Nach Festnahme: BVB-Bosse äußern sich

21.04.2017 10:27
Der BVB hofft nun auf vollständige Aufklärung
Der BVB hofft nun auf vollständige Aufklärung

Nach der Festnahme eines dringend des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund Verdächtigen hat der BVB den ermittelnden Behörden gedankt. Die Verantwortlichen des Bundesligisten hoffen auf eine schnelle und vollständige Aufklärung.

"Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte", hieß es in einer Stellungnahme von Klub-Boss Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger nannte die Festnahme auf Twitter eine "gute Nachricht für den Fußball dank intensiver Ermittlungen von GBA, BKA und NRW-Polizei".

Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitagmorgen mitgeteilt, dass der 28 Jahre alte deutsche und russische Staatsangehörige Sergej W. von Spezialkräften der GSG 9 im Raum Tübingen festgenommen worden sei. W. stehe in dem Verdacht, am 11. April 2017 den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt zu haben. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Zuvor waren die Verdächtigen auch im islamistischen und rechtsextremen Milieu vermutet worden.

Mutmaßlicher Täter spekulierte auf Millionengewinn

Der mutmaßliche Täter wollte mit dem Attentat nach derzeitigem Ermittlungsstand wohl einen massiven Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen. Noch am Tag des Anschlags erwarb er über die IP-Adresse des Dortmunder Teamhotels L'Arrivée, in das er sich auch eingemietet hatte, 15.000 Verkaufsoptionen in Bezug auf das Dortmunder Wertpapier - und hätte bei starken Verlusten der Aktie an der Börse einen Gewinn von bis zu 3,9 Millionen Euro erzielen können. Die Ermittler seien W. laut Staatsanwältin Frauke Köhler "durch auffällige Optionsgeschäfte auf die Spur gekommen". Er habe "drei verschiedene Derivate gekauft und damit auf einen Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt".

Nach intensiven Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei in den vergangenen Tagen schlugen die Ermittler am Freitagmorgen zu. Um kurz vor 6 Uhr wurde Sergej W. festgenommen, kurz bevor er seine Arbeitsstelle in Tübingen erreichte.

Staatsanwältin Köhler meinte weiter: "Die Sprengsätze wurden zeitlich optimal gezündet. Da der verbaute Sprengstoff komplett umgesetzt wurde, gestalten sich die Untersuchungen aufwändiger."

Dortmunds Mannschaftskapitän Marcel Schmelzer äußerte am Freitag im Namen der Mannschaft die Hoffnung, "dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren. Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern".

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