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Weinzierl und Heidel krempeln Schalke um

20.07.2016 12:50
Markus Weinzierl findet bei Schalke 04 bald noch bessere Strukturen vor
© getty, Christof Koepsel
Markus Weinzierl findet bei Schalke 04 bald noch bessere Strukturen vor

Auf Schalke wird alles auf links gedreht: Nicht nur die fußballerische Ausrichtung, sondern auch das Drumherum wurde auf den Prüfstand gestellt und deutlich verändert. Alles wird größer und professioneller.

In der aktuellen Ausgabe der "Sport Bild" ist zu lesen, wie sehr Markus Weinzierl die fußballerische Entwicklung der Knappen bereits prägt. Nicht selten dauert das Training länger als üblich. Der 41-Jährige ist akribisch bei der Sache. Er tritt immer wieder selbst mitten unter die Profis als zusätzlicher Spieler und zeigt im Trainingsspiel, wie seine Idee von der jeweiligen Situation aussieht. Es ist mächtig Zug drin im Schalker Training - Zug, der zuletzt gefehlt hat.

Im Angriffszentrum soll ein zentraler Stürmer stehen. Klaas-Jan Huntelaar und Franco di Santo kämpfen um diesen Platz. Immer wieder unterbricht der Coach das Training, redet mit dem einen und dem anderen. In der letzten Saison gelangen nur 15 Stürmer-Tore, das soll in Zukunft besser werden. Ein Angriffspunkt ist hier das Spiel über die Außen.

Weinzierls Spielidee

Die Offensivleute sollen durch ein druckvolles Flügelspiel mit Bällen versorgt werden. Das war auch schon in den Testspielen zu sehen. Die Außenverteidiger müssen weite Wege mit nach vorn gehen und die offensiven Linksaußen unterstützen. Dennis Aogo machte das in der ersten Hälfte beim Test in Rheine mehrfach sehr deutlich und legte auf diese Weise mehrere Chancen auf und erzielte selbst zwei Tore. 

Damit die Spieler wirklich wissen, wo sie stehen sollen, nimmt Weinzierl seine Schützlinge im Training manchmal auch schlicht an die Hand und zeigt ihnen ihre Laufwege. Das gilt sowohl für Abwehrbewegungen als auch für die Unterstützung der Offensive, damit Außenbahnspieler wie Breel Embolo Bälle bekommt und seine Qualitäten ausspielen kann.

Christian Heidel lobt die Arbeit seines neuen Coaches. "Ich habe mir jedes Training angeschaut. Er legt viel Wert auf aktives Coachen, auf Taktik." Gut findet der Manager auch die Vorgehensweise: "Er erklärt es den Spielern mit Übungen, die ich auch aus Zeiten von Jürgen Klopp und Thomas Tuchel in Mainz kenne."

Der Manager verbessert die Strukturen

Damit es auch neben dem Platz an nichts mangelt, hat Heidel dafür gesorgt, dass im Training mit Analyse-Instrumenten gearbeitet werden kann und dass sich die Infrastruktur verbessert. Tablet-PCs erfassen die Leistungsdaten der Spieler, die mit einem Brustgurt aufgezeichnet werden. So können Weinzierls Assistenten schon während der Einheiten Live-Werte, wie Laufleistung, Herzfrequenz und andere Daten beobachten und nutzen.

Außerdem wird das Training per Video überwacht. Dazu nimmt eine Kamera von einem eigens eingerichteten Kran jeden Laufweg, Zweikampf, Standard oder Torschuss auf. Den Trainer freut das viele Material: "Somit können wir noch besser analysieren." 

Auch in anderen Bereichen hat Heidel den Revierklub an das höchste Bundesliga-Niveau angepasst. Wie die "Sport Bild" berichtet wird bis zum Winter auf dem Vereinsgelände ein neues Funktionsgebäude für die Profis entstehen. Die Kosten dafür sollen bei mehr als einer halben Million Euro liegen. Das soll sich am Ende auszahlen: "Um erfolgreich zu sein, muss man die besten Voraussetzungen haben", bestätigt Heidel, "das macht zehn bis zwanzig Prozent aus.

Überall wird mehr Platz geschaffen

Allerdings wollen die Königsblauen nicht bis zur kalten Jahreszeit warten. Bereits jetzt wurde der aktuelle Spieler-Trainer-Trakt angepasst: Ein neuer Besprechungssraum für Mannschaftssitzungen ist dazugekommen. Vorher nahmen die Spieler in einem Bistro auf Hochstühlen nach den Mahlzeiten Platz. Teils stand im Hintergrund auf den Schränken noch das schmutzige Geschirr. Das wird nun nicht mehr passieren.

Auch das Trainer-Büro wurde deutlich vergrößert. Markus Weinzierl standen nur 30 Quadratmeter zur Verfügung. Im Vergleich dazu hat Mainz einen Bereich von rund 200 Quadratmetern mit acht Büros, mit Glaswänden und hochmodernen Bildschirmen. Schalke hat sich nun wenigstens ein bisschen daran angenähert.

Die vorerst letzte Maßnahme galt dem medizinischen Bereich. Hier wurden Wände entfernt, damit alles unter einem Dach beheimatet ist. Außerdem soll ein hochmodernes Analyse-Tool eingesetzt werden, das alle Daten der Spieler erfasst und archiviert. 

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