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Klasse, Jungs! Deutschland holt Hockey-Bronze

18.08.2016 18:48
Der Lohn eines starken Turniers: Deutschland holt Bronze
© getty, David Rogers
Der Lohn eines starken Turniers: Deutschland holt Bronze

Bronze als emotionaler Schlusspunkt einer goldenen Karriere: Die deutschen Hockey-Männer haben das kleine Finale in Rio der Janeiro mit 4:3 im Penalty-Schießen gegen den Erzrivalen Niederlande gewonnen und ihrem Kapitän Moritz Fürste einen glänzenden Abschied bereitet.

Nach den Goldmedaillen von Peking 2008 und London 2012 war es das dritte olympische Edelmetall für den 31-Jährigen, der vor dem Spiel sein Karriereende in der Nationalmannschaft angekündigt hatte.

Nach 60 Minuten hatte es 1:1 (0:0) gestanden. Mats Grambusch (42.) glich die Führung der Niederlande durch Jorrit Croon (35.) schnell aus und wahrte dem Team von Bundestrainer Valentin Altenburg die Chance auf die dritte Medaille nacheinander bei Olympia - auch 2004 in Athen hatten die deutschen Männer Bronze gewonnen. Im Penalty-Schießen musste Fürste als letzter Schütze dann gar nicht mehr antreten: Torhüter Nicolas Jacobi hielt zuvor den Versuch des Niederländers Sander de Wjin.

"Es ist schön, dass verdiente Spieler belohnt worden sind", sagte Mittelfeldspieler Tobias Hauke über Kumpel Fürste: "Wir haben aufopferungsvoll gearbeitet, da ist es großartig, mit einer Medaille nach Hause zu fahren. Wir haben es geschafft, komplett im Tunnel zu sein."

Es war ein befreiender Schlusspunkt für die Mannschaft. "Wir waren nach dem Halbfinale wahnsinnig enttäuscht und hatten das Gefühl, dass wir es verbockt haben", sagte Bundestrainer Valentin Altenburg, "es war unheimlich schwierig, sich wieder aufzurichten." Doch es gelang - in beeindruckender Manier.

Perfekter Abschied für Fürste

Fürste, prägende Figur des deutschen Hockeys der vergangen Jahre, hatte vor dem Duell mit Europameister Oranje mit sehr persönlichen und emotionalen Worten seinen Abschied bekannt gegeben. "Heute werde ich das letzte Mal im Nationaltrikot auflaufen. Ein letztes Mal alles geben, um für Deutschland, das Team und für mich eine olympische Medaille zu gewinnen", schrieb Fürste.

Deutschland, das im Halbfinale krachend mit 2:5 an Argentinien gescheitert war, setzte von Beginn an auf Offensive. Torjäger Florian Fuchs kam zu einer ersten Schusschance, verpasste aber ebenso wie Fürste (10.) und Mats Grambusch (19.) per Strafecken die frühe Führung. Die Standardsituationen erwiesen sich im ersten Durchgang wie schon gegen die "Gauchos" als zu harmlos.

Deutschland lässt Chancen liegen

Auch die dritte und vierte kurze Ecke ließen Fürste und Co. ohne Torerfolg verstreichen und verpassten damit die frühe Belohnung für einen engagierten Auftritt. Von der Niederlande ging dagegen kaum Gefahr aus. Nach Wiederanpfiff nahm das Duell deutlich an Fahrt auf. Auch Oranje agierte nun offensiver, doch Deutschland reagierte blendend auf den Rückstand.

Während die deutschen Frauen am Freitag noch einmal im Spiel um Rang drei gegen Neuseeland eingreifen, ging Fürstes große Olympia-Karriere am Donnerstag zu Ende. In elf Jahren und 291 Länderspielen habe er "unendliche Momente, Emotionen und Erfahrungen, Freundschaften, Siege und Niederlagen" erleben dürfen, schrieb der Hamburger vor dem Anpfiff seines 292. und letzten Länderspiels.

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