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Wolff: "Erstaunlich, wie Lewis mit Leuten umgeht"

21.04.2017 14:35
Lewis Hamilton (r.) pflegt laut Tot Wolff einen erstaunlichen Umgang mit seinen Mitmenschen
Lewis Hamilton (r.) pflegt laut Tot Wolff einen erstaunlichen Umgang mit seinen Mitmenschen

Lewis Hamilton gilt gemeinhin als schwieriger Charakter. Der Brite setzt seinen Willen meist durch und nimmt dabei häufig auch keine Rücksicht auf Verluste. Deutlich wurde das vor allem beim Saisonfinale 2016 in Abu Dhabi, als ihn sein Team anwies, schneller zu fahren, doch Hamilton wollte Weltmeister werden und bremste Teamkollege Nico Rosberg ein - Mercedes war sauer, eine Strafe gab es jedoch nicht.

Von fehlender emotionaler Intelligenz wird häufig gesprochen, wenn ein Mensch zu sehr auf sich fixiert ist und die Interessen anderer beiseiteschiebt, doch laut Motorsportchef Toto Wolff gehört Hamilton eigentlich nicht in diese Kategorie: "Es ist bei Lewis immer wieder erstaunlich, welche Sozialkompetenzen er hat, wie er mit den Leuten umgeht", betont er gegenüber "auto motor und sport".

Hamilton weiß, wie er ein Team um sich scharen muss, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig hat er sich aber seine "Straßenköter-Mentalität" behalten, die ihn zu drei WM-Titeln geführt hat. Solch einen Wesenszug brauche man laut Wolff nämlich auch, will man es in der Formel 1 zu etwas bringen. "Die Frage lautet nur, ob du als Straßenköter noch ins beste Auto kommst", so der Österreicher, der bei Hamilton jedoch einen guten Mix sieht.

In Abu Dhabi zeigte sich Hamilton aber von seiner wilden Seite und missachtete die Teamanweisungen. Wolff erklärte hinterher, dass man es im Nachhinein anders hätte machen sollen, doch zu der Zeit habe man es für richtig gehalten und seinem Fahrer auch vertraut: "Er hatte vorher beteuert, dass er so etwas nicht machen würde. Wir waren naiv", gibt der Teamchef zu und kann verstehen, wenn ein Rennfahrer lieber auf sich selber schaut.

"Die Jungs sind so kalibriert, dass sie schon im Gokart allein mit ihren Ängsten, die man als Kind sicher hat, auf die Bahn geschickt werden", erklärt Wolff. "Dann kommt später irgendein Formel-1-Teamchef und sagt dir, dass du für eine globale Marke und über 100.000 Mitarbeiter weltweit eine Verantwortung trägst und Teamplayer sein sollst. Aber Formel 1 ist aus Fahrersicht kein Teamsport."

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