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Week 7: Vermöbelte Vikings & kurioses Remis

24.10.2016 08:24
Und noch ein Fumble! Sam Bradford hatte mit der gegnerischen Defense zu kämpfen
© getty, Rich Schultz
Und noch ein Fumble! Sam Bradford hatte mit der gegnerischen Defense zu kämpfen

Die Vikings werden von den Eagles nach allen Regeln der Kunst zerpflückt, während die Patriots keine Probleme mit den geschwächten Steelers haben. Die Cardinals müssen unterdessen in die Overtime gegen die Seahawks.

Autsch! So in etwa dürfte Vikings-QB Sam Bradford nach der Partie gegen die Philadelphia Eagles reagiert haben. Für den Spielmacher der Gäste aus Minnesota war der Abend doppelt schmerzhaft: Zum einen die erste Niederlage der Saison, zum anderen unfassbare 19 (!) Hits, die Bradford über sich ergehen lassen musste.

Der Flop des Abends war in jedem Fall die O-Line der Vikings. Die bekam die gegnerischen Blitzes zu keinem Zeitpunkt der Begegnung in den Griff und machte ihrem Quarterback das Leben mehr als nur schwer. Die Statline von Bradford (24/41, 224 YDS, TD, INT, 2 FUM) ist Zeugnis eines rabenschwarzen Abends.

Fünf Turnover in zehn Minuten

Allerdings machten auch die Eagles nicht besonders viel richtig in der Offensive. Eagles-QB Carson Wentz warf vor der eigenen Endzone eine Interception, Bradford passte sich an und produzierte ebenfalls einen Fehlpass. Anschließend war es wieder Wentz, der den Ball per Fumble verlor, ehe auch Bradford das ovale Leder bei einem Sack nicht beschützen konnte.

Wer nun denkt so langsam müsse doch Fahrt in die Partie kommen, der irrt: Wentz hatte noch nicht genug und warf direkt die nächste Interception. Der Stand nach zehn gespielten Minuten: fünf Turnover. Vor der Partie hatten beide Teams zusammen gerade einmal drei Ballverluste produziert - Ligaspitze.

Touchdown über Special Teams

Für den ersten Touchdown sorgte dementsprechend auch das Special Team der Eagles - Josh Huff retournierte den Football über satte 98 Yards in die Endzone der Vikings. Ausgerechnet ein Kickoff-Return bescherte den Eagles die ersten Punkte in der Pleiten-und-Pannen-Partie.

Die anschließende Two Point Conversion verwandelte Wentz sicher. Einen Punt und ein Field Goal später stand es 11:3 für Philly - mit dem Punktestand ging es in die Halbzeit. Dort dürfte Vikings-Coach Mike Zimmer einige deutliche Ansagen in Richtung seiner O-Line gemacht haben.

Schöner Drive der Eagles

Die blieben allerdings ohne Wirkung. Auch im dritten und vierten Durchgang stand Bradford unter immensem Druck und konnte offensiv nicht mehr liefern. Die Eagles hingegen schafften es immerhin ein offensives Schmankerl aufs Grün zu zaubern: Zum Abschluss des einzig langen Drives der gesamten Partie fand Wentz seinen Receiver Dorial Beckham-Green in der Vikings-Endzone.

Der einzige Touchdown für die Gäste aus Minnesota kam viel zu spät und war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Somit gewannen die Eagles 21:10 vor heimischem Publikum. Am kommenden Spieltag müssen Wentz und Co. beim NFC-East-Rivalen, den Dallas Cowboys ran. Die Vikings hingegen haben mit den Chicago Bears eine etwas leichtere Aufgabe vor der Brust.

 

Weniger Pannen, dafür mehr Football bekamen die Fans im Heinz Field in Pittsburgh geboten. Die gastgebenden Steelers empfingen die New England Patriots. Das große Quarterback-Duell zwischen Ben Roethlisburger und Tom Brady blieb allerdings aus, da Big Ben derzeit an einem Meniskusriss laboriert.

Für Backup-QB Landry Jones begann der Abend denkbar bitter: Nach einem frühen Fumble von New Englands Chris Hogan hatte der 27-Jährige die Gelegenheit die Steelers in Führung zu bringen, warf in der gegnerischen Endzone allerdings eine Interception. Ausgerechnet in die Arme von Super-Bowl-Held Malcolm Butler.

Pats auf Playoff-Kurs

Auf der Gegenseite machte es Brady besser. Erst ein Touchdown-Pass auf James White und kurz danach ein Rush von LeGarrette Blount sorgten für eine komfortable Führung, der die Steelers die gesamte Begegnung hinterherliefen. Da half es der Truppe von Head Coach Mike Tomlin auch nicht, dass Kicker Chris Boswell einen ganz schwarzen Abend erwischte und zwei Field Goals nicht verwandeln konnte. Somit gewannen die Pats mit 16:27.

Nach der Partie gab Roethlisburger übrigens zu Protokoll, dass er gespielt hätte sofern es sich um eine Playoff-Partie gehandelt hätte. Ob Jones auch in der nächsten Woche gegen die Baltimore Ravens spielen wird ist also noch unklar - eine schlechte Bewerbung (29/47 281 YDS, TD, INT) lieferte er allerdings nicht ab.

Die Pats hingegen kommen immer besser in Fahrt. Mittlerweile stehen Brady und Co. bei einer Bilanz von sechs Siegen bei lediglich einer Niederlage. Am kommenden Spieltag geht es dann gegen die Buffalo Bills. Also den direkten Konkurrenten aus der AFC East. Sollten die Patriots auch hier gewinnen liegen sie endgültig auf Playoff-Kurs.

Keine Offensive in Arizona

Ebenfalls für die Postseason planen können wohl die Seattle Seahawks. Die Truppe von Head Coach Pete Carroll steht auf dem ersten Platz der NFC West und musste am Sonntag gegen die Arizona Cardinals antreten. Auf den ersten Blick eine lösbare Aufgabe, hatten die Cards zu dem Zeitpunkt doch gerade einmal drei ihrer sechs Spiele gewinnen können.

Allerdings entwickelte sich auf dem Feld eine Partie zum Vergessen. Arizona startete offensiv wieder mit kurzen Pässen und konnte sich so vorarbeiten. Gefährlich bis an die Endzone kamen Quarterback Carson Palmer und seine Offense aber nicht. Noch weniger lief bei Russell Wilson und seinem Offensiv-Korps zusammen.

Kein Seattle-First-Down

Im ersten Viertel erzielten die Seahawks nicht ein einziges First Down. Auch im Anchluss blieb die Partie extrem physisch. Punkte? Mangelware. Die ersten zauberten die Cardinals mit einem Field Goal aus 46 Yards auf die Anzeigetafel. Ein weiterer Versuch der Gastgeber aus Arizona wurde durch einen Sack vereitelt. Dementsprechend ging es mit 3:0 in die Halbzeit.

Auch nach der Pause blieb die Partie ein Schaulaufen für die Defenses beider Teams. Seattle kam aus der eigenen Hälfte gar nicht erst raus und die Cardinals konnten ihre guten Feldpositionen nicht in Punkte ummünzen. Vier Minuten vor dem Ende schaffte Wilson es sein Team in eine Field-Goal-Position zu dirigieren. Steven Hauschka verwandelte aus 40 Yards und rettete die Seahawks in die Overtime.

Overtime-Wahnsinn

Dort entwickelte sich das eigentliche Drama: Wieder lief bei beiden Teams nichts zusammen und wieder waren es die Kicker, die punkten. Zunächst Chandler Catanzaro für die Cards und im Anschluss erneut Hauschka. 6:6. Palmer führte sein Team erneut in die Hälfte der Gäste. Das Field Goal aus 25 Yards ging allerdings an den Pfosten.

Auftritt Russell Wilson. Der 27-Jährige tat es Palmer gleich und führte seinerseits die Seahawks bis auf 28 Yards an die Endzone der Cardinals. Doch auch Hauschka schaffte es nicht den Ball durch die Stangen zu befördern, traf stattdessen ebenfalls nur den Pfosten. Es gab also tatsächlich das Unentschieden!

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