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Kostenexplosion! Pirelli warnt vor F1-Reifenkrieg

04.12.2017 17:51
Pirelli warnt vor einem neuen Reifenkrieg
Pirelli warnt vor einem neuen Reifenkrieg

Bei einer weltweiten Umfrage unter den Fans der Formel 1, die in diesem Jahr von "Motorsport Network" in Zusammenarbeit mit Nielsen Sports durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass die meisten Zuschauer einen neuen Reifenkrieg in der Königsklasse begrüßen würden.

Zuletzt traten in der Formel 1 im Jahr 2006 mit Michelin und Bridgestone zwei verschiedene Hersteller an. Seit 2007 gibt es in der Königsklasse Einheitsreifen - und das aus gutem Grund.

Pirelli-Manager Mario Isola erklärt, dass eine Formel-1-Saison für den italienischen Hersteller ungefähr "vier- oder fünfmal" so teuer wäre, wenn es einen Rivalen geben würde. In Zeiten, in denen das Sparen in der Königsklasse ganz groß geschrieben wird, wäre ein Reifenkrieg zwischen zwei oder mehr Herstellern also eindeutig das falsche Zeichen. Doch warum würden die Kosten überhaupt so explodieren?

"In meiner Laufbahn habe ich in anderen Meisterschaften bereits einen Reifenkrieg erlebt", verrät Isola und erklärt: "In der Formel 1 brauchst Du mehr als einen speziellen Reifen pro Strecke. Denn auf der gleichen Strecke kannst Du fünf verschiedene Bedingungen vorfinden." Zusätzlich würde man beispielsweise auch für das Qualifying einen eigenen Reifen an den Start bringen.

Vierzig statt sieben Mischungen

Zur Erinnerung: 2018 wird Pirelli die komplette Saison mit sieben verschiedenen Mischungen bestreiten. Bei einem Reifenkrieg-Szenario würde es aber vermutlich um die 40 Mischungen pro Jahr brauchen, um auf jeder Strecke konkurrenzfähig zu sein. "Ich denke schon", bestätigt Isola und erklärt, dass man die eigenen Pneus zudem auch während des Jahres permanent weiterentwickeln müsste.

"Du musst ja mit der Entwicklung der Autos Schritt halten - und nicht nur das. Du brauchst ja auch für jedes Team eigene Mischungen, weil jedes Auto anders ist", erklärt er. Zusammengefasst: Pirelli müsste für jede Strecke und für jedes Kundenteam jeweils eigene Mischungen bauen, die man zudem während des Jahres auch noch überarbeiten müsste. Isola bezeichnet die Situation daher als "sehr kompliziert".

"Man darf außerdem nicht nur die Kosten für den Reifenhersteller berücksichtigen. Auch für die Teams wäre es teurer", erklärt er und verweist darauf, dass man viel mehr testen müsste - was natürlich auch die Teams betreffen würde. Pirellis Vertrag als Alleinausrüster der Königsklasse läuft noch bis einschließlich 2019. Dass es danach wieder einen Reifenkrieg geben wird, erscheint angesichts der Kosten äußerst unwahrscheinlich.

Formel 1 2017

Australien
Australien GP
26.03.
China
China GP
09.04.
Bahrain
Bahrain GP
16.04.
Russland
Russland GP
30.04.
Spanien
Spanien GP
14.05.
Monaco
Monaco GP
28.05.
Kanada
Kanada GP
11.06.
Aserbaidschan
Aserbaidschan GP
25.06.
Österreich
Österreich GP
09.07.
Großbritannien
Großbritannien GP
16.07.
Ungarn
Ungarn GP
30.07.
Belgien
Belgien GP
27.08.
Italien
Italien GP
03.09.
Singapur
Singapur GP
17.09.
Malaysia
Malaysia GP
01.10.
Japan
Japan GP
08.10.
USA
USA GP
22.10.
Mexiko
Mexiko GP
29.10.
Brasilien
Brasilien GP
12.11.
VA Emirate
Abu Dhabi GP
26.11.
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