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Ludwig/Walkenhorst: Von Null auf Hundert

18.12.2016 23:55
Laura Ludwig (r.) und Kira Walkenhorst sind die "Mannschaft des Jahres"
© getty, Alexander Hassenstein
Laura Ludwig (r.) und Kira Walkenhorst sind die "Mannschaft des Jahres"

Der Sieg bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres ist für die Beachvolleyball-Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst das passende Ende des bislang erfolgreichsten Jahres ihrer Karriere.

Julius Brink geriet ins Schwärmen. "Sie waren technisch und taktisch das beste Team des Turniers. Die brutale Konstanz hat mich umgehauen", sagte der Beachvolleyball-Olympiasieger nach dem Triumph von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst an der Copacabana.

In Rio de Janeiro gewannen die beiden so unterschiedlichen Hamburgerinnen bei den Olympischen Spielen als erstes europäisches Frauenteam die Goldmedaille - und schrieben vier Jahre nach dem Erfolg von Brink und Jonas Reckermann Geschichte. Bei der Wahl zu Deutschlands Mannschaft des Jahres schafften Ludwig/Walkenhorst sogar das, was Brink/Reckermann verwehrt geblieben war: sie landeten ganz oben auf dem Treppchen.

Olympia-Traum drohte zu platzen

"Wir müssen nicht unbedingt die besten Freundinnen sein", hatte Ludwig (30) ihre Partnerschaft mit der knapp fünf Jahre jüngeren Walkenhorst (26) einmal beschrieben. Während Ludwig mit ihrem ansteckenden Lachen, ihren flotten Sprüchen und ihrer offenen Art schnell die Herzen der Menschen erobert, bleibt Walkenhorst lieber etwas im Hintergrund. Die 1,84 Meter große Blockspezialistin ist der Ruhepol, eine wichtige Komponente auf dem Weg zum Erfolg.

Ludwig, laut Brink "die wahrscheinlich beste Angriffsspielerin der Welt", lobte ihre Partnerin für ihre teils stoische Ruhe: "Im Finale die Coolste zu sein, das ist nicht normal." Ludwig feierte den Sieg in Rio über die Weltmeisterinnen Agatha und Barbara lautstark und ließ sich auf dem Weg zur Siegerehrung immer wieder von den Fans feiern - Walkenhorst hingegen kämpfte im Hintergrund still mit den Tränen.

Schließlich hatte der Olympia-Traum vor zwei Jahren noch am seidenen Faden gehangen. Elf Monate musste Walkenhorst aussetzen, erst wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers, dann kam auch noch ein Meniskusschaden dazu. Ende Mai 2015 spielte das Duo nach der langen Zwangspause erstmals wieder zusammen, es folgte ein enttäuschender 17. Platz bei der WM im Juli.

Der neue "Vierjahresplan"

"Beachvolleyballerisch können wir eine Granaten-Performance hinlegen. Das haben wir immer wieder gespürt", sagte Ludwig: "Wir mussten uns als Team wiederfinden, weil da doch ein Bruch war. Wir haben uns dann mit dem kompletten Team zusammengesetzt und überlegt, ob wir so weitermachen wollen. Das war wie ein Schalter, der noch umgelegt werden musste", so Ludwig.

Im Nachhinein seien alle gestärkt aus der Situation herausgegangen, so Walkenhorst: "Als Team hat uns das noch enger zusammengeschweißt und noch härter trainieren lassen, um unseren Traum zu erfüllen."

Mit Gold in Rio soll die Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende sein. Der WM-Titel 2017 in Wien steht ebenso auf der Agenda wie erneutes Gold bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020. "Wir haben bereits einen neuen Vierjahresplan erstellt", sagte Ludwig - die Konkurrenz wird das nicht gerne hören.

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