IOC veröffentlicht Urteilsbegründung im Fall Subkov

07.12.2017 12:37
Alexander Subkov konnte konkret belastet werden
Alexander Subkov konnte konkret belastet werden

Der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gesperrte ehemalige Bob-Pilot Alexander Subkov ist in der am Donnerstag veröffentlichten detaillierten Urteilsbegründung konkret belastet worden. Darin heißt es unter anderem, dass zwei Proben des 43-Jährigen, dem die beiden Olympiasiege von Sotschi im Zweier- und Viererbob aberkannt wurden, manipuliert worden seien.

Zudem erklärte der Kronzeuge Grigory Rodchenkov, dass Subkov "lange Zeit" verbotene Substanzen benutzt habe. Außerdem habe Rodchenkov dem Team geholfen, einer unangekündigten Dopingkontrolle zu entgehen. Zudem habe das Team vor den Winterspielen in Sotschi einen geplanten Wettbewerb ausgelassen, um sich mit Doping auf die Spiele vorbereiten zu können.

Subkov ist inzwischen Präsident des russischen Bob- und Skeletonverbandes. Im Fall des ebenfalls lebenslang für Olympia gesperrten Skilanglauf-Stars Alexander Legkov hatte das IOC die Urteilsbegründung der sogenannten Oswald-Kommission am 27. November veröffentlicht.

Glaubwürdige Zeugen belasten

Laut der 50-seitigen Urteilsbegründung im Fall Subkov wurden an beiden Probenbehältern Kratzer gefunden, die auf eine Öffnung zurückzuführen seien. Zudem wies eine Probe eine Salzkonzentration auf, die "erheblich höher" sei, als bei einem gesunden Menschen zu erwarten sei. Zudem taucht der Name Subkovs auf der sogenannten "Duchess-Liste" auf, auf der Athleten stehen, die laut Rodchenkov unter staatlicher Kontrolle leistungssteigernde Substanzen bekommen haben.

Subkov gehört zu den 25 russischen Sportlern, die vom IOC lebenslang in allen Funktionen von Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden. Insgesamt haben inzwischen 22 Athleten inklusive Subkov vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Klage eingereicht.

Wie schon bei Legkov erkannte die Oswald-Kommission klar an, dass das von WADA-Sonderermittler McLaren beschriebene Betrugssystem (Austausch bzw. Manipulation russischer Dopingproben) während der Winterspiele 2014 in Sotschi zur Anwendung kam. Auch stufte sie Rodchenkov als "glaubwürdigen" Zeugen ein.