"Nowitzki-Double" Wagner tritt ins Rampenlicht

20.03.2017 12:58
Moritz Wagner (Nummer 13) spielt im College-Basketball eine tragende Rolle
Moritz Wagner (Nummer 13) spielt im College-Basketball eine tragende Rolle

Moritz Wagner steht bei der US-College-Meisterschaft nach einer Karrierebestleistung plötzlich im Rampenlicht. Beim Zweitrundensieg seiner Michigan Wolverines deutet der Berliner an, eines Tages in die Fußstapfen seines Idols Dirk Nowitzki treten zu können.

Wagner brüllte vor Freude so laut, dass ihm um ein Haar sein Zahnschutz aus dem Mund gerutscht wäre. Nachdem er seine Michigan Wolverines mit einer überragenden Leistung ins Achtelfinale der US-College-Meisterschaft geführt hatte, ließ der Berliner Basketballer seinen Emotionen freien Lauf. Mit einem Karrierebestwert von 26 Punkten katapultierte sich Wagner bei der "March Madness" ins Rampenlicht - und deutete an, eines Tages in die Fußstapfen seines Idols Dirk Nowitzki treten zu können.

Wagner sei "einer der spannendsten Spieler im College-Basketball", urteilte unter anderem das Fachmagazin "The Ringer" nach dessen Gala-Vorstellung beim 73:69 gegen die favorisierten Louisville Cardinals. Der Fernsehsender ESPN hob den ehemaligen Jugendspieler von Alba Berlin in seiner Prognose zum kommenden NBA-Draft in die Top-20 der aussichtsreichsten College-Spieler. "Groß, beweglich, kann werfen und ist erst 19 Jahre alt", schwärmte Draft-Guru Chad Ford via Twitter.

Vergleich mit Nowitzki drängt sich auf

Ein Vergleich mit dem deutschen Über-Basketballer Nowitzki kommt natürlich zu früh, drängt sich aber trotzdem geradezu auf. Wagner (2,11 m) spielt wie Nowitzki (2,13 m) auf der Position des Power Forward, verfügt über ein gutes Wurf-Händchen bei gelegentlichen Schwächen in der Defensive. "Er ist mein Vorbild, was den Wurf angeht", sagt Wagner zudem über Nowitzki: "Es ist unglaublich, wie gut man ohne Athletik sein kann. Das geht jetzt nicht gegen Dirk, er ist fantastisch."

Gegen Louisville erinnerte Wagners Spiel allerdings noch nicht unmittelbar an das des deutschen Superstars. Statt sich auf seinen Wurf zu verlassen zog Wagner immer wieder mit einer bei seiner Größe erstaunlichen Explosivität zum Korb. Unter seinen elf verwandelten Würfen fand sich nur ein Dreier, den Rest schloss er in unmittelbarer Nähe zum Ring ab. Ein Resultat auch der körperlichen Robustheit, die er sich im Sommer 2016 nach einer unauffälligen Premierensaison mit einem eigenen Fitnesscoach erarbeitet hat.

Qualitäten, die Wagner dereinst in die NBA führen könnten, die ihm zumindest jedoch im Kampf um den College-Titel zu Gute kommen. Allerdings werden die Aufgaben beim enorm populären Turnier der Liga NCAA nicht einfacher. Am Donnerstag wartet die University of Oregon als nächster Gegner, Michigan ist erneut Außenseiter. Doch mit einem Moritz Wagner in Gala-Form scheint für die Wolverines alles möglich.