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DSV jubelt: Goldene Festspiele in Lahti

26.02.2017 20:37
Das DSV-Quartett landete ganz oben auf dem Treppchen
© getty, Matthias Hangst
Das DSV-Quartett landete ganz oben auf dem Treppchen

Gold für das Skisprung-Team um Doppel-Weltmeisterin Carina Vogt, Doppelpodest im Einzel für Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler, triumphaler Sieg für die Kombinierer um den endlich erlösten Björn Kircheisen: Die deutschen Wintersportler haben bei der Nordischen WM in Lahti ein Traum-Wochenende erlebt.

Mit viermal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze zur Halbzeit steuert der Deutsche Skiverband einem Rekordergebnis entgegen. "Wir sind schon fast überrascht, dass wir so erfolgreich waren in der Anfangsphase", sagte DSV-Präsident Franz Steinle: "Das freut uns natürlich sehr nach dem Hoch beim Biathlon in Hochfilzen, dass wir auch hier bei der Nordischen WM das so erleben dürfen."

Am Samstag und Sonntag hatte Steinle kaum eine ruhige Minute zum Durchpusten: Beim Skispringen holten Wellinger und Eisenbichler zunächst Silber und Bronze, 24 Stunden später gewann das Duo an der Seite von Vogt und Svenja Würth Gold im Mixed. "Weltmeister wird man nicht alle Tage. Wahnsinn, was hier passiert ist", sagte Wellinger.

Das Mixed am Sonntag wurde zu einer Macht-Demonstration, mit 1035,5 Punkten gewann Deutschland klar vor Österreich um den neuen WM-Champion Stefan Kraft (999,3) und Japan (979,7). "Alle vier Springer haben eine Top-Leistung geboten. Die Medaillen zuvor im Einzel haben natürlich alles leichter gemacht", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Vogt wurde wie schon 2015 mit Doppel-Gold zur Schanzenkönigin. "Carina ist eine wilde Sau, bei Großereignissen schlägt sie immer zu", sagte Eisenbichler.

Schuster spricht von "Wahnsinns-Show"

Wellinger und Eisenbichler hatten schon am Samstag mit dem ersten DSV-Doppelpodest seit Martin Schmitt und Sven Hannawald im Jahr 1999 geglänzt. "Die beiden haben im zweiten Durchgang eine Wahnsinns-Show abgezogen", sagte Schuster, nachdem seine Musterschüler nur dem starken Kraft unterlegen waren.

Der emotionale Höhepunkt war allerdings der neuerliche Triumph der "Dominierer". Als diese den "Vize-Fluch" von Björn Kircheisen endlich gebannt hatten, gab es kein Halten mehr: Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Rießle ließen ihren zu Tränen gerührten "Senior" nach dem ungefährdeten Staffelsieg hochleben. "Jetzt haben wir doch noch aus unserem Silbereisen einen Goldeisen" gemacht", meinte Rießle.

Mit einem weiteren Traumwettkampf, in dem sie freilich haushoher Favorit waren, verteidigte das DSV-Quartett erfolgreich den Staffel-Titel von Falun 2015. Doch Johannes Rydzek hin, Eric Frenzel her, beide nun Vierfach-Weltmeister: Gold gehörte vor allem dem 33 Jahre alten "Kirche".

Kircheisen im Freudentaumel

"Björn hat es nach so vielen Jahren verdient, sich das goldene Häubchen aufzusetzen", sagte Frenzel. Und Kircheisen, angesichts seiner zuvor elf Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen der Pechvogel schlechthin, meinte: "Ich kann es noch nicht glauben, dafür habe ich seit 2002 gekämpft."

Auf dem Weg zu Kircheisens Krönung hatten die DSV-Kombinierer wie schon beim Vierfachsieg um Rydzek zwei Tage zuvor ihre erdrückende Dominanz ausgespielt. Die zweitplatzierten Norweger hatten nach einem Sprung-Durchgang und der 4x5-km-Staffel 41,7 Sekunden Rückstand, Österreich auf Platz drei lag 1:03,7 Minuten zurück.

Pechvogel Sebastian Eisenlauer

Glücklos agierten hingegen die deutschen Langläufer - auch wenn Katharina Hennig mit Platz elf im Skiathlon in ihrem ersten WM-Rennen überhaupt für einen Lichtblick sorgte. Im Teamsprint platzten allerdings die ersten realistischen Medaillenchancen.

Zum Pechvogel wurde dabei Sebastian Eisenlauer. Nach einem Sturz im Halbfinale ging der 26-Jährige mit einer leichten Schulterverletzung in den Endlauf, wo er auf der letzten Runde am Berg auch noch den Ski verlor. Platz sieben an der Seite von Thomas Bing war das Ergebnis. Stefanie Böhler und Nicole Fessel lieferten einen großen Kampf, mehr als Platz sechs sprang aber auch bei ihnen nicht heraus. "Alle schauen auf Medaillen, aber wir sind keine Maschinen", sagte Böhler.

Highlight des Langlauf-Wochenendes war der Auftritt von Norwegens Loipen-Königin Marit Björgen, die mit dem Sieg im Skiathlon ihr Comeback nach ihrer Babypause krönte. Mit Söhnchen Marius auf dem Arm feierte die bald 37 Jahre alte Rekord-Weltmeisterin ihr 15. WM-Gold.

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WM 2017

1DeutschlandDeutschland1035.50
2ÖsterreichÖsterreich999.30
3JapanJapan979.70
4SlowenienSlowenien961.40
5NorwegenNorwegen877.80
6RusslandRussland864.00
7ItalienItalien848.10
8USAUSA802.20
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