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BVB-Fanklub kapituliert vor rechter Hetze

10.10.2016 14:23
Auf der Südtribüne gibt es Probleme mit rechten Fans
Auf der Südtribüne gibt es Probleme mit rechten Fans

Rechtsextreme Fangruppierungen sorgen bei Borussia Dortmund immer wieder für Negativschlagzeilen. Die derzeit berüchtigste hat nun mit dafür gesorgt, dass sich der Fanklub "BVB-Freunde Deutschland" aus dem aktiven Kampf gegen Rechts zurückgezogen hat.

Wie die Gruppe auf ihrer Webseite in einem Statement bekanntgab, habe die berüchtigte Hooligan-Fraktion "0231RIOT" das Kommando auf der Südtribüne übernommen. "Viele der Ultras haben Angst, Paroli zu bieten oder sympathisieren insgeheim mit ihnen, die normalen Fans werden bedroht wenn Sie etwas sagen. Geschlossenheit zwischen Ultras und den normalen Fans vermisst man stetig. Jeder fährt sein eigenes Programm ab, während die Probleme sich weiter dramatisieren", schrieben die BVB-Freunde.

"Wir haben zahlreiche Morddrohungen erhalten, Anrufe mit Gewaltandrohungen, tausende Mails mit rechtem Gedankengut und auch der Postbote brachte Briefe mit skurrilen Inhalten", ergänzte der Fanklub.

Kritik aus den eigenen Reihen

Ein weiterer Grund für das zumindest vorübergehende Ende des Einsatzes gegen rechte Umtriebe in der Dortmunder Fanszene seien die Vorkommnisse gewesen, als man Mitglieder der rechtspopulistischen Partei AfD aus dem Fanklub ausgeschlossen habe. "AfD-Mitglieder und -Sympathisanten müllten uns mit Parteiwerbung zu, machten Aktiv gegen die Flüchtlingspolitik und feindeten unsere weiblichen User/Fans an", so die BVB-Freunde. Es habe zudem auch Kritik an der Maßnahme aus den eigenen Reihen gegeben.

Insgesamt sei das Interesse an Kampagnen gegen Rechtsradikalismus zuletzt merklich kleiner geworden. "Die aktive Unterstützung gegen rechts war nicht mehr stark. Das Internet ist nur noch nach rechts mutig, haben wir den Eindruck. Aber auch in der wirklichen Welt sieht es nicht anders aus", heißt es in der Stellungnahme. Man fühle sich nun mit den Problemen alleingelassen.

Die 2004 gegründeten BVB-Freunde hatten in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben mehr als 200 Dialoge mit Rechten geführt. Zudem waren sie zahlreiche Partnerschaften mit anderen Vereinen und Organisationen zu dem Thema eingegangen.

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