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Das Fahrerzeugnis zur Formel-1-Saison 2019

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  • Das Fahrerzeugnis zur Formel-1-Saison 2019

    Das Fahrerzeugnis zur Formel-1-Saison 2019

    Die 70. Saison der Formel 1 hat in Lewis Hamilton einen alten, neuen Weltmeister gebracht, der sich am Ende souverän gegen die Konkurrenz von Ferrari, Red Bull und aus dem eigenen Rennstall behauptete. Welcher Fahrer hat ebenfalls überzeugt? Welcher Fahrer hat dagegen enttäuscht? Das Fahrerzeugnis von sport.de liefert die Antwort.
  • Robert Kubica (Williams Racing) | Note: 5,5

    Robert Kubica (Williams Racing) | Note: 5,5

    Nüchtern betrachtet hätte der Pole sich sein Comeback besser sparen sollen. Nicht nur, weil Williams es nie geschafft hat, ihm ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen. Sondern auch, weil er in allen 21 Qualifyings hinter seinem Teamkollegen landete - einem unerfahrenen Rookie. Da wirkt es beinahe zynisch, dass ausgerechnet Kubica den einzigen WM-Punkt für das britische Team (beim chaotischen Hockenheim-GP) eingefahren hat.
  • Romain Grosjean (Haas) | Note: 5

    Romain Grosjean (Haas) | Note: 5

    Lediglich acht mickrige WM-Punkte sammelte der 33-Jährige, keinen einzigen davon in der zweiten Saisonhälfte. Auf der Strecke machte Grosjean eher durch ungelenke Manöver und halsbrecherische Fahrweise auf sich aufmerksam als durch cleveres Racing - in gleich drei Situationen geriet er sogar mit seinem Haas-Kollegen aneinander. Da passte es ins Bild, dass ihn zudem noch das Pech verfolgte, wenn das Team beim Boxenstopp patzte.
  • Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) | Note: 4,5

    Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) | Note: 4,5

    Der fünfte Platz in Brasilien war ein Ausreißer im positiven Sinne im ersten F1-Jahr des 25-Jährigen. Ansonsten hatte der Italiener im Vergleich zu seinem Teamkollegen, der mehr als dreimal so viele Punkte einheimste (43 vs. 14), wenig zu jubeln. Ganze neun Rennen dauerte es, bis Giovinazzi überhaupt erstmals ein Pünktchen verbuchen konnte. Trotzdem verlängerte man mit dem Debütanten, der im nächsten Jahr eine Schippe drauflegen muss.
  • Lance Stroll (Racing Point) | Note: 4,5

    Lance Stroll (Racing Point) | Note: 4,5

    Der Kanadier verbrachte seine Saison - bis auf seinen vierten Platz beim Deutschland-GP - im unteren Drittel der Platzierungstabelle, was auch an unterdurchschnittlichen Qualifyingleistungen festzumachen war. Zwölf seiner 21 WM-Punkte rühren folglich aus dem Deutschlandrennen her. Stroll profitiert davon, dass sein Vater Anteile am Team hält.
  • Nico Hülkenberg (Renault) | Note: 4

    Nico Hülkenberg (Renault) | Note: 4

    Hülkenberg verabschiedet sich aus der Formel 1 mit dem Ruf des ewigen Talents, das seine Fähigkeiten nie in Gänze zeigen konnte. Auch 2019 reichte es nicht zum Sprung aufs Podest. Auch, weil sein Renault einiges vermissen ließ. Immerhin: Seinen Humor hat der Rheinländer nicht verloren. Nach seinem letzten Rennen funkte sein Renningenieur blumige Worte in Hülkenbergs Helm: "Es waren drei tolle Jahre mit dir." "Hulks" Antwort: "Ich wünschte, ich könnte dir das Gleiche sagen."
  • Sebastian Vettel (Ferrari) | Note: 4

    Sebastian Vettel (Ferrari) | Note: 4

    Vettel ist bei Ferrari im letzten Jahr zum Ex-Champion mutiert, dem einfach nichts mehr gelingen will. Während Hamilton im Alter immer besser wird, läuft Vettel gerade Gefahr, seine Bilanz nachhaltig zu beschädigen. Denn ein Ausnahmepilot, der er als viermaliger Weltmeister doch sein sollte, begeht eigentlich nicht derart viele Fehler. WM-Rang fünf, noch hinter seinem Teamkollegen, spricht eine deutliche Sprache und markiert Vettels Ferrari-Tiefpunkt.
  • Kevin Magnussen (Haas) | Note: 3,5

    Kevin Magnussen (Haas) | Note: 3,5

    Eine Saison voller Ups und Downs für den Dänen. Bewies ein ums andere Mal seine fahrerische Klasse, rieb sich allerdings zu oft in hitzigen Duellen auf, darunter einige mit seinem eigenen Teamkollegen. Positiv hängen bleiben seine schnellste Rennrunde in Singapur und die Tatsache, dass er 2,5 Mal so viele Punkte einfuhr wie Grosjean.
  • Daniel Ricciardo (Renault) | Note: 3,5

    Daniel Ricciardo (Renault) | Note: 3,5

    54 WM-Punkte hat Ricciardo gesammelt und geht damit als klarer Sieger im Teamduell gegen Hülkenberg (37) hervor. Das war aber schon fast der einzige positive Aspekt. Ansonsten reichte es für Renault nicht, die Spitzengruppe um Mercedes, Ferrari und Red Bull zu attackieren. Platz vier in Monza bleibt als Highlight für den Honigdachs. Ausbaufähig!
  • Pierre Gasly (Toro Rosso) | Note: 3,5

    Pierre Gasly (Toro Rosso) | Note: 3,5

    In der ersten Saisonhälfte reichte es nicht zu einem einzigen Podestplatz für Gasly - und das im starken Red Bull. Nachdem der Youngster in den Toro Rosso degradiert wurde, fuhr der Franzose plötzlich wie befreit und in Brasilien sogar sensationell auf Rang zwei. Es war die Krönung einer Saison, die unterschiedlicher nicht hätte laufen können und in der Gasly erst spät sein großes Talent zeigen konnte.
  • Daniil Kvyat (Toro Rosso) | Note: 3

    Daniil Kvyat (Toro Rosso) | Note: 3

    Der Russe krönte sein überzeugendes Formel-1-Comeback mit einem Platz auf dem Treppchen beim Chaos-Rennen in Deutschland und zeigte auch sonst, dass er eine feste Größe im Rennzirkus geworden ist. Der 25-Jährige fährt mittlerweile routinierter und besonnener und sammelte auf diese Weise immerhin 37 WM-Punkte im unterlegenen Toro Rosso.
  • George Russell (Williams) | Note: 3

    George Russell (Williams) | Note: 3

    Eine befriedigende Note für den einzigen Formel-1-Piloten ohne WM-Punkt? Völlig zu Recht! Dass Russell in seinem Debütjahr seinen erfahrenen Kollegen in jedem einzelnen Qualifying überbot, kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Gleich zweimal kratzte der Rookie zudem mit seinem komplett unterlegenen Williams knapp an den Punkten (Platz 11 in Deutschland, Rang 12 in Brasilien), schnitt in 16 von 21 Rennen besser ab als Kubica.
  • Sergio Pérez (Racing Point) | Note: 3

    Sergio Pérez (Racing Point) | Note: 3

    51 Punkte im schwachen Force India zu holen (und damit 30 mehr als sein Teamkollege) ist aller Ehren wert. Der Mexikaner überzeugte vor allem in der zweiten Saisonhälfte mit einer Anreihung von starken Leistungen und daraus resultierenden Platzierungen direkt hinter der Spitzengruppe.
  • Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) | Note: 2,5

    Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) | Note: 2,5

    Der Altmeister kann es immer noch! Selbst im unterlegenen Alfa Romeo zeigte der "Iceman" ein ums andere Mal, dass er die Geschwindigkeit im Blut hat, reihte sich vor allem in der ersten Hälfte des Jahres regelmäßig in die Top 10 ein. Ließ zum Saisonende etwas nach, holte allerdings mit Rang vier in Brasilien die beste Platzierung für das Schweizer Team.
  • Alexander Albon (Red Bull Racing) | Note: 2,5

    Alexander Albon (Red Bull Racing) | Note: 2,5

    Der Rookie erlebte eine äußerst bewegte Debütsaison. Nach guten Leistungen im Toro Rosso wurde er zur Saisonhälfte befördert und durfte die restlichen Rennen im Red Bull ran. Dort fuhr er solide und verbesserte sich peu à peu, ohne aber an Platzhirsch Max Verstappen heranzukommen. Die Krönung seiner jungen F1-Karriere, ein möglicher zweiter Platz in Brasilien, blieb ihm jedoch verwehrt, weil er von Hamilton kurz vor Rennende von der Strecke geschoben wurde.
  • Charles Leclerc (Ferrari) | Note: 2

    Charles Leclerc (Ferrari) | Note: 2

    Der Monegasse überzeugte in seinem ersten Jahr bei der Scuderia nahezu auf voller Linie. Er sammelte mehr WM-Punkte als Vettel (264 vs. 240), entschied das teaminterne Qualifying-Duell für sich und stand gleich zweimal ganz oben auf dem Podium - unter anderem beim Ferrari-Heimspiel in Monza. Untermauerte gleich mehrfach seinen Anspruch darauf, die Nummer eins im Team zu sein, muss sein Feuer jedoch noch besser unter Kontrolle bekommen.
  • Lando Norris (McLaren) | Note: 2

    Lando Norris (McLaren) | Note: 2

    Der vor Kurzem erst 20 Jahre alt gewordene Norris lieferte eine beeindruckende Debütsaison im überraschend starken McLaren. Sorgte mit Platz sechs in Bahrain und in Österreich für Highlights. Hätte vermutlich sogar noch mehr als 49 WM-Punkte gesammelt, wäre er nicht das ein oder andere Mal vom Pech verfolgt gewesen, wie zum Beispiel in Belgien, als sein Bolide - auf Rang fünf liegend - kurz vor Schluss einen Defekt aufwies. Vom Briten ist noch einiges zu erwarten.
  • Valtteri Bottas (Mercedes) | Note: 2

    Valtteri Bottas (Mercedes) | Note: 2

    Die Nummer zwei im Team zu sein, ist keine dankbare Aufgabe, das bekam der Finne auch in seinem dritten Jahr bei Mercedes zu spüren. Dennoch erfüllte er seine Pflichten (meist) zur vollen Zufriedenheit. Vier Siege und sieben zweite Plätze und daraus resultierend WM-Rang zwei sind für den 30-Jährigen, der nur zur Saisonmitte ein wenig wankte, zur Zeit nah am Maximum.
  • Carlos Sainz (McLaren) | Note:1,5

    Carlos Sainz (McLaren) | Note:1,5

    Sainz ließ den Abgang von Fernando Alonso schnell vergessen. In einem überraschend potenten McLaren sicherte sich der Spanier - nach starken Qualifyingergebnissen - in den Rennen zumeist den Titel "Best of the Rest" und belegte damit am Ende der Saison verdient WM-Rang sechs. Zog auch in Duellen mit den Großen nicht zurück, wurde am Ende dreimal Fünfter und in Brasilien sogar Dritter - und fuhr damit das beste McLaren-Resultat seit 2014 ein.
  • Max Verstappen (Red Bull Racing) | Note: 1

    Max Verstappen (Red Bull Racing) | Note: 1

    Was der Niederländer bei Red Bull leistet, wird immer wieder mit Blick auf die Teamkollegen deutlich. Aus dem grundsätzlich guten Auto vermag nur er Spitzenresultate herauszukitzeln, Albon und Gasly lagen jeweils weit dahinter. Das Erfolgsrezept von Red Bull heißt momentan vor allem Max Verstappen. Der erst 22-Jährige ließ als WM-Dritter beide Ferrari hinter sich. Und stellt ihm sein Team im Winter ein stärkeres Auto hin, dann darf er im Klassement 2020 auf noch mehr hoffen.
  • Lewis Hamilton (Mercedes) | Note: 1

    Lewis Hamilton (Mercedes) | Note: 1

    Ein Weltmeister ist ein Weltmeister ist ein Weltmeister. Hamilton hat der Saison erneut seinen Stempel aufgedrückt. Der 34-Jährige ist und bleibt eine Ausnahme-Erscheinung: Schnell, nervenstark, fehlerfrei! Die Herausforderer konnten das in dieser Konstanz bislang noch nicht leisten. Als Einziger kam Hamilton in jedem der 21 Rennen ins Ziel, stellte mit 413 Punkten einen neuen Formel-1-Rekord auf. Um Hamilton 2020 zu schlagen, werden die Gegner schon sehr, sehr schnelle Autos brauchen.
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