Jan Ullrich gefeierter Tour-Gast am Straßenrand

03.07.2017 10:35
Jan Ullrich am Streckenrand in Korschenbroich
Jan Ullrich am Streckenrand in Korschenbroich

Deutschlands einziger Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich ist einer Einladung der Stadt Korschenbroich gefolgt und hat sich am Wochenende zum ersten Mal überhaupt eine Tour-Etappe als Fan am Straßenrand angesehen. 

Gegenüber der "Bild" zeigte sich der gefallene Radsportheld am Sonntag gelöst, genoss zudem das große Publikumsinteresse an seiner Person: "Ich war noch nie als Fan an der Strecke. Das ist wahnsinnig toll, sehr aufregend."

Auch vom riesigen Menschenandrang auf den Straßen während der zweiten Etappe, die unter anderem durch die 33.000-Einwohner-Stadt Korschenbroich verlief, war der mittlerweile 43-Jährige hellauf begeistert: "Der Deutsche ist ein begeisterter Radsport-Fan, das sah man schon in Düsseldorf. Es ist schön zu sehen, wie die Tour in Deutschland angenommen wird. Ich habe immer gesagt: holt die Tour nach Deutschland, denn das wird ein Riesen-Boom."

Während der zweiten Etappe der diesjährigen Tour de France war im Übrigen nichts von ablehnender Haltung der Zuschauer am Streckenrand gegenüber Jan Ullrich zu merken. Im Gegenteil: "Ulle, Ulle"-Sprechchöre waren während einer öffentlichen Talkrunde auf einem Kirchplatz in Korschenbroich zu hören.

Fünf Jahre nach dem folgenschweren CAS-Urteil, seit dem Ullrich auch offiziell als Dopingsünder gilt, freut sich der Tour-Champion von 1997 über den positiven Zuspruch der Leute, meint aber auch: "Die haben die guten Erinnerungen, die Erfolge von damals, im Kopf. Sie lieben den Radsport, und so ticke ich auch."

Für die generelle Euphorie zeigte sich Ullrich in der "Bild" auch ein Stück weit selbst noch verantwortlich: "Diese Begeisterung hier, das ist auch schön für mich zu sehen, denn das habe ich ja zum Teil mit ausgelöst damals."