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Brady-Rekord und Demütigung für die Panthers

05.12.2016 09:01
Brady und seine Patriots waren erneut gut aufgelegt
© imago sportfotodienst
Brady und seine Patriots waren erneut gut aufgelegt

In der NFL verbleiben noch vier Spieltage bis zum Start der Playoffs. Die New England Patriots sind neben den Dallas Cowboys wohl der heißeste Anwärter auf einen tiefen Run. Für die Panthers hingegen ist die Saison ein Albtraum.

In Week 12 mussten die New York Jets dran glauben. Mit einem 22:17-Sieg holte Tom Brady seinen 200. Sieg in der NFL. Eine Woche später standen der Nummer 201 nur mäßig aufgelegte Los Angeles Rams gegenüber. Und die Mannschaft von Head Coach Jeff Fisher hatte im Gilette Stadium in Foxborough mal so gar nichts zu melden.

Den spieleröffnenden Drive über 80 Yards und acht Plays verwertete LeGarette Blount mit einem sehenswerten 43-Yard-Run. Touchdown New England! Bradys Gegenüber Jared Goff wusste seinerseits wenig mit dem Ballbesitz anzufangen und warf eine Interception.

17:0 zur Halbzeit

Die Patriots nahmen die Gelegenheit dankend an und standen nach drei Plays wieder kurz vor der Rams-Endzone. Aus 14 Yards Entfernung fand Brady seinen Wide Receiver Chris Hogan und erhöhte die Führung auf 14:0. Während die Rams in Schockstarre verharrten, hatten die Gastgeber weiterhin Lust auf Football.

Mit einem Drive über 48 Yards, 13 Plays und 5:19 Minuten nahm die Mannschaft von Trainer Bill Belichick nicht nur ordentlich Zeit von der Uhr, sie verschaffte Kicker Stephen Gostkowski auch die Möglichkeit auf ein 28 Yard Field Goal. Und der nicht immer sichere 32-Jährige schickte das ovale Leder souverän durch die Metallstangen.

Es ging also mit einer 17:0-Führung in die Halbzeit. Doch was auch immer Fisher sich ausgedacht hatte, um seine Truppe zu motivieren - es verpuffte. Zwar kamen die Rams ihrerseits zu einem Field Goal, mussten danach aber wieder komplett das Feld räumen und der New England Offense zusehen.

Rams mit Ergebniskosmetik

Drei weitere Male brachte Quarterback Brady seine Mannschaft in Field-Goal-Reichweite, drei Mal konnte Gostkowski sicher verwandeln. 26:3 zeigte die Anzeigetafel folgerichtig drei Minuten vor Spielende. Die Partie war längst entschieden. Der folgende Touchdown der Rams korrigierte das Ergebnis lediglich.

Und Brady? Der 39-Jährige brachte 33 seiner 46 Pässe an den Mann, warf insgesamt für 269 Yards, einen TD-Pass und leistete sich keinen Turnover. Der 201. Triumph ist zudem ein Rekord für einen NFL-Quarterback. Damit steht der 1,93-Meter-Schlaks vor Legenden wie Peyton Manning (200) oder Brett Favre (199). Und in dieser Spielzeit wird Brady die Führung wohl noch ausbauen.

Wiedergutmachung gegen Carolina

Vergangene Woche setzte es für die Seattle Seahawks eine völlig überraschende Pleite gegen die Tampa Bay Buccaneers. Der angestaute Ärger sollte sich gegen die Carolina Panthers entladen. Die Partie begann mit einer großen Überraschung: Superstar Cam Newton nahm zunächst auf der Bank Platz.

Wie sich herausstellte, hatte die Suspendierung disziplinarische Gründe. Newton hatte im Vorfeld der Partie keine Krawatte getragen und damit den Ärger von Trainer Ron Rivera auf sich gezogen. Statt ihm betrat Backup Derek Anderson den Platz und spielte den Opening Drive.

Verrückter Beginn

Warum der 33-Jährige nur der Ersatz-QB ist, stellte sich mit dem ersten Pass heraus. Anderson warf den Ball in Richtung von Fullback Mike Tolbert. Allerdings war der Pass ungenau und prallte von dessen Armen ab zu Mike Morgan. Der Turnover servierte den Seahawks den Ball acht Yards vor der Panthers-Endzone.

Doch die Defensive bleibt standhaft und so kamen die Gastgeber nur zu einem Field Goal. Für den anschließenden Drive stand zwar wieder Newton auf dem Rasen, besser lief es trotzdem nicht für die Panthers. Nach wenigen Spielzügen mussten sie punkten. Und die Seahawks machten im Gegenzug klar, wozu sie angetreten waren.

Nach neun Plays und 92 Yards stand Thomas Rawls in der Endzone und durfte den ersten Touchdown bejubeln. 10:0-Führung für Seattle. Das zweite Viertel machte den angereisten Panthers-Fans kurzzeitig Hoffnung. Newton fand seinen Receiver Ted Ginn mit einem 55-Yard-Pass in der Endzone. 10:7.

Zappenduster in Durchgang zwei

Doch im Anschluss entwickelte sich eine albtraumhafte Begegnung. Noch im zweiten Viertel bauten Russel Wilson und seine Offensive die Führung durch einen Touchdown und zwei Field Goals auf 23:7 aus. Eigentlich war für die Panthers nur Luft nach oben.

Wer jedoch eine verbesserte zweite Hälfte erwartete, wurde herbe enttäuscht. In Durchgang zwei wurde es zappenduster für die Mannschaft von Rivera. Ein Tochdown von Tyler Lockett via 75-Yard-Run schraubte das Ergebnis zu Beginn des dritten Viertels auf 30:7 hoch.

"Spiel nicht aufgrund fehlender Krawatte verloren"

Bei der Panthers Offensive kam wiederum nichts zustande, so dass Wilson mit einem TD-Pass auf Jimmy Graham und Steven Hauschka per Field Goal noch einen draufsetzten konnten. 40:7 lautete das Endergebnis. Während Seattle Kurs nimmt auf die Postseason, wirft man in Carolina gerade die Diagnostik an.

Einer wusste allerdings bereits nach dem Abpfiff woran es nicht gelegen hat: Cam Newton. "Wir waren jetzt eine Woche am reisen und ich hatte einfach kein Hemd dabei. Wir haben dieses Spiel aber nicht aufgrund einer fehlenden Krawatte verloren!"

Die Ergebnisse im Überblick:

Minnesota Vikings 15:17 Dallas Cowboys

Atlanta Falcons 28:29 Kansas City Chiefs

New Orleans Saints 13:28 Detroit Lions

New England Patriots 26:10 Los Angeles Rams

Jacksonville Jaguars 10:20 Denver Broncos

Green Bay Packers 21:13 Houston Texans

Cincinnati Bengals 32:14 Philadelphia Eagles

Baltimore Ravens 38:6 Miami Dolphins

Chicago Bears 26:6 San Francisco 49ers

Oakland Raiders 38:24 Buffalo Bills

Pittsburgh Steelers 24:14 New York Giants

Arizona Cardinals 31:23 Washington Redskins

San Diego Chargers 21:28 Tampa Bay Buccaneers

Seattle Seahawks 40:7 Carolina Panthers

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