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Drogen, Alkohol, Doping: Die Skandal-Akte Jan Ullrich

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  • Auf dem Höhepunkt

    Auf dem Höhepunkt

    1995 beginnt die Profi-Karriere des jungen Jan Ullrich beim Team Telekom. Nur zwei Jahre später krönt er sich zum König des Radsports. Ullrich gewinnt die Tour de France und wird Deutschlands neuer Liebling. Ullrich ist als 23-Jähriger auf dem Gipfel angekommen. Er sichert sich 2000 die Olympische Goldmedaille, wird insgesamt fünfmal Tour-Zweiter. Trotz der sportlichen Erfolge häufen sich die Skandale.
  • Fehlende Disziplin

    Fehlende Disziplin

    Jahr für Jahr lässt es Ullrich in den kalten Monaten schleifen. Der Rostocker leidet regelmäßig unter Übergewicht und schlechter Fitness. Er ist zwar immer noch Teil der Weltspitze, bei der Tour landet er jedoch nie wieder ganz oben auf dem Treppchen. Viele sehen seine fehlende Disziplin in den Winter-Monaten als Ursache.
  • Unfall und Pillen

    Unfall und Pillen

    2002 gerät Ullrich durch einen Unfall in die Schlagzeilen. Der Radsport-Star rammt in Freiburg mit seinem Porsche ein Geländer, demoliert zahlreiche Fahrräder und begeht anschließend Fahrerflucht. Später kommt raus: Ullrich stand unter Alkoholeinfluss, hatte "ein paar Gläser Wein" getrunken. In der Reha wird er positiv auf Amphetamine getestet. Er führt dies auf Pillen zurück, die ihm ein Unbekannter in einer Diskothek gab.
  • Der Anfang vom Ende

    Der Anfang vom Ende

    Kurz vor dem Start der Tour de France 2006 wird Jan Ullrich von dem Rennen ausgeschlossen. "Da brach meine Sportlerwelt zusammen. Für mich war es ein Riesen-Schock. Ab dem Tag war nichts mehr, wie es vorher mal war", sagt der Deutsche später. Der Grund für den Ausschluss: Ullrich soll in den Dopingskandal Fuentes verwickelt sein. Was zunächst nur ein Verdacht ist, sollte sich später bestätigen.
  • Der Doping-Sünder ist entlarvt

    Der Doping-Sünder ist entlarvt

    Ullrich hatte sich nach eigener Aussage so gut wie nie zuvor auf die Tour vorbereitet. Im ersten Jahr ohne seinen ärgsten Widersacher Lance Armstrong sollte es unbedingt den zweiten Gesamtsieg geben. Doch daraus wurde nichts. Nach dem Ausschluss sollte es Ullrich nie wieder zu sportlichen Erfolgen schaffen.
  • Schwere Vorwürfe

    Schwere Vorwürfe

    Die Beweise gegen Ullrich im Dopingskandal um den spanischen Arzt Fuentes sind erdrückend. Textnachrichten zwischen Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage und Fuentes belegen den Verdacht, dass Ullrich auf unerlaubte Hilfsmittel zurückgreift. Er selbst beruft sich auf die Unschuldsvermutung: "Ich muss doch nicht meine Unschuld beweisen. Es ist menschenunwürdig, wenn ich einen Gentest abgeben muss. Ich bin Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher."
  • Erdrückende Beweise

    Erdrückende Beweise

    Nach und nach kommen mehr Einzelheiten ans Licht. So soll Ullrich innerhalb eines Jahres 35.000 Euro für Dopingmittel ausgegeben haben, die "SZ" schreibt gar von 120.000 Euro. Ullrich streitet weiterhin alles ab. Derweil eröffnet die Hamburger Staatsanwaltschaft das beantragte Strafverfahren gegen den Profi.
  • Der Rundumschlag

    Der Rundumschlag

    Anfang 2007, als er längst vom Team Telekom entlassen wurde, lädt Ullrich zu einer Pressekonferenz, die am Ende keine einzige Frage zum Doping beantwortet. Der Rostocker holt zum Rundumschlag aus, bezeichnet einige Journalisten als "schwarze Schafe", attackiert den Dopingexperten Werner Franke ("Ein zerstreuter Professor aus Heidelberg"), kritisiert "Schulterklopfer" Rudolf Scharping und sagt: "Ich habe niemanden betrogen."
  • Gute Miene zum bösen Spiel

    Gute Miene zum bösen Spiel

    Rückfragen lässt "Ulle" auf der Pressekonferenz nicht zu. Er nutzt die Zeit für seine ganz persönliche Abrechnung. Am Ende gibt er seinen Rücktritt als Profi-Radsportler bekannt. Eine Randnotiz, die nicht überraschend kommt. Die letzten 15 Minuten werden zu einer reinen Werbeveranstaltung, die Ullrich nutzt, um seine neuen Partner vorzustellen.
  • Nächster Auftritt vor Gericht

    Nächster Auftritt vor Gericht

    Obwohl Ullrichs Karriere beendet ist, schreibt der Ex-Profi weiter Schlagzeilen. Ende 2008 kommt es zu einem Gerichtsprozess mit seinem Ex-Team Coast. Es geht um ausstehende Gehaltszahlungen. Das Team fordert Geld zurück, weil es der Ansicht ist, Ullrich hätte in seiner Zeit bei Coast Anfang 2003 gedopt. Nach vielen Jahren entscheidet das Gericht schließlich pro Ullrich - viele nehmen den Urteilsspruch kopfschüttelnd zur Kenntnis.
  • Die Verurteilung

    Die Verurteilung

    Die Affäre um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes dauerte mehrere Jahre an. Im Februar 2012 wird das Urteil gesprochen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) sprach Ullrichs für Schuld und verurteilte ihn. Damit einher gingen auch die Annullierung aller Erfolge Ullrichs seit dem 1. Mai 2005.
  • Das Geständnis

    Das Geständnis

    Durch das Urteil wurden zum Beispiel der dritte Platz bei der Tour de France 2005 und der Sieg bei der Tour de Suisse 2006 ungültig. 2013 gibt der Rostocker erstmals die Einnahme unerlaubter Mittel zu. Als Betrüger sieht er sich dennoch nicht. Er habe nichts genommen, "was die anderen nicht auch genommen haben. Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so."
  • Unfall mit Folgen

    Unfall mit Folgen

    Den nächsten Skandal produziert Ullrich im Jahr 2014. Der Radsport-Star verursacht unter Alkoholeinfluss einen Unfall, zwei Personen müssen ins Krankenhaus. Die Atemluft-Probe ergibt einen Promillewert von 1,4. Es tue ihm furchtbar leid, betont Ullrich, der anschließend mit den Worten zitiert wird: "Mein Gott, das kann jedem mal passieren."
  • Ausraster auf Mallorca

    Ausraster auf Mallorca

    Anfang August 2018 wird Jan Ullrich auf Mallorca festgenommen. Der einstige Star randaliert auf dem Grundstück von Schauspieler Til Schweiger. Ullrich bepöbelt die Gäste und schlägt einen Unbekannten. Er selbst hat eine andere Version, beteuert anschließend aber, sich in Therapie begeben zu wollen.
  • Alkohol und Drogen

    Alkohol und Drogen

    In den Tagen danach kommen immer mehr Einzelheiten über das Leben Ullrichs an Licht. Neben Alkoholproblemen ist Ullrich auch drogenabhängig. Das Thema wird medial ausgeschlachtet. Selbst am Flughafen, als sich Ullrich mit dem Privatjet auf den Weg in eine deutsche Therapie-Einrichtung macht, wird er auf Schritt und Tritt begleitet.
  • Eskalation im Hotelzimmer

    Eskalation im Hotelzimmer

    In Frankfurt angekommen, steigt Ullrich in der Villa Kennedy ab. Dort greift er erneut zu Alkohol und Drogen. Er lässt sich eine Escort-Dame auf das Zimmer kommen. Gegen 5:00 Uhr morgens eskaliert die Situation. Ullrich soll die Dame gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wird. Anschließend flüchtet sie aus dem Zimmer und ruft die Polizei.
  • Aus der Psychatrie in die Entzugsklinik

    Aus der Psychatrie in die Entzugsklinik

    Am Tag danach wird Ullrich in U-Haft genommen, anschließend gar in eine Psychatrie eingewiesen. Nach nur einer Nacht wird er wieder entlassen. Einzelheiten aus der Nacht kommen ans Tageslicht. Mehrere Flaschen Whiskey und Drogen werden in Ullrichs Zimmer gefunden. Anschließend begibt er sich unter anderem in eine Entzugsklinik in die USA.
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