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Kölner Manager: "Ein Jörg Schmadtke reicht"

14.11.2016 09:12
Jörg Schmadtke ist Manager beim 1. FC Köln
© imago sportfotodienst
Jörg Schmadtke ist Manager beim 1. FC Köln

Der Höhenflug des 1. FC Köln hängt unter anderem auch mit der ausgezeichneten Arbeit seines Managers zusammen, der über die Domstadt hinaus begehrt ist: Jörg Schmadtke verrät nun, was die Fans des FC ausmacht und warum man ihn besser nicht klonen sollte.

"Ein Jörg Schmadtke reicht", gab der Genannte im "kicker" zu, darauf angesprochen, dass mit Hannover-Boss Martin Kind einer seiner ehemaligen Arbeitgeber einmal gesagt habe, dass es doch traurig sei, dass es den 52-Jährigen nicht zwei Mal gebe. Der Manager, der sich gern mal mit anderen anlegt, hat dafür auch eine Begründung parat: "Ich glaube einfach, es wäre für viele Menschen nicht gut." 

Dabei gibt er zu: "Man kann die Dinge auch anders machen als ich." Er habe nie versucht, ein Chamäleon zu sein und sich anzupassen, weil er sich dann selbst verlieren würde. "Und es gibt die Situationen, da sitze ich zu Hause und denke: Junge, das hättest du auch anders lösen können! Ich bin dann auch in der Lage, mich zu entschuldigen.

Ein Paradebeispiel sei eine Szene am letzten Spieltag in Frankfurt gewesen, als Schmadtke zunächst mit einem Balljungen schimpfte, der das Spiel verlangsamen wollte und ihn anschließend aber in den Arm nahm. Nach dem kurzzeitigen Ärger habe der Manager sofort gemerkt, dass sich der Junge erschrocken hat. "Und wenn ich eines überhaupt nicht will, dann ist es, dass einer Angst bekommt. Das ist mir total zuwider." Daraufhin habe er ihm erklärt, warum er sich geärgert habe, und dass es nicht seine Aufgabe sei, das Spiel zu gewinnen. Im heimischen Stadion in Köln sei es denn Balljungen streng verboten, ins Spiel einzugreifen, betonte Schmadtke.

Die FC-Fans sind etwas ganz Besonderes

Der Erfolg des 1. FC Köln komme definitiv "nicht zu früh. Wenn er kommt, dann musst Du ihn nehmen", stellte der 52-Jährige heraus.  Dabei bleibt Schmadtke, was die langfristigen Ziele angeht, trotzdem eher bescheiden und zurückhaltend: "Wir wollen ein stabiles Element in der Bundesliga sein. Mit der Möglichkeit, auch immer mal wieder in die Phalanx der ganz Großen einzubrechen."

Inbesondere die Fans hätten mittlerweile einen viel bewussteren Umgang mit den Geißböcken. "Der Kölner ist positiv, nutzt jede Möglichkeit zu feiern, und dementsprechend geht er auch mit dem Leben um. Dieses Euphorische muss man nutzen", betonte der ehemalige Torwart, "andere Klubs mit der Vergangenheit wären längst in der Versenkung verschwunden."

Deswegen mache diesen Klub auch aus, dass er so resistent ist "gegen ein paar Geschichten - aufgrund der Lebensfreude, der Euphorie, dass eben alles nicht so schlimm ist. Das hat ihn durch die schwere Zeit getragen. Die Menschen haben den FC nie im Stich gelassen."

All dies führt dazu, dass Schmadtke auch bei der Auswahl der Spieler versucht, den speziellen Geist, der in der Domstadt herrscht, zu berücksichtigen. "Deswegen stellen wir vor Verpflichtungen auch ein paar andere Fragen in den Gesprächen mit den Spielern", gibt der Manager zu. "Wer hier spielt, der muss schon ein paar Gedanken im Kopf haben, die mit unseren Gedanken übereinstimmen."

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