Dahlmeiers Hochfilzen-Start unter traurigen Vorzeichen

07.12.2017 13:43
Laura Dahlmeier blickt dem Rennen in Hochfilzen entgegen
Laura Dahlmeier blickt dem Rennen in Hochfilzen entgegen

Überfliegerin Laura Dahlmeier feiert im Weltcup an historischer Stätte ihren Einstand - allerdings unter traurigen Vorzeichen. Denn plötzlich war die Rückkehr an den Ort ihres WM-Märchens für Biathlon-Königin Laura Dahlmeier nur noch Nebensache.

Der tragische Tod ihres 17 Jahre alten Partenkirchener Vereinskollegen Max Burkhart nach einem Sturz in der alpinen Abfahrt in Lake Louise hat die 24-Jährige vor dem Weltcup im österreichischen Hochfilzen tief erschüttert.

"Der Sport schenkt uns so viele schöne Momente und ermöglicht unvergessliche Augenblicke - auf der anderen Seite ist er grausam und zeigt, wie wenig Zeit uns doch auf dieser wunderbaren Welt bleibt", schrieb Dahlmeier auf Facebook.

Dabei hatte sie sich so auf die Rennen von Freitag bis Sonntag und ihren Einstand in den Olympia-Winter gefreut. "Hochfilzen ist voller positiver Erinnerungen. Schön, wieder herzukommen!", betonte sie kürzlich in den sozialen Medien, versehen mit dem Hashtag #sowasvonbereit. Dahlmeier, die bei den Weltmeisterschaften im Februar mit fünf Titeln und einmal Silber Geschichte geschrieben hatte, verpasste den Weltcup-Auftakt in Östersund wegen einer Erkältung.

Dahlmeier erwartet keine Wunderdinge

In Hochfilzen trifft Dahlmeier nun gleich einmal auf harte Konkurrenz aus dem eigenen Lager. So hatte Denise Herrmann ihre prominente Kollegin im hohen Norden mit ihren ersten beiden Weltcup-Erfolgen glänzend vertreten - nun kommt es also erstmals zum mit Spannung erwarteten Duell: Aufsteigerin gegen Überfliegerin.

Doch Dahlmeier bremst die Erwartungen. "Dass meine Form gleich bei einhundert Prozent sein wird, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Wunderdinge erwarte ich nach der Krankheit eher nicht", sagte sie zurückhaltend.

Dies sei für sie "eine Standortbestimmung. Das heißt, ich muss jetzt in den Wettkampfrhythmus reinkommen", ergänzte Dahlmeier. Das Wichtigste aber: Sie sei nun "wieder komplett gesund". Am vergangenen Wochenende hatte sie bereits bei einem FIS-Rennen in Seefeld teilgenommen.

Doch trotz Dahlmeiers Startproblemen in die Saison sieht sich Herrmann noch nicht auf Augenhöhe. "Zu Laura fehlt mir noch sehr, sehr viel. Sie legt eine unglaubliche Konstanz hin und ist die beste Biathletin der Gegenwart", sagte die 28-Jährige voller Respekt.

Ehrgeizige Herrmann schaut zu Dahlmeier auf

Mit Blick auf die Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) sprach Herrmann aber von einer "super Konstellation für Biathlon-Deutschland", denn: "Ich habe das Privileg, mit ihr zu trainieren. Wir pushen uns immer gegenseitig, auch mal mit kurzen Sprints. Da ist sie auch scharf drauf, sich mit mir zu messen." Das kann Dahlmeier nun auch im Wettkampf - erst am Freitag im Sprint über 7,5 km und dann am Samstag in der Verfolgung über 10 km.

Auch wenn die ehrgeizige Herrmann, die erst im vergangenen Winter vom Langlauf- ins Biathlon-Lager gewechselt war, Vergleiche mit Dahlmeier scheut - Geschmack am Gewinnen hat sie bekommen. "Daran könnte man sich gewöhnen. Wenn man am Start ist, will man das Optimum herausholen", sagte sie. Ihr sei aber "auch klar, dass das kein Selbstläufer ist und ich speziell beim Schießen weiter konsequent arbeiten muss".

Sie sei deshalb "einfach nur glücklich", fügte sie an, "dass ich in Hochfilzen dabei sein kann. Das war ja vor den ersten Weltcup-Rennen noch überhaupt nicht klar." Im Frühjahr sei sie noch als Zuschauer zur WM nach Hochfilzen gefahren, "und jetzt, ein paar Monate später, stehe ich dort selbst am Start". Zusammen mit der Biathlon-Königin.