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HIV-Geständnis der Basketball-Legende

Damals: Als Magic Johnson die Sportwelt schockte

07.11.2018 15:12
NBA-Legende Magic Johnson offenbar seine HIV-Erkrankung
NBA-Legende Magic Johnson offenbar seine HIV-Erkrankung

Am 7. November 1991 gab Basketball-Superstar Earvin "Magic" Johnson bekannt, mit dem HI-Virus infiziert zu sein. Ein monumentaler Augenblick für die US-amerikanische Gesellschaft, die NBA und nicht zuletzt für Johnson selbst.

Bevor Magic Johnson sich an jenem Herbsttag in einer denkwürdigen TV-Erklärung an die US-amerikanische Bevölkerung wandte, hatten sich kaum prominente Persönlichkeiten öffentlich zum Tabu-Thema Aids geäußert - geschweige denn nationale Sport-Ikonen.

HIV haftete damals noch das Stigma einer typisch homo- oder bisexuellen Krankheit an. Johnson, der später einräumte, sich bei einer seiner zahlreichen Affären angesteckt zu haben, nahm mit seinem Statement eine Pionier-Rolle ein. Er war es, der einer in der Öffentlichkeit tabuisierten Krankheit ein Gesicht gab. 

Seine Offenbarung kam damals einem Todesurteil gleich. "Wir dachten alle, dass Magic bald sterben würde", erinnerte sich sein damaliger Teamkollege James Worthy später.

Johnson selbst, bekannt für sein einnehmendes Zahnpasta-Lächeln und seinen ansteckenden Optimismus, gab sich aber stets kämpferisch. "Ich werde mein Leben dem Kampf gegen diese tödliche Diagnose widmen. Ich werde es besiegen. Wir sehen uns wieder", ließ er am Ende seines Statements verlauten.

Der damals 32-Jährige forderte zudem andere Erkrankte dazu auf, "das Leben nicht aufzugeben." Noch im selben Jahr gründete der Power Forward die 'Magic Johnson Foundation' zur Bekämpfung von HIV.

Magic Johnson trotz Ruhestand ins All-Star-Team der NBA gewählt

1992 wurde das All-Star-Game der NBA zur Bühne des ersten Erfolges für Johnson im Kampf gegen den Virus. Obwohl er offiziell im Ruhestand war, wählten ihn die Fans in die Starting Five der Western Conference.

Was folgte, war einer der denkwürdigsten Auftritte in der Geschichte des All-Star-Weekends überhaupt. Nach einer Gala-Performance mit 25 Punkten wurde Johnson zum zweiten Mal zum All-Star-MVP gewählt.

Emotionaler Höhepunkt: Nachdem der Lakers-Star kurz vor Schluss einen Dreier versenkte, schlossen ihn die Mitglieder beider Teams auf dem Court in die Arme.

Johnsons Triumphzug fand im gleichen Jahr seinen Höhepunkt. Zusammen mit dem legendären Dream Team holte er an der Seite von Michael Jordan, Larry Bird und Charles Barkley in Barcelona die olympische Goldmedaille.

Mit spektakulären Auftritten sorgten die US-Ikonen für einen weltweit einsetzenden Basketball-Boom.

NBA-Stars wollen kein Comeback von Magic Johnson 

Trotz dieser bemerkenswerten Erfolge ließ das Liga-Comeback von Johnson noch mehrere Jahre auf sich warten. 

Nach Olympia machten sich zahlreiche Profis - darunter federführend Karl Malone, in Barcelona noch Teamkollege von Magic - aufgrund der vermeintlich hohen Ansteckungsgefahr, gegen eine Rückkehr des fünffachen NBA-Champions stark.

Johnson gab an, "dem Spiel nicht schaden zu wollen" und zog sich vorerst aus dem aktiven Leistungssport zurück.

1994 folgte trotz allem die Rückkehr in den NBA-Zirkus - allerdings nicht auf dem Feld, sondern auf der Bank. Johnson wurde Coach bei den Los Angeles Lakers, seinem ehemaligen Team.

Das kurze Intermezzo dauerte jedoch gerade einmal 16 Spiele. Die Lakers verpassten die Playoffs. Nach dieser Enttäuschung räumte der 2,06 Meter große Hüne den Trainerstuhl wieder.

Magic Johnson: "Höre zu meinen Bedingungen auf"

Doch noch hatte der Vollblut-Basketballer nicht genug. In der Saison 1995/1996 streifte sich Johnson im Alter von 36 Jahren noch einmal das legendäre Lakers-Trikot mit der Rückennummer 32 über.

Nach dem frühen Playoff-Aus gegen die Houston Rockets erklärte er dann seinen endgültigen Rücktritt: "Ich höre zu meinen Bedingungen auf, davon konnte 1992 bei meinem abgebrochenen Comeback keine Rede sein."

Mittlerweile ist der heute 59-Jährige ein erfolgreicher Unternehmer. Seit 2017 fungiert er zudem als Präsident der Lakers. Johnson engagiert sich auch weiterhin für die Vorbeugung gegen HIV und wirbt für Safer Sex.

Falk Velten

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