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Wer behält die Nerven? Wittmann vs. Mortara

13.10.2016 11:51
Marco Wittmann und Edorado Mortara fighten um die DTM-Krone
© imago sportfotodienst
Marco Wittmann und Edorado Mortara fighten um die DTM-Krone

 Dem vergebenen Matchball trauerte Marco Wittmann nicht lange nach. Warum auch? Vor dem DTM-Saisonfinale am Wochenende in Hockenheim hat der BMW-Pilot alle Trümpfe in der Hand - und doch hält sich der Bayer mit Kampfansagen zurück.

"Es ist ein gutes Gefühl, zu den letzten beiden Rennen der Saison nach Hockenheim zu reisen und noch die Chance auf den Titel zu haben", sagt der 26-Jährige. Wittmann weiß: Erledigt er seine Aufgabe auf der Strecke, ist ihm die zweite Meisterschaft nach 2014 nicht zu nehmen.

Mit 14 Zählern Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Edoardo Mortara (Italien/Audi) geht Wittmann in die letzten beiden Saisonrennen am Samstag (14:58 Uhr) und Sonntag (15:18 Uhr). Auch Routinier Jamie Green (Audi) hat noch kleine Chancen, aber angesichts seiner 39 Zähler Rückstand auf die Spitze muss der Brite auf Ausrutscher seiner Konkurrenten hoffen. Und diesen Gefallen werden ihm Mortara und Wittmann, die beiden prägenden Fahrer dieser Saison, aller Voraussicht nach nicht tun.

Der Schlüssel zum Erfolg, so Wittmann, sei es, die Nerven zu bewahren. "Nun müssen wir das Saisonfinale mit kühlem Kopf angehen und uns möglichst aus allen Rangeleien heraushalten. Das wird gar nicht so einfach, denn die Rennen in Hockenheim sind erfahrungsgemäß immer sehr actionreich", sagt er. Konkret heißt das: Wittmann wird das große Risiko scheuen und wie schon das gesamte Jahr über auf Kontrolle setzen. Ganz nebenbei kommt hinzu, dass Wittmann in einem BMW M4 sitzt, der in diesem Jahr durch das DTM-Regelwerk massiv begünstigt wurde (geringeres Grundgewicht, mehr Aerodynamik durch einen breiteren Spoiler).

Gefragt: "Der perfekte Job"

All das will der 29-jährige Mortara komplett ausblenden. "Wir werden sicher einige Punkte machen, und er darf sich keinen Fehler erlauben. Es wird nicht so einfach für ihn", sagte der Italiener dem Magazin Auto Bild Motorsport: "Es gibt keinen klaren Vorteil oder Nachteil im Vergleich zu Marco. Es gibt auch keine Taktik oder irgendwelchen Strategien. Wir müssen einfach einen perfekten Job machen und besser sein als er."

Dass Mortara in Hockenheim besser sein kann als Wittmann, hat er bereits beim Saisonauftakt bewiesen, als er im Badischen das erste Rennen des Jahres gewann. Auch die aktuelle Form mit zwei Siegen aus den vergangenen drei Rennen spricht für den Audi-Piloten, außerdem sind die Ingolstädter beim Saisonfinale seit zwei Jahren ungeschlagen.

Was all die Statistiken und Rechenspielchen letztlich wert sind, wird sich am Wochenende zeigen, wenn es auf dem Hockenheimring zur Entscheidung kommt. Davor jedenfalls soll es "keine Psychotricks" geben, betont Mortara: "Ich konzentriere mich auf mich und versuche die bestmögliche Leistung zu bringen." Das wird auch Wittmann so sehen.

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