Wegner: Arthur hat uns im Stich gelassen!

17.07.2017 14:56
Trainer Wegner (l.): Abrahams Zukunft noch nicht entschieden
Trainer Wegner (l.): Abrahams Zukunft noch nicht entschieden

Über die Zukunft von Profi Arthur Abraham ist noch keine Entscheidung gefallen. Am Montag sollte es erste Gespräche zwischen dem Ex-Boxchamp, seinem Trainer Ulli Wegner und Promoter Kalle Sauerland geben.

Der 37-jährige Abraham wurde am Samstag im IBO-WM-Kampf vom Briten Chris Eubank Jr. regelrecht verprügelt. Der 37-Jährige Supermittelgewichtler steht nach der einstimmigen Punktniederlage vor dem Ende seiner Karriere. "Es ist noch nichts festgelegt. Ich möchte alles noch etwas sacken lassen", sagte Wegner am Montag. Der Coach zeigte sich weiter enttäuscht von Abraham. "Es ist nicht das erste Mal, dass er uns im Stich gelassen hat", sagte der 75-Jährige. 

Abraham konnte gegen den zehn Jahre jüngeren Eubank kaum Schlaggefahr entwickeln und stand in der Londoner SSE-Arena mehrmals vor dem Knockout. Am Ende kassierte er die sechste Niederlage im 52. Profikampf.

Wegner: "Arthur ruft riesiges Potenzial nicht mehr ab"

Bereits im April 2016 hatte "König Arthur" im Spielerparadies von Las Vegas gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez auf ganzer Linie enttäuscht und seinen WM-Gürtel verloren. Anschließend erarbeitete sich der Deutsch-Armenier durch zwei Siege die WM-Chance im kleineren IBO-Verband.

"Es geht nicht darum, dass er verloren hat. Es geht darum, wie er verloren hat", sagte Wegner, der bei seinem langjährigen Champion die richtige Einstellung und Leidenschaft vermisste: "Arthur hat riesiges Potenzial, doch er ruft es nicht mehr ab."

Fraglich blieb, ob Promotor Kalle Sauerland Abraham über zwei, drei Aufbaukämpfe zu einer weiteren WM-Chance verhilft. Sauerland fokussiert sich mehr und mehr auf das von ihm mitgegründete Millionenturnier um die Muhammad-Ali-Trophy. Für die Turnierserie verpasste Abraham die Qualifikation durch die Niederlage gegen Eubank.

Rückkehr zu Huck noch offen

Für Abraham wird die Motivation vor dem Kampf ein immer größeres Problem. Der dreimalige Champion hatte bereits mit 27 Jahren seine erste Million verdient und ist, wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" schreibt, abseits des Ringes ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sein Vermögen in Autohäuser, Immobilien und Fluglinien investiert hat.

Ob Wegner in Zukunft zu seinem früheren Schützling Marco Huck zurückkehrt, ist ebenfalls noch offen. "Ich will einfach nur helfen", sagte der bekannteste deutsche Boxtrainer über ein mögliches Engagement. Cruisergewichtler Huck ist anders als Abraham für die Ali-Trophy, in der acht Top-Boxer pro Gewichtsklasse kämpfen, qualifiziert.