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Hausding exklusiv: Mehr als nur dabei sein!

22.02.2016 15:06
Patrick Hausding (vorne) will in Rio endlich wieder olympisches Edelmetall
Patrick Hausding (vorne) will in Rio endlich wieder olympisches Edelmetall

Der Countdown zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro hat längst begonnen. Bis zur Eröffnungsfeier am 5. August begleitet sport.de Olympioniken bei ihrer Vorbereitung auf den weltweiten Sporthöhepunkt 2016. Das sind "Unsere Rio-Reiser – die sport.de-Olympiavorschau!".

Der aktuell wohl beste deutsche Wasserspringer hat das Becken und die Sprungtürme in Rio de Janeiro schon mal angetestet – mit Erfolg! In der vergangenen Woche sicherte sich Patrick Hausding mit seinen Partnern Stephan Feck (3-Meter-Brett) und Sascha Klein (10-Meter-Turm) gleich zwei Startplätze für das olympische Synchronspringen.

Mit sport.de sprach Patrick Hausding über die aktuelle Olympiasaison und seine Anfänge als Wasserspringer.

Herr Hausding, in rund einem halben Jahr finden in Rio die olympischen Wasserspringen vom 3-Meter-Brett und 10-Meter-Turm statt. Wie präsent ist dieses Sporthighlight aktuell schon für Sie?

Man merkt, dass die Euphorie stetig steigt! Vor allem nach den erfolgreichen Qualifikationswettkämpfen. Jetzt werden die Olympischen Spiele immer präsenter.

Wie sieht derzeit ihr Pensum in einer normalen Trainingswoche aus?

Ich trainiere momentan 25 bis 30 Stunden in der Woche. Dazu kommen dann noch Physiotherapie, ein Teilzeitstudium und all solche Termine wie Interviews und so weiter, die mich als Person betreffen.

In ihrer Disziplin, in der Sie die größten Erfolge im Synchronspringen erreicht haben, sind passgenaues Teamwork und gegenseitiges Vertrauen die Grundlagen. Wie geht so ein Prozess im Synchronspringen vonstatten mit einem neuen Sprungkollegen - vom ersten Training bis zu Medaillenwettkämpfen?

Das kann sehr unterschiedlich sein – abhängig ist das insbesondere von den Persönlichkeiten der gepaarten Springer. Ich kann auf jeden Fall mit Freude darlegen: Bei Sascha (Klein, Anm. d. Red.) und mir hat von Anfang an die Chemie gepasst und wir sind auch abseits der Bühne sehr gute Freunde. Das gilt seit dem ersten Training bis zum letzten Medaillenwettkampf!

Wie sind Sie eigentlich zum Wasserspringen gekommen?

Das war eher zufällig als gewollt! Ich wurde, wie es den meisten Randsportarten üblich ist, in meiner Grundschule gesichtet. Ich habe einem Schnupperkurs für Wasserspringen beigewohnt, Gefallen daran gehabt und – siehe da – bin Profi geworden!

Nach den gesicherten Quotenplätzen in der letzten Woche für das deutsche Team: Was sind bis zu dem Spielen von Rio noch die wichtigsten Etappen?

Der Weltcup vor Ort in Rio de Janeiro war schon sehr wichtig, weil wir hier noch weitere Startplätze für die Olympischen Spiele holen konnten. Mitte Mai haben wir noch eine Europameisterschaft in London als internationale Generalprobe, bevor es dann im Juni bei den Deutschen Meisterschaften um die nationale Qualifikation für die Olympischen Spiele geht. Dann ist auch schon August und die Olympischen Ringe glühen!

In diesem Zusammenhang: Was macht für Sie die Besonderheit der Olympischen Spiele aus?

Bei keinem anderen Sportevent werden so viele Sportarten auf einmal durchgeführt. Man kann die Vielfalt der Sportwelt nicht besser darstellen! Man lebt in einem Dorf voller Menschen, die dasselbe Ziel verfolgen, die den gleichen Weg angetreten haben, die sich vier Jahre lang auf den wichtigsten Wettkampf ihres Lebens vorbereitet haben.

Sie sind in der breiten Öffentlichkeit besonders durch die Silbermedaille von Peking 2008 bei Olympia und die Goldmedaille von Barcelona 2013 bei der Weltmeisterschaft bekannt geworden. Was meinen Sie: Wie wird ihr Sport in der Öffentlichkeit insgesamt wahrgenommen?

Die Sportart an sich erfährt in der Gesellschaft sehr viel Respekt und Anerkennung, denke ich. Allerdings ist es, wie in vielen anderen Sportarten auch. Es sind Kommunikation und Vermarktung, die den medialen Erfolg einer Sportart ausmachen, und diese sind in meiner Sportart eher schwach. Daher sind gerade Olympische Spiele so wertvoll, um dem normalen Zuschauer aufzuzeigen, was für eine Vielfalt und Euphorie der olympische Sport bieten kann.

Das Becken in Rio scheint Ihnen ja schon mal gut zu liegen. Was haben Sie sich konkret als Ziel für Olympia 2016 gesteckt?

"Dabei sein ist alles!", könnte ich sagen, aber dieses Ziel habe ich ja schon erreicht. Daher lautet mein großes Ziel: Wieder eine Medaille. Die Farbe ist dabei erst einmal unwichtig.

Die Rückkehr nach Rio im August ist auch für Patrick Hausding das sportliche Highlight schlechthin in 2016. Der 26-Jährige blickt schon auf eine Karriere voller Erfolge zurück, besonders unter den fünf olympischen Ringen. Vor acht Jahren holte der Berliner mit seinem Partner Sascha Klein bei den Spielen in Peking sensationell die Silbermedaille vom 10-Meter-Turm. Es folgten in den letzten Jahren viele weitere Top-Platzierungen bei internationalen Meisterschaften, unter anderem der Weltmeistertitel 2013 in Barcelona (10-Meter-Turm Synchron) und zahlreiche EM-Titel seit 2008 – der letzte im vergangenen Jahr in Rostock. Der einzige Titel, der dem erfolgreichsten deutschen Wasserspringer noch fehlt, ist eine Goldmedaille bei Olympia…

Mehr dazu:
Hausding/Klein: Olympia-Ticket im Gewitter
Hausding/Feck lösen Olympia-Ticket

Das Gespräch führte Mats-Yannick Roth

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