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Rio-Ass Behre: Die Party wird historisch

15.09.2016 18:09
David Behre will den Zuckerhut rocken
© imago sportfotodienst
David Behre will den Zuckerhut rocken

Um einen Wimpernschlag hat David Behre bei den Paralympics in Rio den Sieg über die 400-Meter-Laufstrecke und damit die Nachfolge von Oscar Pistorius verpasst, nach seinem Silberlauf stellte sich der Deutsche der Presse.

Herr Behre, Sie haben über 400 m die Nachfolge von Oscar Pistorius verpasst, aber in Europarekordzeit Silber gewonnen. Welches Gefühl überwiegt?

David Behre (30, Staffel-Paralympicssieger): Ja, das ist eine Niederlage. Aber es war so so knapp. 0,03 Sekunden sind ein Wimpernschlag. Ich hätte gerne die Nachfolge von Oscar angetreten. Aber mit der Zeit ist Silber auch viel wert.

Es ist ihre dritte Medaille in Rio.

Ja, jetzt habe ich immerhin den kompletten Satz voll. Insgesamt waren das gigantische Spiele für mich.

Haben Sie eine Ahnung, wie viele Europarekorde Sie in Rio gelaufen?

Nein.

Vier. In jeder Disziplin einen.

Ich kann mit Stolz sagen, dass ich auf dem Höhepunkt meinen Leistungszenit erreicht habe. Ich weiß nicht, ob ich je wieder so schnell laufen werde. Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich das alles blind unterschrieben. Über 400 m waren selbst bei den Nichtbehinderten in diesem Jahr nicht viele schneller als ich.

Sie sind insgesamt siebenmal in sieben Tagen gestartet. Wie kaputt sind Sie?

Ich bin schon froh, dass die Strapazen zu Ende sind und ich in den wohlverdienten Urlaub gehen kann. Es war nicht nur eine anstrengende Woche. Der gesamte Zyklus von vier Jahren war es. Bei meinem Trainer Karl-Heinz Düe, den ich mit diesem Rennen in Urlaub geschickt habe, qualmt es immer schön im Training.

Werden Sie nun auch ihren 30. Geburtstag vom Dienstag nachfeiern?

Und wie. Das wird ein historischer Abend im Deutschen Haus. Dann werde ich noch ein paar Tage den Zuckerhut rocken. Und den Siegerflieger nach Hause kriegen wir auch noch leergetrunken.

Mathias Mester ist an seinem 30. Geburtstag mit DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher in den Pool gesprungen.

Das werde ich auf keinen Fall tun. Ich bin der schlechteste Schwimmer der Welt.

Werden Sie bei den nächsten Paralympics 2020 nochmal dabei sein?

Die WM 2017 in London und die EM 2018 in Berlin mache ich auf jeden Fall noch. Da wird die Bude kochen, da sage ich als Alter den Jungen den Kampf an. Danach muss ich schauen, ob ich mich motivieren kann und Sponsoren mich noch unterstützen wollen. Ich bin dann schließlich schon 34, und irgendwie muss ich ja mein Geld verdienen.

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