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Überraschungen und Enttäuschungen! Das Abschlusszeugnis der deutschen Handballer

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  • Das Abschlusszeugnis der deutschen Handballer

    Das Abschlusszeugnis der deutschen Handballer

    Die deutschen Handballer haben das Medaillenziel bei der Europameisterschaft verfehlt, mit Rang fünf durch das 29:27 gegen Portugal und insgesamt sechs Siegen aber einen versöhnlichen Turnierabschluss gefeiert. Welcher der DHB-Stars überzeugte? Wer lief den eigenen Ansprüchen hinterher? Wir haben die Leistungen der deutschen Handballer unter die Lupe genommen:
  • LINKSAUßEN: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) - Note 5,0

    LINKSAUßEN: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) - Note 5,0

    Das war nicht das Turnier des Kapitäns - wieder einmal. Schon im ersten Spiel gegen die Niederlande kassierte er nach einem Gesichtstreffer beim Siebenmeter die Rote Karte und spielte auch danach weit unter seinen Möglichkeiten. Die schwachen Leistungen des Kapitäns bei den großen Turnieren setzten sich damit fort. Bei der Olympia-Qualifikation will er den nächsten Versuch wagen.
  • RÜCKRAUM MITTE: Marian Michalczik (TSV GWD Minden) - Note 4,5

    RÜCKRAUM MITTE: Marian Michalczik (TSV GWD Minden) - Note 4,5

    Für den 22-Jährigen Aufbauspieler kam das Turnier zu früh. Konnte bei seinen gelegentlichen Einsätzen keine Impulse setzen. Wurde entsprechend zur Turniermitte von Prokop ausgetauscht, ehe er am Ende wieder reinrotiert wurde. Der jüngste deutsche Rückraumspieler braucht wohl einfach noch Zeit.
  • RÜCKRAUM LINKS: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) - Note 4,5

    RÜCKRAUM LINKS: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) - Note 4,5

    Leider eine der Enttäuschungen aus deutscher Sicht. Der 30-Jährige stand das gesamte Turnier über neben sich. Wirkte teilweise fahrig und leistete sich viele Fehler - ob im Abschluss oder bei seinen Anspielen. Böhm war nicht der erhoffte Faktor im personell dezimierten Rückraum.
  • RÜCKRAUM RECHTS: Kai Häfner (MT Melsungen) - Note 4,0

    RÜCKRAUM RECHTS: Kai Häfner (MT Melsungen) - Note 4,0

    Auch der 30-Jährige war im Vergleich zu den Weltklasse-Kollegen auf seiner Position einfach zu schwankend in seinen Leistungen. Häfner pendelt zwischen internationalem Top-Niveau und Kreisklasse. Insgesamt fehlte es ihm an der nötigen Durchschlagskraft und Treffsicherheit, dazu mit zu vielen Fehlern im gebundenen Spiel.
  • RECHTSAUßEN: Tobias Reichmann (MT Melsungen) - Note 4,0

    RECHTSAUßEN: Tobias Reichmann (MT Melsungen) - Note 4,0

    Nach seiner Ausbootung vor der WM 2019 dieses Mal wieder am Start, allerdings ohne zu glänzen. Der Rechtsaußen blieb in den ersten Partien blass, verlor daraufhin seinen Stammplatz an den jungen Timo Kastening. Glänzte zumindest bei den Siebenmetern als meist sicherer Vollstrecker und hatte so ebenfalls Anteil an den sechs deutschen Siegen.
  • RÜCKRAUM MITTE: Paul Drux (Füchse Berlin) - Note 4,0

    RÜCKRAUM MITTE: Paul Drux (Füchse Berlin) - Note 4,0

    Wirkte nicht austrainiert. Konnte die ihm angedachte Rolle des Spielmachers nur selten überzeugend ausfüllen. Der Berliner ist im linken Rückraum besser aufgehoben, auf der Mitte geht ihm unter Druck die nötige Übersicht abhanden. Das war besonders bei der derben Niederlage gegen Spanien zu sehen. Bleibt dennoch auf Jahre fester Bestandteil der Nationalmannschaft.
  • LINKSAUßEN: Patrick Zieker (TVB Stuttgart) - Note 4,0

    LINKSAUßEN: Patrick Zieker (TVB Stuttgart) - Note 4,0

    Das erste große Turnier im Trikot der Nationalmannschaft lief aus Sicht des Stuttgarters eher durchwachsen. Mit allzu vielen Spielanteilen war er eh nicht gesegnet, zeigte sich dann aber recht schwankend in seinen Leistungen. Klar ist, dass er eine weitere Chance verdient.
  • RÜCKRAUM LINKS: Julius Kühn (MT Melsungen) - Note 3,5

    RÜCKRAUM LINKS: Julius Kühn (MT Melsungen) - Note 3,5

    An guten Tagen ist der Hüne im linken Rückraum nicht aufzuhalten. An schwachen Tagen allerdings mit viel zu schwacher Wurfausbeute. Bei dieser EM war wieder einmal beides zu sehen. Kühn fehlt auch mit 26 Jahren noch die letzte Ruhe und Konstanz. Der 2,00-m-Schrank reizt sein Potenzial nicht dauerhaft aus, muss sich auch defensiv verbessern.
  • KREISLÄUFER: Patrick Wiencek (THW Kiel) - Note 3,0

    KREISLÄUFER: Patrick Wiencek (THW Kiel) - Note 3,0

    Der Handballer des Jahres war nicht fit. Das machte sich vor allem in der zweiten Turnierwoche immer bemerkbarer. Rackerte in der Abwehr wie gewohnt, solange das Knie hielt. Der Kieler Kreisläufer musste die letzten Spiele passen. Stellt sich auch nach bitteren Niederlagen der Öffentlichkeit.
  • KREISLÄUFER: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) - Note 3,0

    KREISLÄUFER: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) - Note 3,0

    Spielte ein solides Turnier. Offensiv rein statistisch gesehen der treffsicherste der vier Kreisläufer. Leistete sich allerdings auch einen bitteren Fehlwurf in der Schlussminute gegen Kroatien. Defensiv im Vergleich zu allen anderen DHB-Kreisläufern mit großen Lücken. Sein Spiel findet am gegnerischen Kreis knapp über dem Hallenboden statt.
  • TOR: Andreas Wolff (KS Vive Kielce) - Note 3,0

    TOR: Andreas Wolff (KS Vive Kielce) - Note 3,0

    Als Nummer eins angereist, verkörperte Andreas Wolff nicht die Konstanz, welche sich Bundestrainer Christian Prokop erhoffte. Der Schlussmann haderte oft mit sich und seinen Vorderleuten. Phasenweise zeigte er auch seine unbestrittene Weltklasse, vor allem beim bitteren 24:25 gegen Kroatien.
  • KREISLÄUFER: Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) - Note 2,5

    KREISLÄUFER: Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) - Note 2,5

    Als Kreisläufer Nummer 4 angereist, wurde der 22-Jährige im Turnierverlauf immer wichtiger. Golla stieß erst zur Hauptrunde ins Team, zeigte dann gute Ansätze und besonderen Einsatzwillen. Die Konkurrenz am Kreis bleibt im deutschen Team extrem, Golla muss sich nach seinen starken Leistungen aber nicht verstecken und wird weitere Chancen bekommen.
  • KREISLÄUFER: Hendrik Pekeler (THW Kiel) - Note 2,0

    KREISLÄUFER: Hendrik Pekeler (THW Kiel) - Note 2,0

    Nicht nur gefühlt, sondern auch offiziell der beste Abwehrspieler des Turniers. Immer wieder von Schmerzen an der lädierten Achillessehne geplagt, opferte sich der Defensivstratege für die Mannschaft auf und stand auch unter großen Schmerzen seinen Mann. Am Kreis gewohnt treffsicher, musste sich aber immer wieder seine Pausen nehmen.
  • TOR: Johannes Bitter (TVB Stuttgart) - Note 2,0

    TOR: Johannes Bitter (TVB Stuttgart) - Note 2,0

    Die Rückkehr des 37 Jahre alten Weltmeisters von 2007 erwies sich als Volltreffer. Mäßiger Turnierstart, dann aber starker Rückhalt im Tor und Motivator auch außerhalb des Feldes. Fiel durch eine gewisse Lockerheit auf, von der sich der ein oder andere durchaus mal hätte anstecken lassen können. In dieser Verfassung sicher auch eine Option für die nächsten Aufgaben.
  • RÜCKRAUM LINKS / MITTE: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig) - Note 2,0

    RÜCKRAUM LINKS / MITTE: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig) - Note 2,0

    Einer der Gewinner im deutschen Team. Seine Explosivität im Eins-gegen-Eins ist der größte Trumph in Webers Repertoire. Er war der konstanteste Rückraumspieler im Kader und ist nach dieser Vorstellung eine langfristige Option für Bundestrainer Prokop, der ihm schon beim SC DHfK Leipzig zum großen Durchbruch verhalf.
  • RECHTAUßEN - Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf) - Note 1,5

    RECHTAUßEN - Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf) - Note 1,5

    Sein Stern ging bei diesem Turnier auf. Überzeugte mit seine Unbekümmertheit und hohen Trefferquote auf ganzer Linie und stellte Ex-Europameister Tobias Reichmann klar in den Schatten. Der Rechtsaußen gab nicht nur als Kabinen-DJ den Ton an. In dieser Form nicht mehr wegzudenken aus dem Team.
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