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Kelmendi: Verbands-Boss ordnet Nachtest an

09.08.2016 19:07
Majlinda Kelmendi: Der Judo-Verbands-Boss ordnet Nachtest an
Majlinda Kelmendi: Der Judo-Verbands-Boss ordnet Nachtest an

Weltverbands-Präsident Marius Vizer hat persönlich eine nachträgliche Doping-Probe bei Judo-Olympiasiegerin Majlinda Kelmendi und der deutschen Ex-Europameisterin Martyna Trajdos angeordnet.

Dies teilte die internationale Judo-Föderation IJF am Dienstag mit und bestätigte, dass beide Kämpferinnen am 16. Juni in Rücksprache mit dem Verband eine unangekündigte Urinprobe durch die französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) abgelehnt hatten.

"Als Präsident Vizer über den Fall informiert worden ist, hat er entschieden, in der folgenden Woche alle Athleten testen zu lassen, welche die Probe verweigert hatten. Die Resultate waren negativ", teilte die IJF mit. Kelmendi, die am Sonntag die erste olympische Medaille für Kosovo geholt hatte, war in Frankreich vorläufig gesperrt worden, gegen sie läuft eine Untersuchung. "Wir hoffen, dass diese die Rechte der Athletin respektiert", schrieb die IJF.

Test im Juni verweigert

Der betreffende Test sollte am 16. Juni während eines internationalen Trainingscamps in St. Cyprien vorgenommen werden. Kelmendi und Trajdos, die am Dienstag in ihrem Auftaktkampf von Rio de Janeiro gescheitert war, hatten den Test verweigert. Die dreifache Weltmeisterin Gevrise Emane und die amerikanische Olympiasiegerin Kayla Harrison sollen hingegen Urinproben abgegeben haben.

Kelmendis Coach Drito Kuka soll ebenso wie die für Trajdos zuständigen deutschen Offiziellen Rücksprache mit Andrea Ember, der Anti-Doping-Verantwortlichen des Judo-Weltverbandes IJF gehalten haben. Wie die IJF mitteilte, habe Ember unter ihrer Kenntnis der Fakten bestätigt, dass die Athletinnen sich dem Test nicht unterziehen müssten.

Laut IJF-Regelwerk (Abschnitt 5.1) hat allerdings jede nationale Anti-Doping-Agentur das Recht, die Athleten zu testen, die sich im jeweiligen Land aufhalten.

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