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Rost schimpft: HSV erfüllt den Anspruch nicht

13.09.2016 08:09
Frank Rost kritisiert seinen Ex-Klub
Frank Rost kritisiert seinen Ex-Klub

Frank Rost hat vier Jahre in Hamburg gespielt und kennt die Hanseaten gut. Er ist sich sicher, dass es auch in dieser Saison keinen Höhenflug des Klubs geben wird. Die Gründe dafür seien offensichtlich.

"Der HSV ist stabiler als in den letzten Jahren", sagte der Ex-Torwart in der "Bild", um sofort hinzuzufügen: "Aber mehr als ein Mittelfeld-Platz ist aus meiner Sicht nicht drin."

Es sei doch immer das Gleiche. Jedes Jahr werde "getrommelt und Geld ausgegeben", jedoch laut Rost für Verstärkungen auf den falschen Positionen, wie im Fall des Gold-Brasilianers Douglas Santos. "Was will man auf der Außenbahn bewirken?", kritisiert der 43-Jährige, "wenn ich investiere, dann gezielt in zentrale Figuren, die auf ihrer Position die Übersicht haben."

Der Rolle und dem Einfluss von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne steht Rost zwiespältig gegenüber. "Ohne ihn läuft beim HSV nichts mehr. Ohne ihn wäre der Verein schon weg." Allerdings sei der Torwart auch schon "immer ein Befürworter des e.V." gewesen und ist "der Meinung, dass man die Geschichte und die Tradition pflegen sollte." Rost weiter: "Der Fußball hat ein bisschen seine Seele verkauft." Investoren seien aber mittlerweile ein adäquater Weg, ist sich der 43-Jährige sicher, hofft aber, dass es nicht der einzige bleibt. "Ich bin von der alten Schule. Klubs wie Dortmund und Schalke, das sind Fußball-Vereine."

"Die Dose steht im Vordergrund"

Mit Blick auf die Zukunft des Hamburger Bundesliga-Dinos, glaubt Rost nicht, dass es deutlich aufwärts geht und macht das an der Entwicklung der letzten Jahre fest. "Wenn ich meine Ex-Klubs im Norden, Werder und den HSV anschaue, ist es doch so: Die einen sind froh, wenn sie am Leben bleiben. Die anderen träumen von mehr und können den Anspruch nicht erfüllen."

Am Wochenende erwartet der Hamburger SV die Roten Bullen aus Leipzig. Rost spielte selbst in seiner Jugend bei verschiedenen Leipziger Vereinen und zum Abschluss seiner Karriere bei den New York Red Bulls. Er glaubt, dass RB in Zukunft eine gute Rolle in der Bundesliga spielen wird. "Es ist vieles über das Geld geregelt. Das haben sie." Obwohl er Traditionalist ist, schätzt er die Strategie des Unternehmens nüchtern ein: "RB ist ein Lifestyle-Produkt. Die Dose steht im Vordergrund, davon lebt das Unternehmen." 

Sportlich warnt Rost die Hanseaten vor dem Aufsteiger. "Wenn sie so spielen wie gegen Dortmund, wird es für den HSV verdammt schwer. "

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