Pokal-Tristesse: Wo bleibt das Salz in der Suppe?

13.08.2017 10:55
Auch der BVB ließ dem Underdog keine Chance
Auch der BVB ließ dem Underdog keine Chance

Der Pokal hat (diesmal) keine eigenen Gesetze. Meistens souverän, vereinzelt noch etwas wacklig - aber am Ende immer erfolgreich: Die Bundesligisten haben sich in der ersten Runde bislang keinerlei Blöße gegeben und die Hoffnungen der "Kleinen" auf eine Sensation mitunter brutal zerstört.

5:0 gewann Rekordsieger Bayern München beim Chemnitzer FC, 4:0 lautete das Ergebnis von Titelverteidiger Borussia Dortmund beim Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen. Und sogar Werder Bremen, das bereits das eine oder andere Mal an der Auftakthürde gescheitert war und wohl das größte Potenzial für ein frühes Sensations-Aus birgt, meisterte seine Aufgabe bei den Würzburger Kickers (3:0) ohne größere Probleme.

"Es hat Spaß gemacht", sagte Bayerns Nationalspieler Joshua Kimmich irgendwie stellvertretend für all die Schwergewichte der ersten Pokalrunde: "Für uns war es wichtig, eine Runde weiterzukommen und Spielpraxis zu sammeln als Mannschaft." Trainer Carlo Ancelotti sah eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen Bayer Leverkusen (Freitag, 20:30 Uhr) zudem ein "gutes Spiel" und Schützlinge mit einer "guten Einstellung".

Die hatte bei der Werkself am Freitag nicht vollends gestimmt, erst nach Verlängerung gelang beim Karlsruher SC das 3:0, das gleichzeitig die engste Angelegenheit der bisherigen Partien gewesen war. Zwar gewannen der SC Freiburg (2:1 bei Germania Halberstadt) und 1899 Hoffenheim (1:0 bei Rot-Weiß Erfurt) auch nur mit einem Tor Vorsprung, aber beide Teams sparten vor der Saison immerhin wertvolle Kraft.

Wagner bemüht schlechte Erinnerungen 

"Ich bin schon oft genug gegen Dritt- oder Viertligisten in der ersten Runde ausgeschieden, von daher passt das 1:0", sagte Hoffenheims Nationalspieler Sandro Wagner, der schon am Dienstag wieder gegen den FC Liverpool ran muss. Dann steht nämlich das Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation an, und "ich erwarte ein tolles Erlebnis und ein gutes Spiel von uns", sagte TSG-Trainer Julian Nagelsmann.

Wie die Bayern ist auch der BVB als Tabellendritter der Vorsaison für die Gruppenphase der Königsklasse gesetzt, das nächste Spiel ist daher erst die Auswärtspartie am Samstag beim VfL Wolfsburg. Und auf diese wollen sich die Borussen nach dem geglückten ersten Schritt in Richtung Cup-Verteidigung bestmöglich vorbereiten - ob das aber gelingt?

Auch Zweitligisten ohne Fehl und Tadel

Ihr 20 Jahre alter Problemfall, Ousmane Dembélé, soll die Vorbereitung mit seinem jedenfalls nicht weiter stören. Er bleibt suspendiert, wie die Klub-Verantwortlichen am Sonntag bekannt gaben. Selbstverständlich bestehe für den jungen Franzosen aber "die Möglichkeit, ein individuelles Training abseits der Gruppe zu absolvieren", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Wie den Bundesligisten gelang im Übrigen auch den Vereinen aus dem Unterhaus der Einzug in die nächste Runde. Doch Eintracht Braunschweig (1:2 bei Holstein Kiel) und Darmstadt 98 (1:3 bei Jahn Regensburg) scheiterten in liga-internen Duellen. Das waren dann doch irgendwie zumindest kleine Überraschungen, denn beide Vereine gehören zu den Spitzenteams der zweiten Liga - und sie verloren bei Aufsteigern.