Borg vs. McEnroe: Zwei wie Feuer und Eis

14.10.2017 10:03
Zwei ungleiche Rivalen auf dem Tennis-Court: John McEnroe (l.) und Björn Borg
Zwei ungleiche Rivalen auf dem Tennis-Court: John McEnroe (l.) und Björn Borg

Das Wimbledon-Finale 1980 zwischen Björn Borg und John McEnroe gilt als bestes Tennis-Match aller Zeiten. Die ungleichen Kontrahenten verband trotz aller Gegensätze einiges. sport.de blickt zurück auf eine der faszinierendsten Rivalitäten der Sportgeschichte.

Erneut steht John McEnroe enorm unter Druck. Soeben hat sich Björn Borg im fünften Satz beim Stand von 7:6 den nächsten Matchball gesichert. McEnroe rückt noch einmal sein rotes Stirnband zurecht, bringt dann seinen Aufschlag auf Borgs Rückhand.

Den Return des Schweden kann der US-Boy am Netz nur mit Mühe und Not noch einmal kontern. Borg ergreift die Gelegenheit beim Schopfe und feuert die Filzkugel an seinem Gegner vorbei ins Feld. Spiel, Satz, Sieg für Borg!

Frenetischer Jubel brandet auf den Rängen des Centre Courts auf. Der Modellathlet aus dem hohen Norden gewinnt zum fünften Mal in Folge die All England Championships.

 sport.de und CINEPLEX präsentieren die Preview zu Borg / McEnroe

Borg jubelnd, McEnroe enttäuscht

Für einen kurzen Moment fällt die Fassade des sonst so coolen Champions. Borg kniet auf dem heiligen Rasen nieder und schreit seine Freude heraus.

Nach dem Shakehands mit dem tief enttäuschten McEnroe lässt Borg sich auf seinen Stuhl fallen und vergräbt das Gesicht in den Händen. Minutenlang genießt er die nicht enden wollenden Ovationen der Zuschauer.

Tennis-Schlacht über 3:52 Stunden

Zuvor haben sich der Dominator und sein Herausforderer über 3:52 Stunden eine wahre Tennis-Schlacht geliefert. Hin und her ging es auf dem Hauptplatz an der Londoner Church Road.

McEnroe gewann den ersten Satz locker mit 6:1, Borg den zweiten knapp 7:5, den dritten 6:3. "Beide schauen immer wieder in den Gewehrlauf, sind aber immer noch am Leben", beschrieb der TV-Kommentator der "BBC" das dramatische Geschehen.

Dann der legendäre Tiebreak im vierten Satz, die laut "San Francisco Chronicle" "größte Episode der gesamten Sportgeschichte". 22 Minuten dauerte alleine diese nervenaufreibende Phase des Spiels.

Mit 18:16 holte sich McEnroe am Ende den Satz. Der Mann aus New York City bewahrte sich so seine Siegchance – mit dem schlechteren Ende im entscheidenden Durchgang für sich.

"Ice-Borg" vs. "Super-Brat"

Die gesamte 94. Ausgabe des prestigeträchtigsten Tennis-Turniers der Welt stand im Zeichen des Duells zwischen Borg und McEnroe. Vor allem die Gegensätzlichkeit der Kontrahenten fasziniert die Fans. "Wir waren wie Feuer und Eis", erinnerte sich McEnroe später gegenüber dem "Tennismagazin".

Hier der vom Publikum hochgeschätzte "Ice-Borg", der seine Emotionen nie nach außen kehrte und sich seit den späten siebziger Jahren den Status einer absoluten Sport-Ikone erarbeitet hatte.

Dort der impulsive "Super-Brat" (Super-Rotzlöffel) McEnroe, bekannt für seine cholerischen Wutausbrüche, den die "New York Times" einmal als "schlechteste Werbung für amerikanische Werte seit Al Capone" bezeichnete. Wegen seines flegelhaften Benehmens im Halbfinale gegen Jimmy Connors pfiff das Publikum den Amerikaner sogar schon vor dem ersten Ballwechsel mit Borg aus.

Borg und McEnroe heben Tennis auf neues Level

Die beeindruckende sportliche Rivalität der beiden Ausnahmekönner prägte nicht nur ein Wimbledon-Turnier, sondern eine ganze Tennis-Ära. "Wir waren die Pioniere. John und ich haben unsere Sportart auf ein anderes Niveau gehoben. Wir haben Tennis zu dem gemacht, was es heute ist", blickte Borg später zurück.

Der elegante, stets durchtrainierte Grundlinienspieler Borg und der mit schier grenzenlosem Talent gesegnete Angriffsspieler McEnroe - sie beide waren ihrer Zeit meilenweit voraus.


John McEnroe in Aktion beim Wimbledon-Finale 1980

"Wir sind Freunde"

Nur ein Jahr nach dem Wahnsinns-Finale von 1980 entthronte der Amerikaner seinen Widersacher in dessen Wohnzimmer Wimbledon. 1983 beendet Borg nach einer längeren Phase ohne Turniererfolg im Alter von nur 26 Jahren offiziell seine Karriere - und machte damit auch seinen langjährigen Kontrahenten unglücklich.

"Als Björn aufhörte, hinterließ das ein Loch in meinem Leben", klagte McEnroe in seiner Autobiografie. Denn auf persönlicher Ebene hatten die beiden nie ein Problem miteinander.

Heute sind die Gegner von damals sogar sehr gut befreundet. 1997 war Borg auf McEnroes Hochzeit zu Gast. Regelmäßig treffen sie sich am Rande von Turnieren. "Wir sind Freunde und freuen uns immer, wenn wir uns sehen", sagt Borg über seine Beziehung zu McEnroe.

Tobias Knoop


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