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Vogt nach Triumph: "Ein wenig fassungslos"

25.02.2017 11:37
Carina Vogt konnte ihr Glück kaum fassen
© getty, Matthias Hangst
Carina Vogt konnte ihr Glück kaum fassen

Wieder Weltmeisterin: Die unglaubliche Carina Vogt hat in Lahti ein weiteres Winterwunder vollbracht und hat ihren Skisprung-Titel erfolgreich verteidigt. Der eigene Erfolg machte sie selbst fassungslos.

Am Samstagmorgen wachte Carina Vogt auf, und alles war wahr: Immer noch Weltmeisterin, wieder Weltmeisterin - so ganz glauben konnte es die erfolgreichste Skispringerin der Geschichte nicht. "Ich habe keine Ahnung, wie ich das gemacht habe. Es ist unglaublich - wie immer", sagte die 24-Jährige, nachdem sie in Lahti ihrer märchenhaften Karriere das vierte goldene Kapitel hinzugefügt hatte.

Zum dritten Mal in Folge war das zierliche Kraftpaket aus Degenfeld mehr oder minder als Außenseiterin beim Saisonhöhepunkt angetreten, und wie bei Olympia 2014 und der WM 2015 düpierte Vogt die vornehmlich unter japanischer Flagge fliegenden Favoritinnen. Nur zwei Weltcupspringen hat sie bislang gewonnen, dem gegenüber stehen nun vier Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen - eine Bilanz schieren Irrsinns.

Vogt arbeitet "extrem hart"

"Ich habe diese Saison wieder keinen Weltcup gewonnen. Dass es jetzt erneut geklappt hat, macht mich schon ein wenig fassungslos", sagte Vogt. Teamkollegin Katharina Althaus, die kurz vor der WM in Ljubno für den bis Freitag einzigen deutschen Saisonsieg gesorgt hatte, machte "sprachlos, welche Coolness Carina hat". Und Bundestrainer Andreas Bauer lobte: "Unglaublich, wie sie immer wieder auf den Punkt topfit wird. Sie arbeitet aber auch extrem hart."

Vogt, die eine verkorkste Saison 2015/16 und einen wackligen Start ins WM-Jahr hinter sich hat, war erst kurz vor Lahti überhaupt wieder in den erweiterten Favoritenkreis gerückt. Nach Platz drei im ersten Durchgang war dann zumindest Bronze zum Greifen nah.

"Mein Geheimnis? Das kann ich nicht verraten"

Im Finale löste Vogt zunächst die Japanerin Yuki Ito ab, die unmittelbar vor ihr stark vorgelegt hatte und letztlich wie vor zwei Jahren Silber holte - die Medaille war für Vogt sicher. "Da war ich unglaublich erleichtert. Dass es aber für Gold reicht, damit hatte ich nie gerechnet", sagte sie.

Doch dann blieb Branchenführerin Sara Takanashi, ebenfalls Japan, hinter Vogt und Ito zurück - wieder wurde es nichts mit einem großen Titel für die wohl beste Springerin der Geschichte, die bislang 53 Weltcup-Siege gefeiert hat, bei großen Meisterschaften aber stets enttäuscht. Schließlich hielt auch die führende Norwegerin Maren Lundby dem Druck nicht stand, rutschte sogar noch vom Podest. Und Vogts Gesicht versank in Sturzbächen von Tränen.

"Mein Geheimnis? Das kann ich nicht verraten", sagte Vogt, als sie sich wieder gesammelt hatte, und grinste schelmisch: "Aber ich werde versuchen, so weiter zu machen." Am besten am 12. Februar 2018 - dann geht es in Pyeongchang um Olympia-Gold. Und am Sonntag - dann geht es in Lahti um die erfolgreiche Titelverteidigung im Mixed. "Da können wir um die Medaillen mitreden - unsere Jungs sind echt stark", sagte Vogt. Von ihrer eingebauten Gold-Garantie ganz zu schweigen.

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