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Doping-Betrüger Tsikhan holt Hammer-Silber

20.08.2016 04:39
Ivan Tsikhan hat in Rio Silber gewonnen
Ivan Tsikhan hat in Rio Silber gewonnen

Ivan Tsikhan lachte, der Hammerwerfer legte sich die weißrussische Fahne um die starken Schultern und klatschte sich selber Beifall. Tsikhan war mit sich zufrieden, er hatte mit 77,79 m Olympia-Silber gewonnen. Aber es ist gut möglich, dass der 40-Jährige seine Medaille in ein paar Wochen wieder abgegeben muss. Es wäre nicht das erste Mal.

Tsikhan ist einer der schlimmsten Doper der Leichtathletik-Geschichte, dass er überhaupt in Rio de Janeiro starten durfte und sich nur dem neuen Olympiasieger Dilshod Nazarov aus Tadschikistan (78,68) geschlagen geben musste, ist ein Skandal. Bronze ging an den Polen Wojciech Nowicki (77,73).

Rund die Hälfte seiner Erfolge ist dem Vize-Europameister Tsikhan in loser Folge aberkannt worden, weil über Nachtests herauskam, dass er mit dem kompletten Sortiment einer Durchschnitts-Apotheke betrogen hatte. Den WM-Titel 2005 und EM-Gold 2006 verlor Tsikhan wegen Testosteron-Missbrauchs, Olympia-Silber 2004 wegen Steroid-Dopings.

Olympia-Bronze 2008 erhielt Tsikhan aufgrund eines Urteils des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zurück, aus den Startlisten von Olympia 2012 wurde er nach Bekanntwerden positiver Tests gestrichen. Die Weltmeister-Titel von 2003 und 2007 durfte er behalten, wenngleich kaum jemand in der Szenen davon ausgeht, dass Tsikhan ausgerechnet da sauber war.

Russland, das ist erwiesen, hat es in Sachen Doping toll getrieben. Die weißrussische Kaltschnäuzigkeit aber lässt die Russen fast wie Anfänger im Manipulations-Business aussehen. Präsident des weißrussischen Leichtathletik-Verbandes ist Wadim Dewjatowski. Der Mann ist Olympia-Zweiter im Hammerwurf von 2008, seine Medaille behielt er nur durch ein zweifelhaftes CAS-Urteil, um eine lebenslange Dopingsperre kam er so herum.

Als Ende Juli bekannt wurde, dass die weißrussische Hammerwerferin Oksana Menkova bei ihrem Olympiasieg 2008 gedopt war und ihre Goldmedaille wohl verlieren wird, beschimpfte ihr Trainer Waleri Woronzow die Welt-Anti-Doping-Agentur öffentlich als "Terror-Organisation".

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