DSV-Staffel verballert den Heimsieg

11.01.2017 15:55
Simon Schempp und die deutsche Staffel landete in Ruhpolding auf Platz drei
Simon Schempp und die deutsche Staffel landete in Ruhpolding auf Platz drei

Die deutschen Biathleten haben zum Auftakt des Heim-Weltcups in Ruhpolding den ersten Staffelsieg seit 22 Monaten verpasst. Das Quartett in der Bestbesetzung mit Erik Lesser (eine Strafrunde), Benedikt Doll (3 Nachlader), Arnd Peiffer (2) und Simon Schempp (1) landete über 4x7,5 km auf dem dritten Platz.

Eine Strafrunde und neun Nachlader: Im Vergleich zu den siegreichen Weltmeistern aus Norwegen (5 Nachlader) und dem Olympasieger Russland (+5,1 Sekunden/2) war das schlichtweg zu viel. 23,5 Sekunden betrug im Ziel der Rückstand der Lokalmatadoren.

"Ich bin dermaßen enttäuscht von meinem Schießen", sagte Lesser anschließend in der "ARD". Peiffer ergänzte: "Das ist nicht unser Anspruch mit so vielen Nachladern. Das war einfach zu viel, aber wir haben das gerettet und noch etwas daraus gemacht."

Den bislang letzten Erfolg hatte eine deutsche Männer-Staffel bei der WM 2015 im finnischen Kontiolahti gefeiert, in der Besetzung von Mittwoch reichte es im Vorjahr immerhin zu WM-Silber. Das zuvor einzige Rennen in dieser Saison beendete die DSV-Staffel in Pokljuka ebenfalls auf dem dritten Rang.

Lesser enttäuscht

Die Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke war vor dem ersten abgefeuerten Schuss groß gewesen - immerhin trat das Quartett des Deutschen Skiverbandes mit den besten Athleten und in sehr guter Verfassung an. Alle deutschen Skijäger hatten in der Vorwoche beim Weltcup in Oberhof mindestens ein Top-6-Ergebnis verbucht, Peiffer und Lesser stürmten ebenso auf das Podest wie Schempp, der zum Abschluss im Massenstart seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte.

Doch vor allem Lesser konnte nicht an diese Leistung anknüpfen. Nach einer ersten fehlerfreien Einlage und der Übernahme der Spitzenposition halfen dem 28-Jährigen bei seinem Stehendschießen selbst drei Extrapatronen nicht, um die fünf Scheiben abzuräumen. Die Strafrunde und 49,9 Sekunden Rückstand bei der Übergabe auf Doll waren die Folge.

Peiffers Aufholjagd stockt

Der kam bei seiner Wackeldisziplin gerade so um eine Strafrunde herum, mit seiner hervorragenden Laufform machte Doll die drei Nachlader in der Loipe jedoch wieder wett und schickte Peiffer 44,6 Sekunden hinter den Führenden ins Rennen.

Und auch bei Peiffer setzte sich die wechselhafte Leistung am Schießstand fort: Als die deutschen Fans nach den ersten fünf Treffern noch auf eine Aufholjagd hofften, musste der 29-Jährige stehend zweimal nachladen. 30,9 Sekunden Rückstand waren dann auch für Schempp zuviel, der seinen letzten Schuss daneben setzte und so endgültig aus dem Kampf um den Sieg raus war.

Den norwegischen Sieg sicherte derweil Schlussläufer Emil Hegle Svendsen, der auf der finalen Runde ca. zehn Sekunden auf den bis dahin führenden Russen Babikov gutmachte und als Erster über die Linie kam.

Am Donnerstag steht für die Frauen das Staffelrennen über 4x6 km an. Für den DSV kämpfen Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß und Laura Dahlmeier um den zweiten Sieg des Winters. Das deutsche Quartett hatte im Dezember in Pokljuka gewonnen.