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Goldjunge Bolt tritt ab: Was nun?

21.08.2016 16:38
Usain Bolt dominierte auch in Rio
© getty, Cameron Spencer
Usain Bolt dominierte auch in Rio

Bolt, Bolt, Bolt: Der Jamaikaner hat den Olympischen Spielen mit seinen Goldmedaillen Nummer sieben bis neun den Stempel aufgedrückt. Ohne den Superstar droht der Leichtathletik die große Depression.

Usain Bolt ließ es noch einmal krachen. "Es ist vollbracht", sagte der Superstar, als er sein Triple-Triple perfekt gemacht hatte. Immer wieder meinte Bolt: "Ich bin der Größte. Ich bin der Größte." Dem neunten Gold folgte die große Party. Bolt feierte in Rio de Janeiro bei Samba und Caipirinha sowie im Maracana beim Fußballfinale seinen Legendenstatus - und am Sonntag den 30. Geburtstag. Auch Freundin Kasi Bennett war ganz aus dem Häuschen, selbst Prinz Harry war unter den zahlreichen Gratulanten.

Für Bolt war Rio eine große Sause, die Leichtathletik strahlte noch einmal in seinem Glanz. Doch nun droht die tiefe Depression, am Zuckerhut rannte der Jamaikaner das letzte Mal auf der Olympia-Bühne. Alle fragen sich jetzt: Wie soll es ohne Bolt weitergehen?

Kein neuer Bolt in Sicht

"Der Mann ist ein Genie. Seit Muhammad Ali hat niemand die Phantasie der Leute so angeregt", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe der Nachrichtenagentur "AFP" über Bolt. Der Mann aus Trelawny werde eine "riesige Lücke" hinterlassen, doch die Welt werde sich trotzdem weiter drehen. Die Leichtathletik könne diese Lücke zwar nicht "über Nacht füllen, aber es gibt große, talentierte Athleten da draußen".

Das mag stimmen, aber unter ihnen ist derzeit kein neuer Bolt. Nach 2008 und 2012 holte der Jamaikaner mit Ansage auch am Zuckerhut über 100 m, 200 m und 4x100 m den Hattrick - das hatte es noch nie gegeben. Doch es sind nicht nur die Leistungen, die die Fans ins Stadion locken. Bolt hat Charisma, er liefert den Menschen eine Show. Er muss nur mit der Augenbraue zucken und alle flippen aus. "Die Leute lieben mich", sagte Bolt, der sich auch im Maracana umschwärmen ließ.

De Grasse meldet Ansprüche an

Im Gegensatz zu Schwimm-Star Michael Phelps wird Bolt seine Karriere nicht direkt nach den Spielen beenden. Noch ein Jahr wird der Weltrekordler über die Laufbahnen dieser Welt jagen, nach der WM 2017 in London soll endgültig Schluss sein - und die Leichtathletik verliert ihr strahlendstes Gesicht. Bolt selbst sieht das alles nicht so dramatisch.

"Jüngere werden nachkommen, es sieht so weit gut aus", sagte Bolt, als er nach Olympia-Goldmedaillen mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichgezogen hatte. Er brachte den Namen Andre de Grasse als seinen möglichen Nachfolger ins Spiel, der erst 21 Jahre alte Kanadier hat in Rio Silber über die 200 m sowie Bronze über 100 m und die Staffel gewonnen. De Grasse meinte schon mal frech: "Wenn seine Zeit abgelaufen ist, wird ein Neuer den Platz einnehmen."

Doch das ist nach Rio schwieriger denn je. "Ich hoffe, ich habe die Latte hoch genug gelegt, damit das niemand wieder schafft", sagte Bolt, nachdem er der sportlichen Unsterblichkeit ziemlich nahe gekommen war. Mit "Hingabe, Arbeit, Schweiß und Tränen" habe er das erreicht, sagte Bolt: "Ich habe meinen Sport auf eine andere Ebene gehoben." Ohne ihn wird der Leichtathletik, wird der Sportwelt etwas fehlen.

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