BVB bangt um Duo - Einsatzgarantie für Auba

17.02.2017 18:47
Thomas Tuchel hat Auba eine Einsatzgarantie gegeben
Thomas Tuchel hat Auba eine Einsatzgarantie gegeben

Borussia Dortmund bangt vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag um den Einsatz von Abwehrchef Sokratis. "Er hat sich heute etwas kränklich gefühlt. Wir werden am Samstag entscheiden", sagte Trainer Thomas Tuchel. Fraglich ist auch der Einsatz des angeschlagenen Europameisters Raphaël Guerreiro.

Ganz sicher auflaufen wird dagegen Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Trotz seiner eklatanten Ladehemmungen im Champions-League-Spiel gegen Benfica erhielt der Gabuner von Tuchel eine Einsatzgarantie. "Es ist sehr wichtig, dass Auba morgen von Beginn an spielt", deutete der Trainer an, dass der Stürmer gegen die Niedersachsen zur Startformation gehören wird.

"Wir haben ihn aufgefordert, nach Lissabon mit einem Lächeln zum Training zu kommen. Und er kam mit einem Lächeln", verriet der BVB-Coach mit einem Schmunzeln.

In der Sperrung der Südtribüne nach den Vorfällen während des Spiels gegen RB Leipzig Anfang Februar sieht Tuchel einen großen Nachteil für seine Mannschaft. "Es ist immer ein unvergessliches Erlebnis vor und für diese Tribüne zu spielen. Es hat natürlich einen Einfluss auf uns, auf das Spiel, wenn sie leer ist", sagte der BVB-Coach.

Wenig Verständnis für die Sperrung

Tuchel zeigte wenig Verständnis für die Sperrung: "Wir haben das Gefühl, dass wir nichts gemacht haben und die Leidtragenden sind. Wir reden von der gleichen Südtribüne, die im Spiel gegen Mainz geschwiegen hat, als ein Fan verstorben war. Wir reden von der gleichen Südtribüne, die vor wenigen Wochen noch einen Preis gewonnen hat", sagte Tuchel.

In der Aufklärung der Ereignisse macht der Klub Fortschritte. 61 Tatverdächtige, die mutmaßlich an der Präsentation beleidigender Plakate im BVB-Stadion oder entsprechenden Vorbereitungsmaßnahmen beteiligt gewesen sind, wurden ermittelt. Gegen die Randalierer außerhalb des Stadions wurden nach Polizeiangaben bislang 32 Ermittlungsverfahren eröffnet.

Die Gewalttäter bleiben am Samstag draußen - wie etwa 25.000 andere, die die Konsequenz der Exzesse im Kollektiv mittragen müssen. Einem im Internet kursierenden Vorschlag, den Fanblock am Samstag immerhin für Kinder zu öffnen, schob der DFB einen Riegel vor, da es sich bei der Strafe um ein rechtskräftiges und abgeschlossenes Verfahren handelt. Da sich wohl trotz der Tribünensperre eine Vielzahl von Fans am Stadion einfinden wird, stockt die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte auf.

Ismaël wittert seine Chance

Für Tuchel richtet sich der Fokus derweil wieder auf das Sportliche. Im Rennen um die direkte Champions-League-Qualifikation ist ein Sieg gegen die Wölfe Pflicht, vor allem die zuletzt mangelnde Chancenverwertung soll möglichst abgelegt werden.

Der kriselnde VfL wittert dagegen eine große Chance. "Falls es jemals einen guten Zeitpunkt gab, in Dortmund zu spielen, dann ist dieser vielleicht jetzt", sagte Trainer Valérien Ismaël.

Gänzlich ohne Unterstützung muss der BVB in seiner 80.000-Zuschauer fassenden Heimstätte freilich nicht auskommen. "Allein", wie im zur Fußball-Hymne gewordenen Evergreen von Gerry and the Pacemakers gesungen, steht der BVB nicht da. Es wird nur etwas stiller als sonst sein.