Bei Eintracht Frankfurt ist die Stimmung vor den anstehenden Derbys beim FSV Mainz 05 und gegen Darmstadt 98 angespannt.
Für den Rasen in der Arena im Stadtwald gab es in diesen Tagen ein künstliches "Sonnen-Doping". Die Profis von Eintracht Frankfurt dagegen warteten zuletzt meist vergeblich auf einen Stimmungsaufheller.
Tristesse in der trüben Zeit - und Angst vor dem Absturz Richtung Abstiegszone angesichts von nur 14 Punkten aus 13 Spielen. "Wir müssen die Situation schon ernst nehmen", warnte Eintracht-Kapitän Alexander Meier und meinte in der Bild-Zeitung: "Das kann lange gegen den Abstieg gehen. Darauf muss man sich durchaus einstellen." Dabei hatten nicht wenige Optimisten am Main von der Europa League geträumt.
Die anstehenden beiden Derbys des Tabellen-Zwölften am Samstag beim FSV Mainz 05 und eine gute Woche später gegen Aufsteiger Darmstadt 98 (6. Dezember) sind richtungweisend. Vier Punkte werden gefordert - damit der Baum nicht schon vor Weihnachten brennt.
Wichtige Partien stehen an
Und damit man tabellarisch gesehen möglichst nicht hinter den beiden lokalen Konkurrenten in die Winterpause geht. "Jetzt kommen die Spiele, in denen wir was holen sollten", sagte Eintracht-Coach Armin Veh, der mutmaßlich Ernüchterte.
Als Hoffnungsträger war der gebürtige Augsburger vor der Saison zurück in die Bankenmetropole gewechselt. Was von nicht wenigen Fans skeptisch beäugt wurde. Jener Armin Veh nämlich hatte die Eintracht ein Jahr zuvor aus freien Stücken verlassen. Der Grund: Mangelnde Perspektivlosigkeit, die er damals mit einem Satz auf den Punkt brachte: "Ich will nach Spielen nicht immer dem gegnerischen Trainer gratulieren".
Diese Aussage, gab Veh jüngst in der Frankfurter Rundschau zu, "hängt mir jetzt nach." Gerade wenn es nicht laufe, wie im Moment, "heißt es, er hat doch mal diesen Satz gesagt." Fünfmal musste der 54-Jährige, der die Eintracht 2013 in die Europa League geführt hatte, in der laufenden Bundesliga-Runde schon dem Coach des Gegners gratulieren. Erst dreimal erhielt Veh selbst einen Glückwunsch zu einem "Dreier".
Veh nicht im Fokus der Kritik
Er selbst steht noch nicht im Mittelpunkt der Kritik. Dafür andere wie Stefan Aigner. Der formschwache Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison neunmal traf, wartet in dieser Spielzeit noch auf sein erstes Tor in der Eliteliga. Erstmals in seiner Karriere ist Aigner nach 13 Spieltagen ohne Treffer.
Und Fanliebling Meier, Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Runde, war seit 421 Minuten nicht mehr erfolgreich. Überhaupt blieben die Hessen in insgesamt sechs Pflichtspielen ohne eigenen Torerfolg. Die Raute mit Meier, Haris Seferović und Luc Castaignos (Sprunggelenk-OP) hatte Veh schon lange vor der Verletzung des Niederländers eingemottet und setzt auf defensivere Varianten.
Fans sind enttäuscht
Doch selbst der Achtungserfolg gegen Bayern München (0:0) vor vier Wochen konnte die Eintracht-Fans nur kurzzeitig versöhnen. Manager Bruno Hübner hat sogar Verständnis für die triste Stimmung: "Fast alle sind der Meinung, dass diese Mannschaft Qualität hat. Und wenn man diese Qualität - aus welchen Gründen auch immer - nicht abruft, ist es logisch, dass jeder enttäuscht ist."
Fast aufbauend wirken da die Töne aus Mainz. "Die Eintracht ist nicht so schlecht, wie es die Tabelle gerade sagt. Da waren viele unglückliche Ergebnisse dabei", meinte FSV-Trainer Martin Schmidt. Doch Mitleid vom kleinen Nachbarn, das ist das Letzte, was sie in Frankfurt jetzt wollen.


























