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Pirelli bereitet Fans auf "Einstopp-Rennen" vor

15.02.2017 11:06
Laut Pirelli wird sich die Boxenstopp-Action 2017 in Grenzen halten
Laut Pirelli wird sich die Boxenstopp-Action 2017 in Grenzen halten

In Turin präsentiert Pirelli die neuen Reifen für die Formel-1-Generation 2017. Der Sportchef der Italiener, Paul Hembery, kündigt dabei an, dass sich die Fans diese Saison auf Rennen mit nur einem Boxenstopp einstellen müssen.

"Erwarten Sie bei den meisten Rennen nur einen Boxenstopp", spricht er die Zuschauer direkt an. Dass damit eine langweilige Saison mit berechenbaren Rennen bevorsteht, fürchtet er nicht. "Sie werden übersichtlicher und einfacher zu verstehen", nennt er die Vorteile.

Doch warum wird 2017 aller Voraussicht nach weniger gestoppt? "Die neuen Autos und neuen Reifen werden zur Folge haben, dass der Abbau der Pneus geringer sein wird", erklärt der Brite. Ursache dafür ist, dass die Oberfläche nicht so schnell wie bisher überhitzt und die Pneus in einem größeren Temperaturfenster funktionieren.

Hembery liefert den Hintergrund: "Man fordert Reifenwechsel durch zwei Faktoren heraus: Verschleiß oder einen Performance-Verlust. Wenn man aber weniger Abbau und auch weniger Verschleiß hat, dann gibt es weniger Motivation für einen Wechsel."

Zeitabstände zwischen Mischungen werden geringer

Und dass es 2017 in diese Richtung gehen wird, haben laut dem Pirelli-Motorsportchef schon die Tests im Vorjahr mit den deutlich langsameren Übergangsautos von Mercedes, Ferrari und Red Bull angedeutet: "Da haben wir bereits einen klaren Unterschied zwischen den 2016er- und den 2017er-Mischungen gesehen."

Was man auch gesehen hat: Der Zeitunterschied zwischen den drei, jeweils für die einzelnden Rennen nominierten Reifenmischungen wird 2017 geringer ausfallen. "Ich erwarte einen Zeitunterschied unter einer Sekunde. Im letzten Jahr hatten wir oft einen Abstand von über 1,5 Sekunden."

Auch diese Verringerung deutet nicht unbedingt darauf hin, dass die Rennen in der kommenden Saison spannender werden, denn größere Unterschiede zwischen den Mischungen waren bisher meist ein Garant für mehr Überholmanöver.

Pirelli aus Angst vor Imageschaden übervorsichtig?

Doch warum legt es Pirelli diese Saison so konservativ an? Möglicherweise wollte man Reifenschäden wie in den vergangenen Jahren, als man weniger haltbare Pneus konstruierte und damit sein Image riskierte, unbedingt vermeiden, zumal keiner wirklich weiß, um wie viel die neuen Boliden schneller sind. Hembery rechnet damit, dass die Kurvengeschwindigkeiten um 40 km/h ansteigen werden.

Und da Pirelli nur mit den Übergangsboliden testete, schoss man auf bewegliche Ziele. "Wer weiß, vielleicht gibt es Autos, die anders mit den Reifen umgehen als andere? Vielleicht weicht der Verschleiß von unseren Erwartungen ab? All das wissen wir erst, wenn wir ausgiebig gefahren sind", erklärt er die Lage des Reifenherstellers.

Das werde sich 2018 ändern: "Dann werden wir einen enormen Vorteil haben, denn wir können 2017 während der Saison mit den eigentlichen Autos testen. Wir gehen also mit mehr Sicherheit in die Saison 2018." Möglicherweise dürfen sich dann auch die Fans wieder auf mehr Reifenabbau und mehr Stopps freuen.

Formel 1 2017

Australien
Australien GP
26.03.
China
China GP
09.04.
Bahrain
Bahrain GP
16.04.
Russland
Russland GP
30.04.
Spanien
Spanien GP
14.05.
Monaco
Monaco GP
28.05.
Kanada
Kanada GP
11.06.
Aserbaidschan
Aserbaidschan GP
25.06.
Österreich
Österreich GP
09.07.
Großbritannien
Großbritannien GP
16.07.
Ungarn
Ungarn GP
30.07.
Belgien
Belgien GP
27.08.
Italien
Italien GP
03.09.
Singapur
Singapur GP
17.09.
Malaysia
Malaysia GP
01.10.
Japan
Japan GP
08.10.
USA
USA GP
22.10.
Mexiko
Mexiko GP
29.10.
Brasilien
Brasilien GP
12.11.
VA Emirate
Abu Dhabi GP
26.11.
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