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Rio-Check: Ruderachter will nächstes Gold!

03.08.2016 18:28
Der Deutschland-Achter ist einer der Goldkandidaten
Der Deutschland-Achter ist einer der Goldkandidaten

Mit insgesamt 423 nominierten Athletinnen und Athleten tritt das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes das Abenteuer Rio de Janeiro an. In 36 Sportarten kämpft Deutschlands Elite um Erfolg, Ehre und vor allem Edelmetall bei den XXXI. Olympischen Sommerspielen. 

sport.de stellt in der heißen Phase vor der Eröffnungsfeier zwei Wochen lang ambitionierte heimische "Rio-Reiser" vor. Teil 24 des sport.de-Athletenchecks mit Andreas Kuffner aus dem deutschen Ruderachter.

  • Name: Andreas Kuffner
  • Geburtstag: 11. März 1987 (29 Jahre)
  • Wohnort: Berlin, Dortmund
  • Olympische Disziplinen: Rudern (Achter mit Steuermann über 2000 Meter)
  • Olympischer Wettkampf in Rio: Vorläufe am 8. August ab 15:50 Uhr, Hoffnungslauf am 10. August ab 14:50 Uhr, Finale am 13. August um 16:00 Uhr
  • bisherige Olympia-Bilanz von Andreas Kuffner: Goldmedaille in London 2012
  • weitere Karriereerfolge: 1x WM-Gold (2011), 1x WM-Silber (2014), 2x EM-Gold (2014, 2016) (Auswahl)

Die Vorzeichen: "Zeiten haben soweit gepasst"

Der Deutschland-Achter ist und bleibt das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes. Mit insgesamt sechs Goldmedaillen (1960, 1968, 1976 (DDR), 1980 (DDR), 1988 und 2012) zählt der Ruderachter zu den erfolgreichsten deutschen Mannschaft bei Olympia überhaupt. Entsprechend ehrgeizig reist das Team von Bundestrainer Ralf Holtmeyer auch in diesem Jahr wieder zu den Spielen.

Andreas Kuffner gehört seit Jahren zur Stammbesetzung im Ruderachter und saß auch vor vier Jahren schon beim Goldrennen von London mit im Boot. Er sieht seine Mannschaft gewappnet und bestens vorbereitet für den ersten Vorlauf, der am 8. August startet: "Wir konnten alles laut Plan durchziehen bisher. Auch bei mir persönlich läuft nach meiner Verletzungsgeschichte sehr gut." Der 29-Jährige musste sich im vergangenen Jahr einer Bandscheiben-Operation unterziehen und fiel zuvor und danach sehr lange aus.

Aktuell hat der Deutschland-Achter keine Probleme mit Krankheiten oder Verletzungen: "Glücklicherweise ist die Mannschaft gesund geblieben. Sowas hatten wir auch selten und sind natürlich sehr froh darüber." Die sportlichen Resultate des Vorzeigebootes stimmen ebenfalls zuversichtlich. Beim bisherigen Saisonhöhepunkt, der Europameisterschaft in Brandenburg, holten sich Schlagmann Johannes Ocik und Co. den vierten EM-Titel in Serie. Russland und Großbritannien wurden da auf die Plätze verwiesen. Der Finallauf war allerdings von extremen Wind- und Wellenbedingungen geprägt, sodass dem Titel nicht allzu große Bedeutung beigemessen wurde. Hauptkonkurrent Niederlande landete in diesem Rennen auf dem sechsten Rang. 

Beim Weltcup-Rennen Ende Mai auf dem Rotsee in Luzern lief es aus Oranje-Sicht dann schon wieder wesentlich besser; denn hier wurde das deutsche Boot mit 1,74 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verwiesen. "In der Form von Luzern sind die Niederländer schon klarer Olympia-Favorit", meinte dazu Bundestrainer Ralf Holtmeyer gegenüber sport.de. Den letzten Testlauf im polnischen Posen konnte dann wiederum die DRV-Formation für sich entscheiden.

Der Deutschland-Achter befindet sich seit dem 29. Juli vor Ort, derzeit wird bis zum Vorlauf am 8. August noch in Maßen trainiert.

Die eigenen Erwartungen: "Wollen uns den Lohn abholen"

Die Favoritenrolle schieben die deutschen Ruderer zwar gerne an die Niederländer weiter, dennoch ist das Vorhaben für die olympische Regatta klar: "Es ist alles möglich! Wir haben jetzt alle ein gemeinsames Ziel und wollen uns unseren Lohn für die harte Arbeit abholen. Man verspürt schon so eine gewisse Form von Druck. Das ist aber positiver Druck und auch das, was wir wollen", beschreibt Andreas Kuffner seine Erwartungshaltung gegenüber sport.de.

Der nächste Olympiasieg ist zwar das ausgegebene Ziel. Der erfahrene Kuffner rechnet aber mit einem echten Thriller im Endlauf an der Lagoa Rodrigo de Freitas: "Wir stellen uns auf einen langen Boot-an-Boot-Kampf ein. Es wird bis zur Ziellinie ein knallhartes Ding werden. Es wäre natürlich schon angenehmer, wenn wir vorne weg fahren würden, aber das wird definitiv nicht passieren."

Die Konkurrenz: "Zunehmend schwieriger, Position in der Weltspitze zu halten"

Im deutschen Lager sind sich die Protagonisten einig: Top-Favorit auf Rio-Gold werden die Niederländer sein. Bundestrainer Ralf Holtmeyer betonte zudem die Entwicklung, dass sich das Niveau in der Breite im Rudern zuletzt deutlich erhöht hat: "Es spielt sich international eine Leistungsentwicklung ab, durch die die Konkurrenz schon enorm zugenommen hat. Da denke ich beispielsweise an die Briten oder die Neuseeländer. Es scheint also für uns zunehmend schwieriger zu werden, unsere angestammte Position in der Weltspitze zu halten."

Auch sein Schützling Andreas Kuffner meinte: "Die Niederländer schätze ich schon als Favoriten ein. Das ist einfach so! Im Moment sehe ich neben den Niederlanden und Großbritannien auch die USA ganz weit vorne, sogar noch vor den Neuseeländern."

Die sport.de-Prognose: Das siebte Olympia-Gold ist drin!

Die Konkurrenz ist groß, das Niveau vielleicht so hoch wie nie! Und dennoch kann sich das deutsche Paradeboot in der zuletzt gezeigten Form absolut berechtigte Medaillenhoffnungen machen. In den letzten harten Trainingseinheiten in Deutschland ging es vor allem noch um Sprintintervalle und die richtige Geschwindigkeit zum Ende der 2000 Meter.

Läuft alles normal und Faktoren wie Wind, Regen oder Wellengang spielen keine große Rolle, gehört der Deutschland-Achter vollkommen zu Recht zu den großen Medaillenhoffnungen des deutschen Olympiateams und wird die sicher wieder Millionen von TV-Zuschauern nicht enttäuschen. Gold wird aufgrund der großen Konkurrenz sehr schwierig, aber ein Platz auf dem Treppchen ist absolut drin.

Medaillenwahrscheinlichkeit: 75 Prozent

 

Mats-Yannick Roth

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Achter (M) 2016

1GroßbritannienGroßbritannien5:29.63m
2DeutschlandDeutschland+1.33s
3NiederlandeNiederlande+1.96s
4USAUSA+4.60s
5PolenPolen+4.99s
6NeuseelandNeuseeland+7.01s
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