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DSV-Adler im siebten Skisprung-Himmel

26.02.2017 18:46
Das siegreiche Quartett des DSV ließ sich zurecht feiern
© imago sportfotodienst
Das siegreiche Quartett des DSV ließ sich zurecht feiern

Gold im Mixed, Silber und Bronze im Einzel: Angeführt von Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler haben die deutschen Skispringer bei der WM in Lahti an einem traumhaften Wochenende Medaillen regnen lassen.

Mit dem Team-Triumph an der Seite von Weltmeisterin Carina Vogt und Svenja Würth krönten die beiden Überflieger eine famose Flugshow, die am Samstag mit dem Doppelpodest von der Normalschanze begonnen hatte.

"Weltmeister wird man nicht alle Tage. Wahnsinn, was hier passiert ist", sagte Wellinger, der nach dem souveränen Gold-Coup seinen drei Mitstreitern um den Hals viel. Auch Vogt strahlte über das ganze Gesicht: Wie schon vor zwei Jahren in Falun wurde die Schwäbin mit Doppel-Gold zur Schanzenkönigin der Titelkämpfe.

Das Mixed am Sonntag wurde zu einer Macht-Demonstration, mit 1035,5 Punkten gewann Deutschland klar vor Österreich um den neuen WM-Champion Stefan Kraft (999,3) und Japan (979,7). "Alle vier Springer haben eine Top-Leistung geboten. Die Medaillen zuvor im Einzel haben natürlich alles leichter gemacht", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Das überlegene DSV-Quartett lag nach allen acht Durchgängen in Führung, in der Summe sprang das Team stolze 18 Meter weiter als Österreich. "Es war unglaublich. So eine Skisprung-Demonstration zu zeigen, das war unfassbar für mich", sagte Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer. In dem erst zum dritten Mal ausgetragenen Wettbewerb hieß der Sieger somit zum zweiten Mal Deutschland, bei der Premiere 2013 hatte Japan gewonnen.

Schon im Einzel mit tollen Resultaten

Wellinger und Eisenbichler hatten schon am Samstag mit dem ersten DSV-Doppelpodest seit Martin Schmitt und Sven Hannawald im Jahr 1999 geglänzt. "Die beiden haben im zweiten Durchgang eine Wahnsinns-Show abgezogen", sagte Bundestrainer Werner Schuster, nachdem seine Musterschüler im Auftaktspringen von der Normalschanze nur dem Österreicher Stefan Kraft unterlegen waren. Mit zwei Einzelmedaillen überboten die DSV-Adler die Zielvorgabe der gesamten WM - und dies ohne den verletzten "Käpt'n" Severin Freund.

"Ein Hammer-Springen von unseren Jungs!", meinte Freund, der 2015 den WM-Erfolg von der kleinen Schanze nur um Haaresbreite verpasst hatte, ehe er nach Silber dann Gold von der Großschanze folgen ließ. Nach seinem im Januar erlittenen Kreuzbandriss fieberte der Weltmeister nun daheim am TV mit und stieß auf seine Freunde an: "Mit Wasser - Sekt ist nicht gerade optimal für die Regeneration."

Nächstes Edelmetall von der Großschanze?

In der Form vom Samstag sind Wellinger und Eisenbichler nun auch ganz heiße Anwärter auf Titel und Medaillen von der Großschanze am Donnerstag (Einzel) und zwei Tage später (Team). Aus der Angriffsposition feuerte zunächst Eisenbichler mit 100,5 m den weitesten Flug des Tages ab, der noch zum Sprung von Platz sechs zu Bronze reichte. "Direkt nach der Landung habe ich überhaupt nicht an eine Medaille gedacht", sagte der 25-Jährige, der im Weltcup erst einmal auf dem Podest gestanden hatte.

Wellinger, Zweiter nach dem ersten Durchgang, setzte mit einem glatten Hunderter den führenden Kraft mächtig unter Druck. "Ich habe ihm das Leben noch schwer gemacht, aber er war heute einfach der Beste, Respekt!", sagte Wellinger. Kraft selbst, der letztlich rund 120 Zentimeter Vorsprung ins Tal brachte, meinte breit grinsend: "Wenigstens hot koan Deitscha g'wonnen." Im Mixed lieferten Wellinger und Eisenbichler die passende Antwort.

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WM 2017

1DeutschlandDeutschland1035.50
2ÖsterreichÖsterreich999.30
3JapanJapan979.70
4SlowenienSlowenien961.40
5NorwegenNorwegen877.80
6RusslandRussland864.00
7ItalienItalien848.10
8USAUSA802.20
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