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Färöer-Nationalspieler schlachten Wale

09.07.2016 19:02
Páll Klettskarð (li) beteiligt sich an einer Massen-Schlachtung von Grindwalen
© GEPA pictures/ Christian Ort
Páll Klettskarð (li) beteiligt sich an einer Massen-Schlachtung von Grindwalen

Zwei Nationalspieler der Färöer Inseln haben in ihrer Heimat an einer Massenschlachtung von Grindwalen am Strand von Hvannasund teilgenommen. Die NGO "Sea Shepherd" hat am Samstag entsprechendes Bildmaterial zu dem kontrovers diskutierten Ereignis veröffentlicht.

Mehrere Dutzend Grindwale sind am 6. Juli an der Küste der Färöer Inseln bei Hvannasund von Einwohnern getötet worden. Färinger Medien zufolge sollen beim ersten "Grindadráp" des Jahres zwischen 30 und 50 Tiere ihr blutiges Ende gefunden haben.

Bei diesem umstrittenen Jagdereignis mit dabei waren auch zwei Nationalspieler der Färöer. Páll Klettskarð und Sørmundur Kalsø wurden von der NGO "Sea Shepherd" anhand des online kursierenden Bildmaterials als Teilnehmer am "Grindadráp" identifiziert. Beide spielen aktuell für Tabellenführer KÍ Klaksvík. Während es sich beim 24-Jährigen Kalsø eigentlich um einen ehemaligen Nachwuchs-Teamkicker handelt, absolvierte Klettskarð bereits elf Einsätze im A-Team seiner Heimat. Der Torschützenkönig der Effodeildin 2012 war unter anderem auch bei den beiden 0:3-Pleiten daheim gegen Deutschland und Österreich in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 mit dabei.

Beim "Grindadráp" handelt es sich um eine Jahrhunderte alte Tradition auf den Färöer. Dabei werden gesichtete Walschulen mit Booten an den Strand getrieben, wo den Tieren von im Wasser watenden Färingern die Halsader durchschnitten wird. Schockierende Bilder vom blutrot gefärbten Wasser in den Buchten rufen freilich immer wieder Umweltschützer auf den Plan.

Kontrovers diskutiert wird mitunter, ob der "Grindadráp" überhaupt noch zeitgemäß sei. Unwirtliche Wetterbedingungen erschweren die Landwirtschaft auf den Färöer. Walfleisch war daher über Jahrhunderte eine wichtige Nahrungsquelle auf dem geographisch abgelegenen Archipel. Heutzutage mache die durch moderne Transportwege veränderte Versorgungslage den Walfang jedoch nicht mehr überlebenswichtig sondern zur Folklore, meinen Kritiker. Zudem verringere der Einsatz von motorisierten Booten die Chance der Tiere zu entkommen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der "Grindadráp" zurückgegangen und gesetzlich reglementiert worden. Ein generelles Verbot wurdevon Umwelt-Aktivisten bisher aber vergeblich gefordert.

 

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