeuert durch Celtics respektables 3:3 gegen Manchester City in der Champions League. Bisher wurde dies allerdings immer wieder abgelehnt.

Dabei dominiert in der Liga selbst für schottische Verhältnisse inzwischen die Langeweile. Seitdem die Rangers 2012 insolvent gingen und in der 4. Liga neu anfangen mussten, ist selbst der jahrzehntelange Zweikampf und damit auch der letzte Rest Spannung in der Meisterschaft Geschichte. 1985 hieß mit Aberdeen letztmals ein schottischer Meister nicht Celtic oder Rangers.

Inzwischen sind die Auswirkungen der Langeweile auch bei den Fans zu spüren. Bei den meisten Mannschaften sinken die Zuschauerzahlen, selbst Celtic zieht weniger Fans an. Trotz - oder gerade wegen - der Siegesserie.

Rekord zum Greifen nahe

Ernsthafte Gegner sind inzwischen nur noch die Rekordmarken. Ende Januar stellten sie mit 27 Spielen gegen schottische Teams (inklusive Pokal) ohne Niederlage eine neue Bestmarke auf. Der Rekord von Paris Saint-Germain, das 2015/2016 mit 31 Punkten Vorsprung die französische Liga gewann, ist zum Greifen nah.

Der Celtic-Punkteschnitt von 2,93 pro Spiel ist ebenso beeindruckend. Britische Zeitungen bemühen inzwischen lang zurückliegende historische Vergleiche. Ungarns Rekordmeister Ferencváros Budapest schloss die heimische Liga einmal mit 22 Siegen aus 22 Spielen ab. In der Saison 1931/32.

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