BuLi-Boss: Bayern-Titel "nicht förderlich"

20.03.2017 10:24
Christian Seifert bemängelt die Bayern-Dominanz
Christian Seifert bemängelt die Bayern-Dominanz

Christian Seifert ist seit 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL. Seitdem wurde der FC Bayern allein sieben Mal Deutscher Meister, zuletzt vier Mal hintereinander. Diese Dominanz bemängelt Seifert. Außerdem sprach er über die 50+1-Regel und die internationale Bilanz der deutschen Vereine.

"Klar ist, und da kann man den Münchnern überhaupt keinen Vorwurf machen: Wenn der FC Bayern noch ein paar mal hintereinander Meister werden sollte, wäre das nicht gerade förderlich für die Wahrnehmung des Wettbewerbs", sagte Seifert dem "kicker": "Aber es liegt nicht am FC Bayern, dies zu ändern. In England geben vor einer Saison fünf Klubs den Titelgewinn als Ziel aus, in Italien sagen es drei und in Spanien zwei Vereine. In Deutschland erklären 17 Klubs: Von Verfolger kann keine Rede sein. Das muss sich irgendwann ändern."

Dennoch verteidigte Seifert den neuen Gelder-Verteilungsschlüssel der DFL, der auch dazu beitrage, deutsche Klubs international wettbewerbsfähig zu halten. Denn der Wettbewerb in der europäischen Spitze würde immer härter. Trotzdem bemängelt Seifert die Bilanz deutscher Vereine in der Europa League.

"Aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der Bundesliga mit inzwischen 13 Vereinen mit über 100 Millionen Euro Umsatz ist es nicht zu erklären, warum wir uns in der Europa League so schwertun", erklärte er: "In der Europa League stand zum letzten Mal vor sieben Jahren ein deutscher Klub im Halbfinale. Das ist nicht gerade berauschend."

Diskussion um 50+1

Auch über die viel diskutierte 50+1-Regel in Deutschland sprach Seifert mit dem Fachmagazin. "Es gibt ganz wichtige Errungenschaften, die mit 50+1 in Verbindung stehen. Die sozialverträglichen Ticketpreise sollten zum Beispiel unbedingt erhalten werden. Klubs dürfen auch nicht zum Spekulationsobjekt verkommen, dazu bedeutet die Bundesliga den Menschen zu viel", sagte er, forderte aber aufgrund der neuen Entwicklungen im deutschen Fußball eine Debatte: "Ich denke, die Liga ist stabil genug, um einmal eine ehrliche Diskussion über die Vor- und Nachteile dieser Regel zu führen."

Das wäre zum Beispiel bei RB Leipzig der Fall. Seifert kann die Kritik an der DFL, die das Leipziger Modell in der Liga zulässt, nicht verstehen. "Wir werden uns als DFL immer an die von den Klubs beschlossenen Statuten halten und keinen Schauprozess führen, bei dem wir mit fliegenden Fahnen untergehen bei dem Versuch, etwas zu verhindern, was auf der Basis der 50+1-Regel nicht zu verhindern ist. Da sollte man lieber in eine Diskussion über die Ausgestaltung der Regel treten, das wäre hilfreicher."

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