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Bronze! DHB-Team stürmt zur Medaille

21.08.2016 17:05
Dagur Sigurðsson und die DHB-Herren gewannen das kleine Finale gegen Polen
© getty, Lars Baron
Dagur Sigurðsson und die DHB-Herren gewannen das kleine Finale gegen Polen

Glänzender Abschluss, Medaillen-Traum erfüllt: Die deutschen Handballer sind bei den Olympischen Spielen zu Bronze gestürmt. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurðsson bezwang den WM-Dritten Polen im Spiel um Platz drei souverän mit 31:25 (17:13) und krönte ein überragendes Jahr mit der ersten Olympia-Medaille für Deutschland seit Silber 2004 in Athen.

Mut, Wille, Leidenschaft: Das deutsche Team überzeugte auch am Sonntag mit jenen Tugenden, die es schon über das gesamte Turnier gezeigt hatte. Vor den Augen des früheren Weltmeister-Coaches Heiner Brand ließ sich die DHB-Auswahl selbst von einem frühen Rückstand nicht beeindrucken und gewann dank einer deutlichen Leistungssteigerung im Angriff hoch verdient.

Beste Werfer beim Europameister waren Tobias Reichmann mit sieben Treffern und Kapitän Uwe Gensheimer (6 Tore). Zudem sorgten die beiden Torhüter Andreas Wolff und Silvio Heinevetter mit ihren Paraden immer wieder für Jubelausbrüche bei DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf der Tribüne. Die Bronzemedaille bereitete der gesamten deutschen Olympia-Mannschaft einen glänzenden Abschluss.

"Jetzt ist der absolute Traum in Erfüllung gegangen. Nach dem EM-Titel noch eine Medaille - das ist fantastisch. Uns gehört die Zukunft", sagte Teamchef Bob Hanning. "Das ist ein unglaublich geiles Gefühl. Wir hatten eine Medaille als Ziel, und das haben wir erreicht", sagte Julius Kühn, und Patrick Wiencek fügte hinzu: "Jeder ist für den anderen gestorben. Bronze macht uns stolz."

"Das ist ein unglaublich schöner Moment. Ich bin unglaublich stolz, jetzt aber auch ein bisschen müde", meinte Dagur Sigurðsson: "Ich bin so glücklich für die Spieler. Die Mannschaft hat eine neue Stufe erreicht."

Gold 2020 keine Utopie

Die Vorstellungen von Gensheimer und Co. in der Future Arena von Rio lassen auf eine goldige Zukunft hoffen - das anvisierte Olympiagold 2020 ist keine Utopie, bei der WM im Januar zählen sie zum Favoritenkreis. Sieben Monate nach dem überraschenden EM-Triumph spielten Sigurdssons Olympia-Debütanten in Rio ein bärenstarkes Turnier und vollzogen mit sechs Siegen in acht Spielen endgültig ihre Rückkehr in die Weltspitze. Dem souveränen Gruppensieg folgten imponierende Auftritte in der K.o.-Phase.

Im Gedächtnis bleibt vor allem der 34:22-Kantersieg im Viertelfinale gegen Vize-Weltmeister Katar und die famose Aufholjagd im Halbfinale gegen Frankreich, als Deutschland in der Schlussviertelstunde einen Sechs-Tore-Rückstand wettmachte und erst in letzter Sekunde den entscheidenden Gegentreffer kassierte.

"Sind mitten in der Weltspitze"

"Wir sind nicht bloß dran, sondern wieder mittendrin in der Weltspitze", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Dabei habe das Team "noch eine ganze Menge Luft nach oben. Das große Ziel heißt nach wie vor ganz klar Olympiagold 2020 in Tokio und nichts anderes. Das ist absolut realistisch."

Die Partie gegen Polen begann allerdings alles andere als verheißungsvoll. Durch einige Fehlwürfe und technische Fehler vor allem im Angriff lag die DHB-Auswahl nach einer Viertelstunde mit 5:8 zurück.

Erst ein gehaltener Siebenmeter von Heinevetter leitete die Wende ein. Dank fünf Toren in Folge übernahm Deutschland das Kommando und baute die Führung kontinuierlich aus. Ein Traumtor von Rechtsaußen Reichmann unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff zum 17:13 bejubelte Sigurdsson mit Siegerfaust und lautem Gebrüll.

Reichmann besorgt die Entscheidung

Auch im zweiten Abschnitt blieben die Deutschen, die schon das Vorrundenduell gegen die Polen (32:29) gewonnen hatten, am Drücker. Sie trafen aber auch weiter auf entschlossene Gegenwehr der Polen, die immer wieder von Trainerfuchs Talant Duschebajew angetrieben wurden.

Als aber der bärenstarke Reichmann mit einem Doppelschlag in der 38. Minute auf 21:15 erhöhte, litt die Körpersprache der Polen doch sichtbar. Ihnen waren auch die Strapazen des Halbfinal-Krimis gegen Dänemark (28:29 nach Verlängerung) mit zunehmender Spieldauer deutlich anzumerken. Die DHB-Auswahl blieb dagegen hochkonzentriert und ließ keine unnötige Spannung mehr aufkommen.

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