"Geile Form": Wellinger krönt Aufholjagd

16.02.2017 14:01
Andreas Wellinger sprang nach einer irren Aufholjagd auf Platz drei
Andreas Wellinger sprang nach einer irren Aufholjagd auf Platz drei

Nachdem ihm seine beinahe unglaubliche Aufholjagd erneut einen Podestplatz beschert hatte, strahlte Andreas Wellinger bis über beide Ohren.

"Ich habe einfach eine geile Skisprung-Form im Moment", sagte der 21-Jährige, der sich bei der windumtosten WM-Generalprobe im südkoreanischen Pyeongchang/Südkorea von Platz 16 noch auf Platz drei verbessert hatte. Mit nun sieben Podiumsplatzierung bei den letzten acht Weltcups gehört Wellinger zum engsten Favoritenkreis für die Titelkämpfe im finnischen Lahti.

"Dass das noch so ausgeht, hätte ich nie geglaubt", sagte Wellinger: "Das ist mal wieder eine neue Erfahrung." Der Ruhpoldinger war beim diesmal wegen heftiger Sturmböen auf die Normalschanze verlegten Wettbewerb aufgrund von Windpech im ersten Durchgang nicht über 99,0 m hinaus gekommen. Im zweiten Durchgang steigerte sich Wellinger jedoch auf die Tagesbestweite von 112,0 m und kam so am Ende auf 240,8 Punkte. Nur der Pole Maciej Kot (256,2) und Stefan Kraft (Österreich/252,2) waren letztlich besser.

Schuster: "Demütig bleiben"

"Ich hätte nie gedacht, dass das noch ein Happy End gibt für den Andi", gab auch Bundestrainer Werner Schuster offen zu: "Man muss aber einfach weiter demütig bleiben und gute Sprünge zeigen. Dann kommt so etwas zustande." Wellinger, schon am Vortag im Wettbewerb von der Großschanze der Olympia-Anlage von 2018 Zweiter, gab diese Maxime auch prompt als Zielsetzung für die WM in Finnland (22. Februar bis 5. März) aus: "Ich muss einfach mein Zeug machen", meinte er trocken.

Das Gegenteil von Wellinger erlebte am Donnerstag Karl Geiger (204,7), der nach Platz sechs zur Halbzeit aufgrund schlechter Bedingungen auf Rang 25 zurückfiel. Dennoch durfte sich der Oberstdorfer am Ende freuen. Direkt nach dem Wettkampf berief ihn Schuster wie auch den diesmal zwölfplatzierten Stephan Leyhe (218,8) ins WM-Aufgebot. Gemeinsam mit den bereits nominierten Wellinger, Richard Freitag und Markus Eisenbichler umfasst das deutsche Team für Lahti damit fünf Athleten.

Benachteiligung in der Natur der Sache

Die beiden haben die ganze Saison über gute Leistungen gezeigt und sich diese Nominierung damit verdient", sagte Schuster in der "ARD". Nicht dabei ist in Finnland damit unter anderem Team-Olympiasieger Andreas Wank (Hinterzarten/226,3), der am Donnerstag als Neunter sein bestes Saisonergebnis verbuchte. Pius Paschke scheiterte derweil bereits in der Qualifikation.

Freitag, bereits am Vortag von einer Erkältung geschwächt, verzichtete diesmal auf einen Start. "Er hat einen heftigen grippalen Infekt auszufechten. In diesem Zustand ist nichts zu gewinnen", sagte Schuster, der jedoch betonte: "Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme."

Für Staunen unter Athleten und Trainern sorgte die Schanzen-Anlage in Pyeongchang. Zwar fand auch der zweite Wettbewerb vor einer enttäuschenden Kulisse von nur wenigen Hundert Fans statt, doch bei der Positionierung des Windnetzes haben die Südkoreaner offenbar goldrichtig gelegen. Trotz extremer Sturmböen rund um die Schanze, konnte der Wettbewerb durchgezogen werden. Dass dennoch einige Springer durch den Wind klar benachteiligt wurden, lag buchstäblich in der "Natur" der Sache.

Wintersportkalender

Damen
Österreich
Sölden
28.10.2017
Riesenslalom
10:00
Herren
Österreich
Sölden
29.10.2017
Riesenslalom
10:00
Damen
Finnland
Levi
11.11.2017
Slalom
Herren
Finnland
Levi
12.11.2017
Slalom
Herren
Polen
Wisla
18.11.2017
HS 134 Team
Anzeige