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Afrika Cup: Favoriten-Quartett im Check

13.01.2017 10:28
Kann die Elfenbeinküste ihren Triumph von 2015 wiederholen?
© imago sportfotodienst
Kann die Elfenbeinküste ihren Triumph von 2015 wiederholen?

Am Samstag startet der 31. Afrika Cup in Gabun. Während der Gastgeber um BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang nicht zum Favoriten-Kreis gehört, machen sich gleich vier Teams berechtigte Titel-Hoffnungen. weltfussball hat die heißesten Anwärter unter die Lupe genommen.

Elfenbeinküste: Titelverteidiger im Umbruch

Der Titelverteidiger gilt auch in diesem Jahr als ein Top-Favorit auf die Kontinental-Meisterschaft in Afrika. Nachdem die verheißungsvolle Generation um Didier Drogba, den Touré-Brüdern, Didier Zokora und Emanuel Eboué nicht mehr für die "Elefanten" aufläuft, steht eine neue Generation von "hungrigen" Spielern in den Startlöchern.

Angeführt vom erfahrenen Herthaner Salomon Kalou, ruhen die Hoffnungen der Ivorer vor allem auf Manchester-United-Star Eric Bailly (22), der zusammen mit Sunderlands Lamine Koné ein starkes Innenverteidiger-Duo bildet.

Im Angriff sollen Giovanni Sio vom französischen Erstligist Stade Rennes und vor allem Wilfried Zaha für Tore sorgen. Der 24-Jährige, der sich nach zwei Einsätzen für das englische Nationalteam erst kürzlich für einen Verbandswechsel entschieden hatte, konnte in der laufenden Premier-League-Saison für Crystal Palace beachtliche zwölf Scorerpunkte sammeln.

Ghana: Ayew-Brüder müssen es richten

Nach über 30 Jahren ohne Titel nehmen die "Black Stars" ihre fünfte Afrika-Meisterschaft ins Visier. "Wir sind in einer schweren Gruppe, aber wir gehören zu den zwei Top-Favoriten. Wir sehen, dass alle Teams besser werden, also müssen wir selbstbewusst sein und unseren Job machen", gab sich Routinier André Ayew (71 Länderspiele) zuversichtlich.

Neben André ist Bruder Jordan Ayew (Aston Villa) ein Leistungsträger in der Offensive. Unterstützung können beide vor allem von Christian Atsu erwarten, der bei Newcastle United auf den Außenbahnen zum absoluten Stammpersonal zählt. Auf der linken Abwehrseite muss zudem Schalkes Abdul Rahman Baba Verantwortung übernehmen. Zuletzt zeigte der Leihspieler vom FC Chelsea aufsteigende Form. In den letzten beiden Bundesligaspielen vor der Winterpause legte der 22-Jährige jeweils ein Tor auf. Ob der zweite S04-Akteur Bernard Tekpetey während des Turniers zum Einsatz kommt, darf hingegen bezweifelt werden.

Senegal: Alle Augen auf Mané

Sadio Mané ist einer der größten Stars beim diesjährigen Afrika Cup. In der Premier League zeigte sich der Liverpool-Stürmer in blendender Form. 14 Scorerpunkte in 19 Ligaeinsätzen stehen für den 24-Jährigen bereits zu Buche. An der Anfiel Road trauert man seinem Stürmer bereits hinterher. 

"Er ist fantastisch und er wird eine große Lücke hinterlassen, wenn er für Senegal spielt. Seit er hierhin gekommen ist, hat er ein ganz neues Level erreicht", sagte Reds-Kapitän Jordan Henderson der englischen Zeitung "The Guardian". Eine Absage war für Mané aber nie ein Thema. "Es ist nicht einfach für mich wegzugehen, aber ich denke, dass wird jeder verstehen. Es ist mein Land und mein Traum", wird der Spieler zitiert.

Außerdem kann der WM-Viertelfinalteilnehmer von 2002 ein schlagkräftiges Mittelfeld aufbieten. Cheikhou Kouyaté (West Ham), Idrissa Gueye (Everton), Mo Diamé (Newcastle) und Papa Diop (Espanyol Barcelona) garantieren Stabilität.

Algerien: Der beste Spieler des Kontinents

Im Anschluss an die märchenhaften Saison mit Leicester City wurde Riyad Mahrez kürzlich zu "Afrikas Fußballer des Jahres" gewählt. "Nach dieser Auszeichnung kommt der Afrika Cup. Mein Team wird versuchen, dass Beste dort abzurufen. Es wird nicht einfach, aber wir werden versuchen, den Titel zu gewinnen", sagte der frisch gekürte Titelträger bei der Preisverleihung.

Überhaupt verfügen die "Wüstenfüchse" über eine Vielzahl von gefährlichen Waffen. Neben Yacine Brahimi vom FC Porto und Mahrez' Teamkollegen Islam Slimani war im Kader sogar kein Platz mehr für West-Ham Angreifer Sofiane Féghouli, der bei der zurückliegenden WM noch ein breites Publikum begeistern konnte.

Dahinter soll Schalkes Nabil Bentaleb die Abteilung Attacke mit Vorlagen versorgen. In der Defensive steht mit Abwehrchef Faouzi Ghoulam, der mehrfach mit Bayern München in Verbindung gebracht wurde, zudem ein weiterer Ausnahmekönner parat.

Große Namen nur Außenseiter

Nach Jahren der politischen und sportlichen Krisen hat sich der Rekordsieger Ägypten das erste Mal seit drei Endrunden wieder für den Afrika Cup qualifiziert. Mit dem erfahrenen Trainer Héctor Cúper und Roma-Star Mohamed Salah verfügt der siebenfache Afrika-Meister zwar über viel Potenzial, für den großen Wurf dürfte es aber nicht reichen. Kamerun geht infolge zahlreicher Absagen ebenfalls als Underdog ins Rennen. Gleich acht Nationalspieler erklärten im Vorfeld ihren Verzicht, darunter auch Liverpool-Star Joel Matip. Für Gabun und Aubameyang ist eine Überraschung drin, um den Titel dürften die Gastgeber aber nicht mitspielen.