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Labbadia nach Fehlstart ratlos und gereizt

18.09.2016 12:38
HSV-Coach Bruno Labbadia war nach der Niederlage gegen Leipzig dünnhäutig.
HSV-Coach Bruno Labbadia war nach der Niederlage gegen Leipzig dünnhäutig.

Auf Fragen zu seiner Zukunft hatte Bruno Labbadia nun wirklich keine Lust. Dünnhäutig und verärgert brach der Trainer des Hamburger SV ein TV-Interview ab. Die Krise des Bundesliga-Dinos hat beim einstigen Retter Spuren hinterlassen.

Saisonübergreifend ist sein HSV 2016 die schlechteste Mannschaft der Liga. Für die bittere 0:4-Pleite gegen Aufsteiger RB Leipzig bekamen Labbadia und seine Profis ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen zu hören. "Wir haben 4:0 gegen Leipzig verloren - das sagt doch alles. Mir tut es für jeden von uns leid, der heute unsere Farben tragen musste", sagte Lewis Holtby.

Mehr als 30 Millionen Euro investierte der HSV im Sommer in die Mannschaft. Labbadia setzt aber zum großen Teil noch auf die alten Spieler. Die Frage, die sich viele Hamburger nach drei Spieltagen in der Bundesliga und nur einem Punkt stellen: Ist Labbadia der Richtige, um eine Spitzenmannschaft zu formen?

Neuzugänge noch ohne Wirkung

"Das ist Schnee von gestern. Ich war verärgert über unser Spiel", sagte Labbadia am Tag nach der 0:4 (0:0)-Pleite gegen den starken Aufsteiger RB Leipzig zum Tuschelthema nach dem Abpfiff. Der 50-Jährige hatte ein Interview mit "Sky" vorzeitig beendet, weil ihm die Fragen nach einer möglichen Trainerdiskussion deutlich verfrüht erschienen.

Klubboss Dietmar Beiersdorfer stellte sich am Sonntag, nach einer für ihn "harten Nacht", vor den Coach, der die Hanseaten nach dem Relegationsdrama 2015 im letzten Jahr auf Platz zehn in der Liga führte. "Bruno Labbadia hat schon oft bewiesen, dass er eine Mannschaft kurzfristig wieder aufbauen kann", sagte der 52 Jahre alte Vorstandsvorsitzende, betonte aber auch, dass er eine Reaktion erwartet: "Jeder muss sich hier an die eigene Nase fassen."

Der 50-Jährige brachte nach öffentlichem Druck erstmals den brasilianischen Neuzugang Douglas Santos. Alen Halilovic kam erst in der 70. Minute aufs Feld, da führte RB Leipzig bereits mit 1:0. 120 Sekunden später stand es 2:0 für die Gäste. Für den vom FC Barcelona ausgeliehenen Profi nahm Labbadia Aaron Hunt vom Platz. Er sollte den HSV als offensiver Regisseur führen. Nach einer vergebenen Großchance in der 45. Minute spielte Hunt aber immer unsicherer. "Aaron hat das beschäftigt", gab Labbadia zu. Letztlich erlebte die gesamte Mannschaft wie schon beim 1:3 in Leverkusen einen Einbruch.

Spiel über die Flügel ohne Abnehmer im Strafraum

Sein Trainer wollte mit schnellem Flügelspiel den Gegner überlisten und dann zuzuschlagen. Die 22 Flanken der Hamburger fanden aber keine Abnehmer. Bobby Wood verlor fast alle Kopfballduelle. Pierre-Michel Lasogga hatte Labbadia aus dem Kader verbannt - eine Begründung blieb Labbadia bislang schuldig.

Angesprochen auf die Gesamtsituation und eine mögliche Diskussion um seine Person, reagierte Labbadia nach der Pleite gegen die ungeschlagenen Leipziger gereizt. Mit 2:8 Toren aus drei Spielen und dem einen Punkt durch das Auftakt-1:1 gegen den noch sieglosen FC Ingolstadt dümpelt seine Mannschaft in den untersten Regionen der Tabelle.

Gegen die Leipziger ging es letztlich schnell. Eine Halbzeit lang passierte wenig, dann gelang Emil Forsberg per Foulelfmeter die Führung (65.). Zwölf Minuten später stand es nach den beiden Treffer von Timo Werner (72.,77.) 3:0. Davie Selke (90.+1) stellte in der Nachspielzeit den Endstand her. "Wir hatten uns viel vorgenommen, Knackpunkt war, dass wir nicht selber ein Tor gemacht haben", lautete Labbadias Analyse. Die Möglichkeit, es besser zu machen, haben er und seine Mannschaft schon am Dienstag beim SC Freiburg, am Samstag kommt der deutsche Rekordmeister FC Bayern München.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund16123142:172539
2Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach16103335:161933
3Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern1593332:181430
4RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig1584328:141428
5Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt1582532:181426
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg1674524:20425
7Hertha BSCHertha BSCHertha BSC1666425:24124
81899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim1565430:21923
9Werder BremenWerder BremenSV Werder1563625:25021
101. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 051554614:19-519
11Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen1553721:27-618
12SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg1545619:24-517
13FC AugsburgFC AugsburgAugsburg1636723:26-315
14FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 041543816:21-515
15Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf1643918:33-1515
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart16421011:32-2114
171. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg1625914:37-2311
18Hannover 96Hannover 96Hannover 961524916:33-1710
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