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Red Bull: Es fehlt an allen Ecken und Geraden

17.07.2017 14:01
Daniel Ricciardo und Red Bull müssen noch einiges tun, um wieder zu brillieren
Daniel Ricciardo und Red Bull müssen noch einiges tun, um wieder zu brillieren

Rückschlag für die Red-Bull-Mannschaft: Nachdem die Truppe beim Heimspiel in Spielberg einen "Durchbruch" (laut Pilot Daniel Ricciardo) verzeichnet haben wollte, konnte sie Mercedes und Ferrari im Qualifying Großbritannien-Grand-Prix kaum noch mit dem Fernglas erkennen.

Auch beim Tempo im Rennen waren die Österreicher ein gutes Stück zurück, obwohl der Verlauf etwas über die tatsächlichen Kräfteverhältnisse hinwegtäuschte. Das Fazit des Teamchefs fällt ernüchternd aus.

Christian Horner bilanziert: "Wir hatten hier einige Defizite zu verzeichnen und haben nicht alles aus dem Auto herausgeholt." Immerhin deutet die Aussage an, dass es sich eher um Set-up-Probleme als um konzeptionelle Schwierigkeiten mit dem RB13 gehandelt hätte. Möglich, dass der kräftige Wind in Northamptonshire dem Boliden mehr zu schaffen machte als seinen Konkurrenten. Das PS-Defizit des Renault-Motors wird - auch nach dem Update in Baku - sein Übriges getan haben.

Horner hadert mit verlorener Stärke

Dennoch stellt sich Frage, ob Red Bull seine gewohnte Stärke in schnellen Kurven - davon gibt es in Silverstone reichlich - verloren hat. Horner macht die langsamen Passagen als Waterloo aus und pocht auf die fehlende Power. "Silverstone mit den neuen Autos bedeutet 70 Prozent Vollgas. Es ist schmerzhaft, wie wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten abgeschnitten haben", hadert der Brite.

Die Analyse von Max Verstappens Qualifying-Runde bestätigt Horner nur zum Teil: Der Niederländer büßte auf den Pole-Mann Lewis Hamilton im ersten Sektor 0,350 Sekunden ein - einem Abschnitt, in dem es enge Ecken und die Brooklands-Gerade gibt. Laut dem Teamchef müsste Red Bull an Ort und Stelle besonders Federn lassen. Doch in Sektor zwei war der Rückstand viel größer.

Red Bull braucht eine "Revolution"

0,821 Sekunden war Mercedes schneller, obwohl der RB13 in den Passagen um Woodcote, Copse, Maggots, Becketts und Chapel in seinem natürlichen Jagdrevier war, bis es auf die lange Hangar-Straight ging. Dass Verstappen im eher langsamen Schlusssektor nur 0,292 Sekunden fehlten, passte ebenfalls nicht das von Horner gezeichnete Bild, könnte aber mit dem Versuch zusammenhängen, über eine Abstimmung mit viel Abtrieb manche Schwäche des eigenen Boliden auszumerzen.

Den Ausblick auf den Ungarn-Grand-Prix muss die Analyse allerdings verhageln. Dort zählt die Motorpower zwar weniger, das Chassis ist aber wieder gefragt. Von einem angekündigten Update verspricht sich Horner nicht sehr viel: "Es ist Teil der Weiterentwicklung und ein weiterer Versuch, das Auto schneller zu machen", sagt er. Aber nicht die Revolution, die Red Bull dringend braucht.

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