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Ligen-Check: Deutsche Verhältnisse in England

Die englische Premier League im Check
Die englische Premier League im Check
27. März 2017, 13:10
sport.de
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Überraschend klare Verhältnisse an der Tabellenspitze, der heiße Kampf um das internationale Geschäft und der abgestürzte Sensationsmeister bestimmen das Geschehen im Mutterland des Fußballs. Der Aufsteiger ist ein deutscher Nationalspieler. Heute im sport.de-Ligencheck: die englische Premier League.

Jahrelang rühmte sich die Premier League für ihren spannenden Titelkampf. Drei, vier, manchmal sogar fünf Klubs stritten sich in den vergangenen Spielzeiten um die Meisterschaft. In dieser Saison sieht das allerdings ganz anders aus.

An der Tabellenspitze der vermeintlich besten Liga der Welt herrschen aktuell "deutsche Verhältnisse". Während in der Bundesliga der FC Bayern einmal mehr deutlich vorneweg marschiert, heißt der englische Dominator FC Chelsea.

Nach einem überaus enttäuschenden zehnten Tabellenplatz in der Vorsaison hat Teammanager Antonio Conte die Blues wieder auf Kurs gebracht – und wie! Zehn Punkte beträgt der Vorsprung der Londoner vor "Verfolgerchen" Tottenham Hotspur bereits. Da nur noch ebenso viele Spiele zu absolvieren sind, wird sich Chelsea (69 Punkte) den Titel wohl kaum noch nehmen lassen.

Hinter dem Spitzenduo tummeln sich die restlichen Top-Teams. Zusammen mit den Spurs kämpfen Manchester City (57), der FC Liverpool (56), Manchester United (52), Arsenal (50) und Everton (50) um die europäischen Startplätze.

Im Abstiegskampf heißt die Gleichung wohl drei aus fünf. Die Mannschaften ab Platz 16 sind akut gefährdet. Dies sind: Crystal Palace (28), Swansea City (27), Hull City (24), FC Middlesbrough (22) und der AFC Sunderland (20).

Die Überflieger: Tottenham Hotspur. Die Spurs hielten sich im alljährlichen Transfer-Wahnsinn auf der Insel in dieser Spielzeit verhältnismäßig zurück. Ausgaben von umgerechnet etwa 82 Millionen Euro bedeuten nur Platz zehn in der Ausgaben-Tabelle der Premier League. Dennoch spielen die Nordlondoner im Konzert der Großen erneut stark mit.

Coach Mauricio Pochettino verfügt über eine eingespielte Truppe aus der die Offensiv-Stars Harry Kane, Dele Alli und Christian Eriksen (zusammen 56 Scorer-Punkte) herausragen. Gemeinsam mit Chelsea stellt Tottenham zudem die beste Defensive der Liga (nur 21 Gegentreffer).

Fraglich ist, ob Pochettino seine beeindruckende Arbeit in London auch in der kommenden Saison fortsetzt. Angeblich ist der 45 Jahre alte Argentinier ein Kandidat als Nachfolger von Luis Enrique beim FC Barcelona.

Die Tiefflieger: Bei Leicester City folgte nach dem Märchen das böse Erwachen. Die Foxes schwebten in Saison eins nach ihrem sensationellen Titelgewinn lange in akuter Abstiegsgefahr. Erst seit der Entlassung von Meister-Trainer Claudio Ranieri ging es unter dessen Nachfolger Craig Shakespeare aufwärts.

Bei derzeit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone kann Leicester wohl für ein weiteres Jahr Premier League planen. Ob die Meister-Mannschaft über den Sommer hinaus zusammenbleibt, scheint allerdings eher unwahrscheinlich.

Allen voran die Stürmer Jamie Vardy und Riyad Mahrez werden wohl ohne Teilnahme am Europapokal kaum zu halten sein. Beide sind allerdings aufgrund ihrer akuten Formschwäche in dieser Saison auch Faktoren für den Absturz Leicesters.

Der Aufsteiger: Leroy Sané hatte nach seinem 50-Millionen-Euro-Wechsel von Schalke 04 zu Manchester City zunächst Anlaufschwierigkeiten. Nur einmal stand der Jung-Nationalspieler bis zum Jahreswechsel über die volle Distanz auf dem Platz.

In den letzten Wochen hat sich das Blatt komplett gewendet: Sané avancierte zum Schlüsselspieler der Sky Blues. Im System von Pep Guardiola spielt er als Flügelstürmer eine wichtige Rolle.

Die Engländer schwärmen vom 21-Jährigen. "Seine Geschwindigkeit ist beängstigend. Er liebt es, die Verteidiger anzulaufen und sprüht nur so vor Selbstvertrauen", lobte Premier-League-Rekordtorschütze Alan Shearer Sané unlängst." Der ehemalige Schalker habe den Sky Blues ein "frisches, junges Umstyling" verpasst.

Der Absteiger: Claudio Ranieri. Wohl kaum ein Protagonist im Profi-Fußball hat die sprichwörtliche Schnelllebigkeit des Geschäfts zuletzt so knallhart erfahren wie der Italiener. In nur acht Monaten wurde Ranieri vom Meister-Macher zum Arbeitslosen. Am 23. Februar zog Leicester die Reißleine und feuerte den 65-Jährigen.

Die sportliche Talfahrt des abgestürzten Titelträgers und angeblich auch ein Zerwürfnis mit der Mannschaft wurden Ranieri zum Verhängnis. Von seiner Entlassung soll der frühere Trainer von Inter, Juventus und Chelsea auf äußerst unrühmliche Art und Weise am Flughafen erfahren haben.

Dennoch veröffentlichte Ranieri im Anschluss an seine Demission eine emotionale Liebeserklärung an die Foxes. "Nach der Euphorie der vergangenen Saison wollte ich für immer bei Leicester City bleiben, dem Klub, den ich liebe. Leider hat es nicht sein sollen", erklärte der Coach.

Tobias Knoop

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