Anti-Doping-Agentur lässt 95 Fälle fallen

13.09.2017 07:06
WADA-Chef Craig Reedie beendete die Untersuchungen
WADA-Chef Craig Reedie beendete die Untersuchungen

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) soll laut eines Berichtes der "New York Times" erklärt haben, 95 der ersten 96 untersuchten Fälle von angeblich gedopten russischen Athleten nicht weiterverfolgen zu wollen.

Die Fälle waren in dem Bericht von Ermittler Richard McLaren aufgeführt worden, nach dessen Untersuchungen 1000 russische Sportler vom Dopingsystem ihres Landes in der Zeit von 2011 bis 2015 profitiert haben sollen.

"Die verfügbaren Beweise waren unzureichend, um zu behaupten, dass diese 95 Athleten gegen die Anti-Doping-Richtlinien verstoßen hätten", sagte Olivier Niggli, Generaldirektor der WADA, in einem internen Bericht der Agentur, den die New York Times erhalten hat. In dem Bericht wurden nach Angaben der Zeitung keine Namen genannt.

Nachdem McLaren mit seinem Bericht das russische Dopingsystem aufgedeckt hatte, hatten die internationalen Fachverbände die Fälle mit ihren russischen Athleten untersucht. Die WADA überprüfte wiederum als Kontrollorgan die Untersuchungen der Fachverbände und kommt nun zu diesem Ergebnis.

Auch eine Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) überprüft gerade Fälle aus dem McLaren-Report in Bezug auf die Winterspiele 2014 in Sotschi/Russland. Im Oktober werden Ergebnisse erwartet. Im Anschluss sollen gegebenenfalls Sanktionen verhängt werden. Die WADA hatte bis zuletzt einen Ausschluss der russischen Mannschaft von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea  gefordert.