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Rio-Check: Der große Traum vom Gold-Hattrick

01.08.2016 09:40
Moritz Fürste ist Kapitän des deutschen Hockeyteams
Moritz Fürste ist Kapitän des deutschen Hockeyteams

Mit insgesamt 426 nominierten Athletinnen und Athleten tritt das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes das Abenteuer Rio de Janeiro an. In 36 Sportarten kämpft die deutsche Elite um Erfolg, Ehre und vor allem Edelmetall bei den XXXI. Olympischen Sommerspielen. 

sport.de stellt in der heißen Phase vor der Eröffnungsfeier zwei Wochen lang ambitionierte heimische "Rio-Reiser" vor und macht den Athletencheck. Teil 19 des sport.de-Athletenchecks mit Hockey-Nationalspieler Moritz Fürste.

  • Name: Moritz Fürste
  • Geburtstag: 28. Oktober 1984 (31 Jahre)
  • Wohnort: Hamburg
  • Olympische Disziplin: Olympisches Feldhockeyturnier
  • Olympischer Wettkampf in Rio: Vorrunde: 6. August gegen Kanada (23:00 Uhr), 8. August gegen Indien (16:00 Uhr), 9. August gegen Irland (17:30 Uhr), 11. August gegen Argentinien (17:30 Uhr), 12. August gegen Niederlande (18:30 Uhr), K.o.-Phase ab dem 14. August (12:00 Uhr, alles MESZ) 
  • bisherige Olympia-Bilanz: Goldmedaille 2008 in Peking und 2012 in London
  • weitere Karriereerfolge: Welthockeyspieler 2012, mehrfacher Welt- und Europameister (Auswahl)

Die Vorzeichen: "Wir sind auf Augenhöhe"

Rechtzeitig vor dem olympischen Turnier kommt die deutsche Hockey-Nationalmannschaft immer besser in Tritt. Mitte Juli siegte die DHB-Auswahl bei Vier-Nationen-Turnier in Düsseldorf. Besonders der 3:2-Erfolg gegen den Dauerrivalen Niederlande brachte den deutschen Feldhockey-Cracks viel Selbstvertrauen. Dies bestätigte auch Mannschaftskapitän Moritz Fürste im exklusiven sport.de-Interview: "Ein Sieg gegen Holland ist immer wunderschön. Wir werden das aber absolut nicht überbewerten. Es tat gut und zeigte eine Sache sicher: Wir sind auf Augenhöhe und müssen uns in Rio nicht verstecken." Deutschlands erfolgreichster Hockeyspieler der letzten zehn Jahre steht in Rio de Janeiro vor seinen dritten Olympischen Spielen.

Kurz vor der Abreise am 28. Juli gab Bundestrainer Valentin Altenburg seinen 16 nominierten Spielern und zwei Ersatzleuten noch einmal zehn Tage frei, um sich individuell auf das bestenfalls knapp zweiwöchige Turnier vorzubereiten. Der 31-jährige Routinier Moritz Fürste nutzte diese Zeit, um nach zuvor sehr hoher Belastung in den Trainingseinheiten die Kraftreserven aufzuladen: "Ich habe Zeit mit der Familie verbracht und nochmal etwas Abstand genommen. Wir haben taktisch und technisch im Team alles vorbereitet. Außerdem noch einmal richtig Gas gegeben im Training was Standards angeht. Nachdem wir richtig reingehauen haben, war unmittelbar vor der Abreise die Phase, in der wir runtergefahren haben."

Die eigenen Erwartungen: "In der Vorrunde den letzten Feinschliff holen"

Bundestrainer Valentin Altenburg hat im Laufe des Jahres mehrfach betont, dass er sein Team erst pünktlich zum olympischen Turnier auf dem Leistungszenit sehen will. Dementsprechend war auch die Vorbereitung und die Vielzahl an gemeinsamen Trainingseinheiten ausgerichtet: "Pünktlich zu den Olympischen Spielen werden wir uns zurück an die Weltspitze arbeiten", so die Ankündigung des Bundestrainers, dessen Rechnung bislang aufzugehen scheint.

Auch Moritz Fürste bestätigt im sport.de-Gespräch: "Wir sind auf einem guten Weg, sodass ich sage: So lange wir nur auf uns gucken und uns auf unser Spiel fokussieren, sind wir derzeit bei etwa 90 Prozent unseres Potenzials. Wir haben jetzt noch etwas Zeit, auch in der Vorrunde, um den letzten Feinschliff zu machen und an die 100 Prozent zu kommen, was in den Playoff-Spielen dann wichtig sein wird."

Zur eigenen Zielsetzung hat sich der Welthockeyspieler von 2012 festgelegt: "Wir wollen das Viertelfinale erreichen und das auch unbedingt gewinnen, um dann in den wirklich dicken Spielen dabei zu sein, wenn es um die Medaillen geht. Das ist unser absolutes Hauptziel. Ich glaube, alles andere wäre auch vermessen. Wir haben jetzt ein klares Zwischenziel, wenn wir das erreicht haben, können wir uns weiter unterhalten."

Die Konkurrenz: Australien der Top-Favorit

Die heißesten Anwärter auf den Olympiatitel sind in diesem Jahr die Teams aus Australien und den Niederlanden. Diese beiden Mannschaften führen die Weltrangliste vor Deutschland an und standen sich vor zwei Jahren auch im WM-Finale gegenüber. Die australischen Hockeyspieler, WM-Sieger von 2010 und 2014, sind bei Olympia das Aushängeschild schlechthin ihres Landes. Seit 1992 haben die "Kookaburras" bei sechs Spielen in Folge mindestens Bronze geholt. Die Niederländer treten als amtierender Europameister im Olympic Hockey Centre von Deodoro an.

Die sport.de-Prognose: Erstmal in die Playoffs - dann ist alles möglich

Schon die Vorrundengruppe der Deutschen hat es in sich: Alle fünf Gegner stehen in der Top 15 der Weltrangliste platziert rechnen sich allesamt Chancen aus, in die K.o.-Phase einzuziehen. Diese Turnierphase muss die DHB-Truppe erst einmal überstehen. Gelingt das Vorhaben, sich im Laufe dieser ersten Spiele der absoluten Bestform zu nähern, kann das deutsche Team jede Mannschaft bezwingen. Der Traum vom Gold-Hattrick lebt.

Die Kontrahenten werden umso motivierter sein, diesen Traum  zum Platzen zu bringen. Jedes Nation will Deutschland irgendwie bezwingen. Irgendwann wird es einem Team gelingen - im Schlimmsten Falle schon vor dem Halbfinale. Es wird sehr, sehr schwierig dieses Jahr.

Medaillenwahrscheinlichkeit: 50 Prozent 

 

Mats-Yannick Roth

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