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DFB-Formcheck: Wer kann unter Löw überzeugen?

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  • DFB-Formcheck: Wer kann unter Löw überzeugen?

    DFB-Formcheck: Wer kann unter Löw überzeugen?

    Nach dem WM-Debakel steht die deutsche Nationalmannschaft erstmals seit Jahren vor einem Neuanfang. Im Kader von Bundestrainer Joachim Löw befinden sich nach den (vorläufigen) Rücktritten von Mesut Özil und Mario Gomez viele bekannte Gesichter. Drei Neulinge wollen sich aufdrängen. Wer kann den Umbruch aktiv mitgestalten? Für wen läuft die Uhr im DFB-Team ab? Die 22 Nominierten unter der Lupe:
  • TOR: Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

    TOR: Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

    Der Schlussmann des FC Barcelona hat ein Problem: Manuel Neuer. Solange der Münchner weiterhin in der Nationalmannschaft spielt, bleibt ter Stegen nur der Platz auf der Bank. Allerdings ist die Zeit auf der Seite des 26-Jährigen. In seinem Klub läuft zum Saisonstart unterdessen alles rund: Mit 12:2 Toren und maximaler Punkt-Ausbeute thront Barca auf Platz eins in La Liga.
  • Manuel Neuer (FC Bayern München)

    Manuel Neuer (FC Bayern München)

    Wie lange hütet Manuel Neuer noch das Tor im DFB-Team? Ob er 2022 in Katar dabei sein wird, wisse er nicht, erklärte der Bayern-Keeper unlängst. Sein großes Ziel sei der Europameister-Titel. Neuer ist und bleibt erst einmal die Nummer eins - neben ter Stegen hat er ohnehin keinen ernstzunehmenden Konkurrenten. Mit seinem FC Bayern zeigte Neuer außerdem keine Schwäche zum Saisonbeginn.
  • ABWEHR: Nico Schulz (1899 Hoffenheim)

    ABWEHR: Nico Schulz (1899 Hoffenheim)

    Ein wenig überraschend steht Nico Schulz vor seinem Länderspieldebüt für Deutschland. Nach der Absage von Jonas Hector, der sich in Köln schont, winkt ihm gar ein Platz in der Startelf. Denn in der Nationalelf gilt weiterhin: Auf der Linksverteidiger-Position hat Joachim Löw nur wenige Alternativen. In der jungen Saison präsentierte sich Schulz ordentlich, beim Heimsieg gegen Freiburg belohnte er sich mit einem Assist.
  • Mats Hummels (FC Bayern München)

    Mats Hummels (FC Bayern München)

    Hummels hat in der DFB-Elf die Rolle des Leaders und Leistungsträgers inne. Sein Wort hat Gewicht. Er ist einer der wenigen Spieler, die auch öffentlich Klartext reden und sich vor den TV-Kameras nicht in leere Phrasen flüchten. Für Löw also unverzichtbar. Allerdings hat Hummels in seinem Verein keinen Freifahrtschein, das Auftaktspiel der Bundesliga musste er von der Bank aus beobachten.
  • Jerome Boateng (FC Bayern München)

    Jerome Boateng (FC Bayern München)

    Beim zweiten deutschen Stamm-Innenverteidiger ist die Lage ähnlich. Boateng spielte eine für seine Verhältnisse unterirdische WM. Dass der FC Bayern im Sommer offen mit einem Verkauf geliebäugelt hat, spricht Bände. Er selbst sieht sich "noch nicht am Zenit". In beiden Bundesliga-Partien stand er immerhin auf dem Rasen und wusste mit gewohnter Zweikampfstärke zu überzeugen. Möglich, dass seine Formkurve wieder nach oben zeigt.
  • Niklas Süle (FC Bayern München)

    Niklas Süle (FC Bayern München)

    Dem dritten zentralen Verteidiger des FC Bayern gehört ganz klar die Zukunft. Trotz seiner 22 Jahre agiert Niklas Süle auf dem Platz erstaunlich reif und abgeklärt, ist schnell, zweikampfstark, physisch ein Monster. Der Ex-Hoffenheimer bringt alles mit, was ein Innenverteidiger auf Weltklasseniveau heutzutage braucht. In München ist er auf lange Sicht der neue Abwehrchef, im DFB-Team dürfte das auch nur noch eine Frage der Zeit sein.
  • Antonio Rüdiger (FC Chelsea)

    Antonio Rüdiger (FC Chelsea)

    Der Innenverteidiger des FC Chelsea war bisher vor Süle die Nummer drei unter Löw. Der Aufstieg zur Nummer zwei ist nicht ausgeschlossen. Rüdiger hat mit den Blues als Stammspieler unter dem neuen Trainer Maurizio Sarri einen Sahne-Start mit vier Siegen aus vier Spielen hingelegt. Wenn er sein Spiel auf das nächste Level hebt, könnte er schon 2020 eine tragende Rolle in der DFB-Auswahl spielen.
  • Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain)

    Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain)

    Sein Wechsel von Schalke nach Paris birgt ein großes Risiko für den Youngster. Denn nur mit dauerhaften Einsätzen wird er Bundestrainer Löw von seinen Qualitäten überzeugen. In seinem ersten Spiel für PSG verursachte Kehrer allerdings gleich einen Strafstoß, im zweiten saß er nur auf der Bank. Kehrer muss liefern.
  • Joshua Kimmich (FC Bayern München)

    Joshua Kimmich (FC Bayern München)

    Hilf- und ideenlos sprintete Joshua Kimmich in Russland die Außenbahn entlang. Der Auftritt bei der WM kann das Gesamtbild des Rechtsverteidigers jedoch nicht trüben, zu groß ist das Potenzial des 23-Jährigen. In den ersten Partien unter Niko Kovac bei den Bayern zeigte er solide Leistungen - hinten wie vorne. In der DFB-Elf wird er in den nächsten Jahren ein zentraler Baustein sein.
  • Matthias Ginter (Bor. Mönchengladbach)

    Matthias Ginter (Bor. Mönchengladbach)

    Matthias Ginter blieb bei der WM als einziger deutscher Feldspieler ohne Einsatz und vom Hohn und Spott der Öffentlichkeit somit verschont. Der 24-Jährige galt vor dem Turnier als Wackelkandidat, ist gleichzeitig aber jemand, der seine Arbeit ruhig und solide erledigt. Qualitäten, die kein Spiel entscheiden können, wohl aber genug geschätzt werden, um auch weiterhin Teil der Nationalmannschaft zu sein.
  • Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

    Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

    Kurz vor der WM wurde Tah noch aus dem deutschen Kader gestrichen. Der Innenverteidiger bringt jedoch sämtliche Anlagen mit, um in Zukunft unverzichtbar für Löw zu werden. In spätestens vier Jahren könnte der Leverkusener aus dem DFB-Team nicht mehr wegzudenken sein. Doch erst einmal muss der 22-Jährige sich mit Bayer in der Bundesliga behaupten. Die noch junge Saison droht nach dem Fehlstart ein hartes Stück Arbeit zu werden.
  • MITTELFELD: Toni Kroos (Real Madrid)

    MITTELFELD: Toni Kroos (Real Madrid)

    Dank überragender sportlicher Leistungen hat sich Toni Kroos in den letzten Jahren zum vielleicht wichtigsten deutschen Nationalspieler entwickelt. Er gilt nicht umsonst als unersetzlich. Die nachrückende Konkurrenz auf seiner Position ist überschaubar, sein Platz im Team sicher. Auch in Madrid bleibt Kroos in der neuen Saison der Dreh- und Angelpunkt.
  • Ilkay Gündogan (Manchester City)

    Ilkay Gündogan (Manchester City)

    Gündogan produzierte durch die Erdogan-Affäre im Vorfeld der WM mehr Schlagzeilen als durch seine (schwache) Leistung auf dem grünen Rasen. In seinem Klub, Manchester City, bewies er zu Saisonbeginn, dass er den Kopf wieder frei bekommen hat. Pep Guardiola setzte in allen Spielen auf Gündogan. Auch Joachim Löw will weiter auf die Qualitäten des technisch starken Mittelfeldspielers bauen.
  • Leon Goretzka (FC Bayern München)

    Leon Goretzka (FC Bayern München)

    Beim 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart zeigte Leon Goretzka, was in ihm steckt: Von Kovac in die Startelf beordert, rief der Neu-Bayer eine erstklassige Vorstellung ab, lenkte das Bayern-Spiel nach Belieben und erzielte zudem seinen ersten Treffer im neuen Trikot. Möglich, dass der Mittelfeldmann nun auch im Nationaldress eine faire Chance in der ersten Elf bekommt.
  • Kai Havertz (Bayer Leverkusen)

    Kai Havertz (Bayer Leverkusen)

    Der Leverkusener ist Träger der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Spieler im U19-Bereich. Nicht von ungefähr: Havertz ist für sein Alter erstaunlich weit. Sowohl fußballerisch als auch im Kopf. Bayer-Trainer Heiko Herrlich bezeichnete den 19-Jährigen zuletzt als das "größte Talent seit Toni Kroos". Der Youngster hat die EM 2020 als mittelfristiges Ziel ausgegeben. Wird er eins der Gesichter des Umbruchs?
  • ANGRIFF: Julian Draxler (Paris Saint-Germain)

    ANGRIFF: Julian Draxler (Paris Saint-Germain)

    Bei Joachim Löw hatte Julian Draxler bislang einen Stein im Brett. Anders war die WM-Teilnahme des Pariser Teilzeitprofis kaum zu erklären. Lediglich seine guten Leistungen beim Confed Cup 2017 sprachen vor der Endrunde in Russland für Draxler. Obgleich Draxler unter PSG-Coach Tuchel erneut nur zweite Wahl ist und bisher nur auf Kurzeinsätze kommt: Löw hält weiter am Ex-Schalker fest.
  • Thomas Müller (FC Bayern)

    Thomas Müller (FC Bayern)

    Der Ur-Bayer enttäuschte bei der WM auf ganzer Linie. Müller nahm kaum am Spiel teil und strahlte null Torgefahr aus - ein Schatten vergangener Jahre. Das WM-Debakel hat der 28-Jährige aber längst verarbeitet: Mit zwei Toren und zwei Vorlagen ist Müller Top-Scorer nach zwei Spieltagen in der Liga. In dieser Form ist Müller im DFB-Dress unverzichtbar.
  • Marco Reus (Borussia Dortmund)

    Marco Reus (Borussia Dortmund)

    Die erste WM-Teilnahme kam für den mittlerweile 29 Jahre alten Reus eigentlich viel zu spät. Dennoch war der Dortmunder in Russland einer der wenigen raren Lichtblicke. Der Offensivspieler dürfte zukünftig aufgrund seiner herausragenden Fähigkeiten als feste Größe eingeplant sein - immer vorausgesetzt, er bleibt fit. Mit dem BVB legte Reus einen ordentlichen Start hin, glänzte vor allem beim Auftaktspiel gegen Leipzig mit Tor und Vorlage.
  • Leroy Sané (Manchester City)

    Leroy Sané (Manchester City)

    Das große Fragezeichen im Kader: Die Ausbootung Sanés war vor der WM eins der größten Rätsel. Immerhin spielte der trickreiche Flügelstürmer in Manchester eine herausragende letzte Saison. Doch in der neuen Spielzeit sind die Vorzeichen umgekehrt: City-Teammanager Pep Guardiola strich Sané wohl aufgrund von Einstellungsproblemen zuletzt aus dem Kader, in der Nationalmannschaft darf er nun neues Selbstvertrauen tanken.
  • Julian Brandt (Bayer Leverkusen)

    Julian Brandt (Bayer Leverkusen)

    Als einer der wenigen Lichtblicke bei der WM wurde Leverkusens Youngster gefeiert. Wie repräsentativ 19 Einsatzminuten sind, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist aber: Brandt agierte auf der größten aller Bühnen mutig, traute sich Dinge zu, vor denen andere DFB-Spieler kniffen. Der 22-Jährige, frisch mit der Nummer 10 ausgestattet, muss sich um seinen Platz im Team keine Sorgen machen, auch wenn er mit seinen Kollegen von Bayer Leverkusen den Liga-Start gehörig in den Sand setzte.
  • Timo Werner (RB Leipzig)

    Timo Werner (RB Leipzig)

    In Russland ließ Werner seinen Killerinstinkt vor dem Tor vermissen, überzeugte allerdings dank seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke zumindest teilweise als Flügelspieler. Der Leipziger ist Stand jetzt auf Jahre hinaus nicht mehr aus dem Team wegzudenken - nicht nur, weil ernsthafte Konkurrenten im Angriff nicht in Sicht sind. Allerdings reist der Leipziger nicht in Topform zu den Länderspielen, konnte mit RB noch keinen Sieg einfahren.
  • Nils Petersen (SC Freiburg)

    Nils Petersen (SC Freiburg)

    Dank 15 Saisontoren für den SC Freiburg sprang Petersen fast noch auf den WM-Zug auf. Nach dem Rücktritt von Mario Gomez setzt Joachim Löw gegen Frankreich und Peru nun erneut auf den 29-Jährigen. Ob eine längere DFB-Karriere winkt, ist angesichts der jüngeren Konkurrenz allerdings nur schwer vorstellbar.
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