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Gössner exklusiv: Mit neuer Waffe ganz nach vorn?

20.10.2016 10:06
Miriam Gössner will in der neuen Saison wieder vorne angreifen
© imago sportfotodienst
Miriam Gössner will in der neuen Saison wieder vorne angreifen

Miriam Gössner steckt derzeit mitten in der Vorbereitung auf die neue Biathlon-Saison, die am 25. November im schwedischen Östersund startet. Die 26-jährige aus Garmisch will nach einem misslungenen letzten Weltcup zurück zur internationalen Spitzenklasse und steht vor dem vielleicht wichtigstem Winter ihrer Karriere.

Mit sport.de sprach die Staffelweltmeisterin von 2012 über den aktuellen Stand der Saisonvorbereitung, die eigenen Zielsetzungen für 2016/2017 und den Blick auf die heimische und internationale Konkurrenz.

Frau Gössner, wie sieht derzeit die Trainingsarbeit bei Ihnen aus? In welchen Formen wird trainiert, knapp einen Monat vor Saisonbeginn?

Miriam Gössner: Ich habe meine Trainingsgruppe zu Hause in Garmisch, außerdem trainiere ich nachmittags auch viel alleine. Natürlich sind wir auch mit der DSV-Mannschaft zu vielen Lehrgängen unterwegs. Das ist also ganz unterschiedlich. Es wird immer noch viel auf Skirollern trainiert, beim letzten Lehrgang ging es am Dachstein für die Mannschaft zum ersten Mal auf den Schnee. Joggen steht auch noch auf dem Programm sowie natürlich Komplextraining, also Laufen und Schießen.

Im September sind Sie bei den Deutschen Biathlonmeisterschaften Neunte in der Pokalwertung geworden, in die Ergebnisse von fünf ausgetragenen Wettkämpfen fließen. Wie waren Sie insgesamt mit Ihren Leistungen bei den Sommerrennen zufrieden?

Läuferisch hat es sehr gut gepasst. Das hat mich selbst etwas überrascht, weil ich auf dem Skiroller sonst nie so schnell unterwegs bin. Im Schießen konnte ich noch nicht das zeigen, was ich eigentlich wollte. Ich muss aber zu meiner Verteidigung sagen, dass ich erst kurz davor meine neue Waffe bekommen habe. Das hat dann noch nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte – aber ich arbeite dran!

Ihre neue Sportwaffe soll Ihnen zu besseren Schießleistungen verhelfen. Erklären Sie bitte einmal, was sich genau verändert hat.

Es ist ganz einfach: Der Schaft der neuen Waffe ist ein bisschen kürzer als der alte, wodurch die Waffe insgesamt auch kürzer ist. Der Sinn und Zweck des Ganzen ist natürlich, dass ich mir eine Steigerung im Schießen erhoffe. Am Anfang hatte ich ein paar Probleme mit der Umstellung, das war erst gar nicht so leicht für mich. Mittlerweile komme ich aber schon ganz gut zurecht.

Gab es im Laufe der Vorbereitung noch weitere Stellschrauben, an denen Sie gedreht haben?

Der Anschlag mit der neuen Waffe ist anders, daran muss ich mich gewöhnen und das kostet Zeit und Wiederholungen. Sonst habe ich nichts großartig verändert, dazu gab es keinen Grund.

Beim Blick auf die nationale Konkurrenz: Welche Rolle werden Sie im DSV-Team in diesem Winter mit dem Saisonauftakt in Östersund spielen können?

Welche Platzierungen möglich sein werden, ist immer sehr schwierig zu sagen. Im Biathlon kann man es sowieso nicht sagen. Ich kann noch so gut drauf sein, im Rennen machen dann aber Kleinigkeiten den Unterschied aus. Von daher muss ich das Ganze entspannt sehen und einfach versuchen, meine Arbeit gut zu machen.

Gibt es dennoch ein Ziel, welches Sie sich für den Winter 2016/2017 gesetzt haben?

Ich finde diese Frage immer recht schwierig und mag es eigentlich nicht, dazu konkrete Aussagen zu machen. Ich weiß, was ich zu tun habe und arbeite hart daran. Dann passt das Ergebnis meist von ganz alleine. Ich will erst einmal im Vorfeld einen guten Job machen und nicht schon über irgendwelche Ergebnisse nachdenken.

Ist denn die letzte Saison komplett abgehakt und raus aus Ihrem Kopf? Denn da waren Sie mit den meisten Weltcup-Stationen nicht zufrieden.

Ja, eigentlich schon. Groß über das Alte nachzudenken bringt einem nichts; denn das ist eh vorbei und ich kann es nicht mehr ändern. Ich möchte es in dieser Saison auf jeden Fall wieder besser machen!

Was trauen Sie denn Ihren Kolleginnen im DSV zu?

Ich traue allen Mädels aus der Mannschaft wieder viel zu. Sie haben alle gut trainiert, können vor allem alle sehr gut schießen. Wenn wir unseren Job vernünftig machen, sind alle von uns in der Lage, Top-Ergebnisse zu bringen. Ganz egal, wer es dann letztlich ist.

Wie ist Ihre Einschätzung, was die internationale Konkurrenz angeht? Wer wird im bevorstehenden Winter wieder ganz vorne mitlaufen?

Im Großen und Ganzen werden es wohl wieder dieselben Mädels sein, wie schon in den letzten Jahren. Ich glaube nicht, dass von denen eine vorne rausfällt. Es wollen sich natürlich alle immer weiter verbessern und auch ganz vorne mitlaufen – wir werden aber erst im Laufe der Saison sehen, wem das am besten gelingt.

Wie bereits angesprochen geht es in Östersund los, die deutschen Stationen in Oberhof und Ruhpolding folgen im Januar, die WM findet dann im Februar in Hochfilzen (Österreich) statt. Was ist Ihr persönliches Highlight in der kommenden Saison?

Erst einmal freue ich mich einfach sehr, dass es bald losgeht. Jeder Ort hat dann etwas für sich. In Östersund herrscht immer eine wahnsinnig schöne Atmosphäre. Die WM in Hochfilzen wird auch etwas ganz Besonderes, weil da bestimmt sehr, sehr viele deutsche Fans hinkommen werden und es für uns wie eine Heim-WM wird.

In diesem Sommer waren Sie auch abseits des Biathlons sehr aktiv, haben an der deutschen Mountainbike-Meisterschaft und beim Berlin-Marathon teilgenommen. Was haben Sie von diesen Großevents mitnehmen können?

Ich habe auf jeden Fall die Freude und die Begeisterung mitgenommen, die mir entgegengebracht wurden. Vor allen Dingen beim Berlin-Marathon. Was die Menschen da für eine Stimmung gemacht haben – unglaublich!

In wieweit merken Sie jetzt schon einige Wochen vor Saisonstart, dass der Wintersport wieder in den Fokus auch des öffentlichen Interesses rückt?

Mit den Deutschen Meisterschaften werden die Leute wieder aktiver. Aber es dauert ja noch ein bisschen, bis es richtig losgeht. Ich kann mir im Moment noch gar nicht recht vorstellen, wie es ist, wenn wir in den Schnee gehen, ich wieder in den gewohnten Tritt komme und dann am Start stehe.

Wie sieht in den nächsten Wochen Ihr weiterer Zeitplan aus?

So viel Zeit ist eigentlich gar nicht mehr. Ich bin jetzt noch ein bisschen daheim, dann starten wir Anfang November nach Norwegen zur weiteren intensiven Vorbereitung auf Schnee. Ich fahre schon ein bisschen früher hoch, weil meine Familie von dort kommt und meine Schwester auch mitfahren wird. Eine Woche nach mir wird dann auch der Rest der Mannschaft anreisen, dann geht es in die letzte Phase der Vorbereitung. Von da aus geht es direkt zum Weltcup-Auftakt nach Östersund.

Das Gespräch führte Mats-Yannick Roth

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