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Rio-Check: Koch braucht den Weltrekord

29.07.2016 09:03
Der amtierende Weltmeister Marco Koch will in Rio um die Medaillen mitschwimmen
Der amtierende Weltmeister Marco Koch will in Rio um die Medaillen mitschwimmen

Mit insgesamt 426 nominierten Athletinnen und Athleten tritt das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes das Abenteuer Rio de Janeiro an. In 36 Sportarten kämpft Deutschlands Elite um Erfolg, Ehre und vor allem Edelmetall bei den XXXI. Olympischen Sommerspielen. 

sport.de stellt in der heißen Phase vor der Eröffnungsfeier zwei Wochen lang ambitionierte heimische "Rio-Reiser" vor. Teil 11 des sport.de-Athletenchecks mit Brustschwimmer Marco Koch.

  • Name: Marco Koch
  • Geburtstag: 25. Januar 1990 (26 Jahre)
  • Wohnort: Darmstadt
  • Olympische Disziplinen: 200 Meter Brustschwimmen
  • Olympischer Wettkampf in Rio: Vorlauf am 9. August ab ca. 18:45 Uhr, Halbfinale am 10. August ab ca. 4:00 Uhr, Finale am 11. August ab ca. 3:00 Uhr
  • bisherige Olympia-Bilanz: 13. Platz in London 2012
  • größte Karriereerfolge: WM-Gold 2015, WM-Silber 2013, EM-Gold 2014, 2xEM-Silber (2012 und 2016) (Auswahl)
  • Bestleistung: 2:07,47 Minuten (21. August 2014)

Die Vorzeichen: "Zeiten haben soweit gepasst"

Von größeren Verletzungen oder Krankheiten ist Marco Koch in der Vorbereitung verschont geblieben, er konnte seinen Vorbereitungsplan somit ganz gut umsetzen. Zunächst plagten den amtierenden Weltmeister in dieser Saison Schulterprobleme, doch die scheinen weitestgehend abgeklungen. Die bisherigen Saisonhighlights waren die Deutschen Meisterschaften Anfang Mai sowie die Mare Nostrum Tour Anfang Juni mit Stationen in Barcelona, Monaco und Canet. Besonders die Leistung bei der DM ließ aufhorchen, als Koch in 2:07,88 Minuten anschlug, die nationale Konkurrenz um über drei Sekunden distanzierte und seine eigenen Bestleistung von 2:07,47 in Gefahr brachte.  

Koch selbst meinte im exklusiven Interview mit sport.de zur bisherigen Saison: "Die Zeiten haben soweit gepasst. Bei den Starts im Juni war ich jetzt nicht super schnell, aber auf jeden Fall stabiler als noch im letzten Jahr." Der Darmstädter war dabei sowohl beim Tour-Auftakt in Monaco als auch eine Woche später zum Abschluss in Barcelona 2:09er-Zeiten geschwommen.

Ähnlich wie viele seiner DSV-Kollegen auch befindet sich Marco Koch schon längst in Brasilien. Er absolviert in Florianópolis den letzten Teil der Vorbereitung. Die 420.000-Einwohnerstadt befindet sich rund 750 Kilometer südwestlich von Rio de Janeiro. 

Die eigenen Erwartungen: "Hoffe auf neue Bestzeit"

Während in den Trainingswochen im heimischen Darmstadt zuletzt vor allem an der Grundschnelligkeit und einer hohen Belastbarkeit gearbeitet wurde, geht es im abschließenden Trainingslager in Florianópolis noch um die Wettkampfhärte. Hier will sich der 26-Jährige unbedingt noch verbessern, erwartet er doch sehr umkämpfte 200-Meter-Rennen.

Aufgrund der zusammengerückten Weltspitze hat sich Koch keine Platzierungen als Ziel gesetzt. Er blickt nur auf die eigenen Zeiten: "Ich hoffe, dass ich eine neue Bestzeit schwimmen kann und einfach zufrieden mit dem Rennen sein kann. Dann ist mir die Platzierung auch egal, die kann ich ja dann eh nicht beeinflussen", so der Brustschwimmer im Gespräch mit sport.de. In dieser Saison kam Koch bei der DM immerhin schon bis auf vier Zehntel an seinen deutschen Rekord heran, doch er weiß selbst am besten: "Da muss man noch viel für tun, dass da noch ein paar Zehntel herunterkommen." 

Die Konkurrenz: "Man muss Weltrekord schwimmen"

Als amtierender Weltmeister gilt Marco Koch selbst im Olympic Aquatics Stadium in Rio de Janeiro als Mitfavorit auf den Titel. Doch davon will der Darmstädter selbst erst einmal nichts wissen: "Die Leistungsdichte ist wirklich sehr hoch. Jeder, der ins Finale kommen wird, ist auch in der Lage, eine Medaille zu holen", vermutet er. 

Koch hält es für wahrscheinlich, dass bei diesen Spielen der vier Jahre alte Weltrekord von Akihiro Yamaguchi (2:07,01) fallen wird: "Man muss wohl Weltrekord schwimmen um zu gewinnen. Ich glaube, es werden mehr als nur einer in der Lage sein, in diesen Bereich zu kommen." Auf einzelne Namen als Hauptkonkurrenten wollte sich der Europameister von 2014 nicht festlegen. Die Hauptkonkurrenz wird ähnlich wie bei der letzten WM in Kasan wohl wieder aus Ungarn (Dániel Gyurta), Japan (Yasuhiro Koseki) und den USA (Kevin Kordes) kommen.   

Die sport.de-Prognose: Der Weltmeister kann's wieder tun

Trotz anfänglicher Schulterprobleme in diesem Jahr wirkt Marco Koch kurz vor seinen maximal drei Rennen fit und top vorbereitet. Alleine die Tatsache, dass er erwiesenermaßen in der Lage ist, den Weltrekord über 200 Meter Brust angreifen zu können, unterstreicht schon die berechtigten Medaillenambitionen von Hessens Sportler des Jahres.

Wie so häufig wird auch bei Koch am Ende die Tagesform über die einzelnen Platzierungen entscheiden. Das Potenzial ist aber auf jeden Fall da, sich gegen die großen Namen aus Ungarn, Großbritannien sowie Japan und den USA zu behaupten.

Medaillenwahrscheinlichkeit: 65 Prozent

 

Mats-Yannick Roth

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11.08.2016 03:03
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